Dehnungsstreifen (Beine)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Dehnungsstreifen (Beine)

Die meisten Frauen wissen, was Dehnungsstreifen (Beine) sind. Die winzigen Risse im Unterhaut-Bindegewebe sehen zwar unschön aus, sind jedoch völlig harmlos. Sie bereiten allerdings jungen Mädchen und Frauen, die gut aussehen möchten, oft seelische Probleme.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Dehnungsstreifen (Beine)?

Als Dehnungsstreifen (Striae cutis distensae) bezeichnet der Mediziner schmale Risse im Unterhautgewebe. Sie kommen dadurch zustande, dass die dehnbaren Elastin und Kollagenfasern leicht einreißen. Die Striae treten schon bei Jugendlichen in der Pubertät auf, wobei Mädchen häufiger von ihnen betroffen sind als Jungen. Auch Schwangere haben oft Dehnungsstreifen. Daher nennt man die auffälligen Lederhaut-Veränderungen im Volksmund auch Schwangerschaftsstreifen. Sie ziehen sich wie gelblich-graue Schlangenlinien über die Haut und sind an verschiedenen Stellen des Körpers sichtbar. Das sind vor allem die Körperpartien, wo sich besonders viel Bindegewebe befindet.

Die Striae verändern zwar im Laufe der Zeit ihre Färbung, sodass sie nicht mehr so deutlich sichtbar sind, können sich jedoch nicht mehr zurückbilden. Von den Dehnungsstreifen an den Beinen und anderen Körperregionen sind in der Regel Frauen betroffen, da ihr Bindegewebe ohnehin schwächer als das männlicher Personen ist. Vereinzelt leiden jedoch auch Männer an Dehnungsstreifen. Sie treten hauptsächlich an den Beinen (vor allem den Oberschenkeln), der Hüfte, den Oberarmen, Brüsten, aber auch am Bauch und Gesäß auf. Vorhandene Striae lassen sich mithilfe schönheitschirurgischer Verfahren beseitigen oder wenigstens bessern.

Ursachen

Hauptursache von Dehnungsstreifen an Beinen und anderen Körperteilen ist ein schwaches Bindegewebe: Wird es belastet, beispielsweise durch eine rasche Gewichtszunahme, reißt die untere Hautschicht leicht ein. Ein normal entwickeltes Bindegewebe ist dehnbar genug, mechanischen und anderen Belastungen Stand zu halten. Als medizinisch gesichert gilt, dass das wenig elastische Lederhautgewebe vererbbar ist: Mütter von Frauen mit diesem kosmetischen Problem leiden selbst oft an Dehnungsstreifen.

Bei Jugendlichen sorgt das schnelle Körperwachstum für das Auftreten der auffälligen Striae. Derselbe Effekt tritt bei Schwangeren auf: Das im Mutterleib heranwachsende neue Leben benötigt immer mehr Platz. Außerdem trägt der erhöhte Kortisolspiegel dazu bei, dass die Elastizität ihrer Haut nachlässt. Auch starkes Übergewicht führt bei entsprechender genetischer Veranlagung zu den Geweberissen, die wie Narben aussehen. Da von der Gewichtszunahme natürlich auch die Beine betroffen sind, treten auch hier Striae auf.

Außerdem sind zu wenig sportliche Betätigung und Fehlernährung auslösende Faktoren. In seltenen Fällen kann auch eine Langzeitbehandlung mit Kortison zu Dehnungsstreifen führen. Dasselbe gilt für Hormontherapien. Sogar zu intensives Krafttraining kann das Einreißen des Gewebes bewirken (zu schneller Muskelaufbau!). Im Rahmen von Infektionen (Tuberkulose, Typhus, Fleckfieber) und bestimmten seltenen Erkrankungen (Cushing-Syndrom) kommt es ebenfalls zu Dehnungsstreifen am Körper.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Dehnungsstreifen erscheinen zuerst als rötliche und leicht erhabene Hautveränderungen (Striae rubrae), die oft parallel zueinander verlaufen. Es kommt zu leichten Hautreizungen an den betroffenen Stellen. Sie verfärben sich im weiteren Verlauf bläulich, da die Kapillargefäße durch die Oberhaut sichtbar sind. Im Laufe der Zeit verblassen sie jedoch, sodass letztlich nur noch weißliche dünne Linien zurückbleiben (Striae albae). Sie bilden sich in der Folgezeit nicht mehr zurück, da die elastischen Fasern vollständig zerstört sind und sich daher nicht mehr regenerieren können.

Behandlung und Therapie

Dehnungsstreifen an Beinen und anderen Stellen erfordern nur dann eine fachärztliche Abklärung, wenn sich der Patient nicht sicher ist, ob es sich bei ihnen tatsächlich nur um ungefährliche Mikrorisse im Bindegewebe handelt. Um sie diagnostisch von anderen Hauterkrankungen abzugrenzen, empfiehlt es sich, einen Hautarzt aufzusuchen. Auch die Tatsache, dass die Gewebe-Risse anfangs Juckreiz hervorrufen, löst bei den Betroffenen oft Irritationen aus. Ist er besonders intensiv, sollte der Patient unbedingt sofort einen Arzt konsultieren: Es könnte sich dabei um eine ernsthafte Hautkrankheit handeln.

Striae an den Beinen, am Bauch, der Hüfte und anderen Körperpartien lassen sich mithilfe einer speziellen Lasertherapie verringern. Die Behandlung erfolgt in einer schönheitschirurgischen Klinik. Der Spezial-Laser bewirkt mithilfe von 4 bis 5 Behandlungssitzungen die nachträgliche Pigmentierung der beeinträchtigten Hautstellen und sorgt dafür, dass die Haut neues Bindegewebe aufbaut. Außerdem kann die Patientin bei sich eine Mikrodermabrasion vornehmen lassen. Dabei schleift man die betroffene Haut einfach mithilfe bestimmter Chemikalien ab.

Weitere Verfahren sind die chirurgische Kryotherapie (Zerstörung des Gewebes mit Kälte) und die Mesotherapie mit ihren Wirkstoff-Mikroinjektionen. Beim Micro-Needling wird die gezielte Verletzung der Hautoberfläche mit dünnen Nadeln genutzt: Es kommt zu einer gesteigerten Ausschüttung von Kollagen, mit der die Haut sich selbst regeneriert: Das Unterhautgewebe wird an den betroffenen Stellen aufgefüllt. Die Dehnungsstreifen am Bein und woanders verschwinden. Diese Methode bietet den Vorteil, dass die Patientin sie bei sich zuhause selbst durchführen kann. Sie benötigt dazu nur einen Dermaroller und das geeignete Desinfektionsmittel.

Leichte Dehnungsstreifen erfordern eine Nadel-Länge von 1,50 mm, tiefere Risse werden mit 2,00 mm-Nadeln behandelt. Eine vollständige Entfernung der Unterhaut-Risse ist medizinisch jedoch noch nicht möglich. Allerdings sorgen die Beauty-Verfahren dafür, dass sie nicht mehr so auffallen: Die Haut wird geglättet, das Gewebe teilweise regeneriert. So verblassen die Striae schneller.



Vorbeugung

Um den unansehnlichen Dehnungsstreifen vorzubeugen, empfiehlt es sich, das eigene Körpergewicht zu halten oder wenigstens nicht zu schnell zu- oder abzunehmen. Eine gesunde Ernährungsweise mit viel Obst und Gemüse und Sport können helfen, das Haut-Bindegewebe zu straffen. Außerdem macht Sport die Haut elastischer. Eine tägliche Trockenmassage mit einem Luffa-Handschuh ist durchblutungs- und stoffwechselanregend und kann ebenfalls dazu beitragen, dass die Dehnungsstreifen an den Beinen und woanders erst gar nicht auftauchen.

Das Einmassieren von hochwertigem Pflanzenöl in Kombination mit Vitamin E sowie Fertigsalben mit alpha-Tocopherol, Elastin, Kollagen, Hyaluron und Panthenol haben einen ähnlichen Effekt. Auch kalte Duschen sind zu diesem Zweck sehr sinnvoll. Wem das zu unangenehm ist, der kann auch eine 5-Minuten-Massage am Morgen und abends mit einem Noppenball machen: Dass sie die Haut-Durchblutung steigern, ist sogar wissenschaftlich bewiesen.

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