Darmschleimhaut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Darmschleimhaut

Die Darmschleimhaut spielt eine wesentliche Rolle im menschlichen Körper. Liegt eine Schädigung der Darmschleimhaut vor, sorgt dies im weiteren Verlauf für verschiedene Symptome und unterschiedliche Krankheitsbilder. Mitunter spielt eine geschädigte Darmschleimhaut sogar eine wesentliche Rolle für Darmkrebs.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Darmschleimhaut (medizinisch: Mukosa) bildet die innerste der vier Darmschichten und kleidet den gesamten Darm aus. Auf Grund der Tatsache, dass die Schleimhaut - je nach Darmabschnitt - unterschiedlich aufgebaut ist, kann sie sich perfekt an den Dünn-, Dick- sowie Enddarm anpassen. Eine gesunde Darmschleimhaut spielt eine wesentliche Rolle im menschlichen Körper; diverse Symptome und Krankheitsbilder werden oftmals von einer erkrankten Darmschleimhaut hervorgerufen.

Anatomie

Die Darmschleimhaut schützt den Darm nicht nur vor Erregern, sondern hilft ihm bei der Verdauung und unterstützt das Immunsystem. Die Schleimhaut selbst liegt auf der Bindegewebeschicht auf, die in weiterer Folge von der Muskulatur umgeben wird. Zwischen der Muskulatur und der Schleimhaut befinden sich die Nervenfasern.

Die Schleimhaut selbst besteht aus drei Schichten. Die erste Schicht ist das Zylinderepithel, die zweite Schicht die Lamina propria mucosae und die dritte Schicht die Lamina muscularis mucosae. Die Epithelzellen weisen sogenannte Mikrovilli auf, welche auch als sogenannter Bürstensaum bezeichnet werden und zur Vergrößerung der Oberfläche dienen. Der Bürstensaum ist von einer Glykokalyx umgeben, welche eine Selbstverdauung verhindert.

Funktion

Die primäre Aufgabe der Schleimhaut liegt darin, dass sie die Bestandteile aus dem Wasser und der Nahrung aufnimmt. Dabei bildet die Schleimhaut sogenannte spezifische Enzyme, welche in weiterer Folge die Nährstoffe spalten. Somit können die Nährstoffe aufgenommen und im weiteren Verlauf an das Blut abgegeben werden. Dabei verläuft die Aufnahme über die aktive oder passive Resorption.

Bei einer passiven Resorption gelangen die Nahrungsbestandteile in den Darminnenraum. Bei der aktiven Resorption hingegen können die Bestandteile in die Zellen der Schleimhaut gelangen. Des Weiteren schützt die Darmschleimhaut den Körper vor schädlichen Bakterien sowie Parasiten, welche aus der Umwelt bzw. der Nahrung in den Körper gelangen.

Die Darmflora selbst verfügt über 400 bis 500 Bakterienstämme, welche sich aber erst im Laufe des Lebens ansiedeln bzw. bei Neugeborenen etwa noch gar nicht vorhanden sind. Die Darmflora achtet darauf, dass sich im weiteren Verlauf keine schädlichen Mikroorganismen einsieden und die Schleimhaut befallen.

Die Darmschleimhaut ist auch für das Immunsystem von enormer Bedeutung. Schlussendlich enthält die Schleimhaut rund 70 Prozent jener Zellen, welche Antikörper produzieren. Aus diesem Grund wird auch gerne vom darmasozzierten Immunsystem gesprochen. Dringen Krankheitserreger ein, so kann das Immunsystem jene erkennen und in der weiteren Folge vernichten. Das Immunsystem besitzt die Gabe, dass es zwischen den nützlichen Bakterien und den schädlichen Stoffen unterscheiden kann.

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Erkrankungen der Darmschleimhaut

Entzündete Darmregion bei Morbus Crohn.

Die Darmflora kann - auf Grund ungesunder Ernährung, Medikamenten (Antibiotika, Kortison) oder auch im Rahmen einer Chemo- wie Strahlentherapie - natürlich geschädigt werden. Mitunter können auch Stress, psychische Belastungen oder Schmerzmittel dafür sorgen, dass die Darmschleimhaut angegriffen wird.

Liegt eine länger anhaltende Schädigung vor, führt das in weiterer Folge zu einer Veränderung der Schleimhaut. Jene kann etwa giftige Stoffe nicht mehr aufhalten; somit dringen Erreger in die Schleimhaut und somit in weiterer Folge in den Darm ein.

In weiterer Folge liegt eine Störung der Darmfunktionen vor; schädliche Keime verbreiten sich und sorgen für verschiedene Symptome bzw. Krankheitsbilder. Der Patient kann etwa unter Blähungen, saures Aufstoßen, Darmkrämpfen sowie auch unter Koliken leiden; in vielen Fällen wird jedoch zuerst gar nicht eine Veränderung der Darmschleimhaut vermutet.

Es gibt mitunter auch chronisch-entzündliche Erkrankungen des Darms. Dazu zählen etwa Morbus Crohn, eine Entzündung der Darmschleimhaut sowie auch die Colitis Ulcerosa oder auch etwaige Allergien. All jene Faktoren schwächen im Krankheitsverlauf das Immunsystem.

Bei Morbus Crohn ist sogar eine Entzündung des ganzen Verdauungstraktes möglich. Bei der Colitis Ulcerosa hingegen liegt der Bereich der Entzündung am Ende des Dickdarms bzw. beim Enddarm. Betrifft die Entzündung jedoch nur den Wurmfortsatz, spricht der Mediziner von der klassischen Blinddarmentzündung.

Unbehandelte Darmentzündungen begünstigen den Darmkrebs. Wichtig ist, dass - schon bei den ersten Anzeichen - ein Arzt konsultiert wird, damit jener dafür sorgt, dass die Darmschleimhaut wieder aufgebaut wird bzw. etwaige Bakterien den Darm verlassen.

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