Darmreinigung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. August 2016
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Das menschliche Immunsystem funktioniert nur dann optimal, wenn die Darmflora aus gesundheitsfördernden Bakterien besteht. Ist das nicht der Fall, kommt es zu Krankheiten wie Migräne, Allergien, Verdauungsstörungen, ständig wiederkehrenden Erkältungen und anderen lästigen Beschwerden. Daher empfiehlt es sich, zweimal jährlich - am besten im Frühjahr und Herbst - eine Darmreinigung durchzuführen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Darmreinigung?

Eine Darmreinigung ist eine 2- bis 4-wöchige Reinigung des Darmes von schädlichen Ablagerungen (Schlacken), verhärteten Stuhlresten und hartnäckigen Darm-Erregern und Parasiten. Sie macht die Darmschleimhaut für die gesunden Darmbakterien aufnahmefähig, die danach im Rahmen einer Darm-Sanierung angesiedelt werden.

Wer seinen Darm reinigen möchte, hat dazu verschiedene Verfahren zur Auswahl. Bei allen handelt es sich um natürliche Mittel. Welches jeweils geeignet ist, hängt vom Gesundheitszustand des Patienten und seinem Krankheitsbild ab. Die meisten Darmreinigungsmethoden lassen sich bequem zuhause durchführen. Nur die Colon-Hydro-Therapie muss bei einem Heilpraktiker vorgenommen werden.

Ob eine Darmreinigung seinen Gesundheitszustand und sein Wohlbefinden fördert, erfährt der Patient durch eine Stuhl-Untersuchung: Befinden sich darin viele gefährliche Darmbakterien, Verdauungsreste (vor allem tierische Proteine) oder gar Darmpilze wie Candida albicans, ist es höchste Zeit für eine gründliche Darmsäuberung.

Anwendung und Funktion

Die Darmreinigung ist eine Methode, die in der Alternativmedizin angewandt wird. Sie eignet sich zur Behandlung bestimmter Erkrankungen und sollte spätestens dann durchgeführt werden, wenn sich die ersten Symptome zeigen (allgemeine Schwäche, andauernde Müdigkeit, erhöhte Infekt-Anfälligkeit, Durchfall oder Verstopfung, rheumatische Beschwerden, ständige Kopfschmerzen, starke Gewichtszunahme etc.).

Bei gesunden Menschen wirkt die Darmreinigung präventiv und stärkt die Selbstheilungskräfte des Körpers. Wer in den Wechseljahren ist, kann seinen Zustand mit ihr ebenso bessern wie Personen, die mit der Darmreinigung ihre Depressionen lindern möchten.

Eine Entschlackung gibt mehr Energie, da der gesäuberte Darm die zugeführten Nährstoffe besser aufnehmen und verwerten kann. Außerdem sorgt die Darmreinigung für ein besseres Aussehen, indem sie unreine Haut, Augenringe und glanzloses sprödes Haar beseitigt.

Methoden und Verfahren

Wer sich für eine Darmreinigung entscheidet, hat verschiedene Verfahren zur Auswahl. Mehrere Heilfasten-Kuren sorgen durch den (fast) vollständigen Nahrungsentzug dafür, dass sich der Darm ganz auf die Entschlackung konzentrieren kann. Kombinationskuren mit Flohsamen-Schalen-Pulver, Heilerde und/oder Kräutern sind noch effizienter. Auch eine längere Bitterpflanzen-Zufuhr kann helfen, den Darm von Schadstoffen zu säubern.

Die Fastenkuren werden durch Einläufe unterstützt, die zu einer beschleunigten Darmentleerung führen. Eine spezielle Form der Darmreinigung ist die Colon-Hydro-Therapie (Darmspülung), bei der der gesamte Darm in mehreren Sitzungen mit warmem Wasser gesäubert wird. Der Heilpraktiker fördert den Abgang von Stuhl mit einer sanften Bauchmassage noch zusätzlich.

Was muss der Patient beachten?

Vor der Darmreinigung kann sich der Patient zwischen einer sanfteren Säuberung mit einer halben Portion des reinigenden Mittels täglich und einer intensiven Entschlackung (2- bis 3-mal täglich eine ganze Portion) entscheiden.

Eine Darmreinigung ist grundsätzlich immer nur dann wirkungsvoll, wenn sie von einer Umstellung der Ernährungsweise begleitet wird. Empfohlen wird eine vitaminreiche, überwiegend basische Kost mit viel Obst und Gemüse und nur wenig tierischem Eiweiß und Fett. Während der Entschlackungskur sind Fasten, Saft-Fasten oder/und der Verzehr von basenüberschüssigen Nahrungsmitteln hilfreich. Außerdem sollte der Betroffene möglichst auf Weißmehl-Erzeugnisse und Süßigkeiten verzichten.

An die Entschlackung des Darmes schließt sich eine gründliche Darm-Sanierung an, die eine gesunde Darmflora aufbaut. Während einer Dauer von 4 bis 6 Wochen nimmt der Patient gesunde Darmbakterien (Laktobazillen, Bifido-Bakterien etc.) in sehr hoher Dosis zu sich.

Personen, die noch zusätzlich an einer Darm-Mykose wie beispielsweise Candida albicans oder an Darmparasiten leiden, führen nach der Darmsanierung noch eine antimykotische Behandlung oder eine Kur mit Olivenblattextrakt-Kapseln durch.

Wer an starken Wassereinlagerungen im Gewebe leidet, sollte im Anschluss an seine Darmreinigung und Sanierung noch eine Lymphreinigungskur machen. Hilfreich sind dabei Lymphdrainagen, Sport, Yoga, Pilates, Trockenbürsten-Massagen, viel stilles Wasser und entwässernde Kräuter wie Schachtelhalm und Steinkleekraut.

Ablauf und Durchführung

Die Darmreinigung wird meist zusammen mit einer Fastenkur und einer Darmsanierung vorgenommen. Beim Fasten nimmt der Betroffene keine feste Nahrung zu sich und entfernt die Schlacken mithilfe von Einläufen aus dem Körper. Eine spezielle Form ist das Olivenöl-Fasten: Der Darm wird durch Orangensaft, Wasser und ein wenig Olivenöl gesäubert.

Saft-Fasten mit Heilerde (Bentonit in Pulver, Kapsel oder flüssiger Form) ist ebenfalls eine bewährte Reinigungsmethode. Feinst vermahlenes Flohsamenschalen-Pulver quillt wegen seines hohen Ballaststoff-Gehalts stark auf und sorgt so für mehr Stuhlvolumen und eine schnellere Darmentleerung. Die schonende Darmreinigung kann zeitlich unbegrenzt durchgeführt werden.

Flohsamenschalen fördern das Wachstum der gesunden Darmbakterien und sind für Patienten mit Divertikeln im Darm besonders gut geeignet, um Kotsteinen vorzubeugen. Die Einnahme von Zeolith, einem vulkanischen Mineral, entgiftet hauptsächlich Nieren und Leber. Intensiver reinigend wirken Flohsamen, Heilerde und entschlackende Kräuter wie Dill, Anis, Thymian, Süßholz, Ingwer und Basilikum.

Bitterpflanzen wie Artischocke, Löwenzahn und Brennnessel werden als Pulver, Tropfen oder granuliert eingenommen und töten mit ihren Bitterstoffen schädliche Darmbakterien und Parasiten ab, die mehrmals täglich über den Stuhlgang entsorgt werden. Bei Pilzinfektionen empfiehlt sich die Aufnahme von Grapefruitkern-Extrakt. Toxine werden von der Mikroalge Chlorella ausgeleitet.



Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Der Patient muss die Naturheilmittel, mit denen er seine Darmreinigung vornimmt, natürlich selbst bezahlen. Auch die Colon-Hydro-Therapie gehört nicht zur Grundversorgung der gesetzlichen Krankenkassen und muss daher privat bezahlt werden.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

Vor der Darmreinigung kindlicher Patienten sollte unbedingt ein Heilpraktiker konsultiert werden, da manche Kräuter und Fertigpräparate für Kinder zu stark sind. Bei manchen Darmreinigungsmitteln (Flohsamenschalen-Pulver) kann es zu Komplikationen wie beispielsweise Darmverschluss kommen, wenn der Patient es mit zu wenig Wasser zu sich nimmt.

Menschen, die wegen einer Herz- oder Niereninsuffizienz nicht so viel trinken dürfen, sollten von einer Darmreinigung absehen. Bei manchen Patienten können Mittel wie Flohsamen Allergien auslösen.

Da jeder Körper auf Entschlackungsmaßnahmen anders reagiert, kann es unter Umständen zu vorübergehenden Entgiftungskrisen kommen, die von Kopfschmerzen, unreiner Haut und anderen Symptomen begleitet werden.

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