Darmkrebsfrüherkennung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. August 2016
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Darmkrebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Dabei lässt sich der Tumor bei einer frühen Diagnose gut behandeln. Deswegen ist die Darmkrebsfrüherkennung vor allem für Menschen ab 50 Jahren empfehlenswert. Je früher der Krebs gefunden wird, desto größer sind die Überlebenschancen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Darmkrebsfrüherkennung?

Bei der Darmkrebsfrüherkennung handelt es sich um verschiedene Untersuchungsmethoden, deren Ziel die möglichst frühe Diagnose eines eventuellen Darmkrebses ist. Darmkrebs entsteht aus Wucherungen der Schleimhaut, den so genannten Polypen. Diese sind zunächst gutartig und weisen ein langsames Wachstum auf. Deswegen sind die Heilungschancen bei einer frühen Erkennung der Veränderung hoch.

Oftmals werden die Begriffe Darmkrebsfrüherkennung und Darmkrebsvorsorge als Synonyme verwendet. Bei der Vorsorge handelt es sich jedoch um präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Darmkrebs. Dazu gehört zum Beispiel ein gesunder Lebensstil. Die Darmkrebsfrüherkennung setzt auf Untersuchungen zur Diagnose von Veränderungen.

Anwendung und Funktion

Die Darmkrebsfrüherkennung ist wichtig, da Darmkrebs häufig auftritt. Darüber hinaus verläuft er oftmals, ohne dass typische Symptome auf ihn hinweisen. Deswegen ist eine späte Diagnose keine Seltenheit. Weil Darmkrebs in der Regel gut auf eine Therapie anspricht, kann die Darmkrebsfrüherkennung das Leben des Patienten retten. Somit ist es Aufgabe der Darmkrebsfrüherkennung, einen eventuellen Tumor festzustellen.

Darüber hinaus werden die verschiedenen Methoden zum Aufspüren von Darmpolypen angewendet. In den meisten Fällen entwickelt sich Darmkrebs aus Polypen. Dementsprechend lassen sich diese auch als Vorstufe des Tumors bezeichnen. Werden sie rechtzeitig entdeckt und anschließend entfernt, reduziert sich das Darmkrebsrisiko des Betroffenen.

Die Notwendigkeit der Darmkrebsfrüherkennung steht in Verbindung mit familiären Faktoren. Weil Darmkrebs vermehrt bei Menschen auftaucht, in deren Familie es bereits Fälle des Tumors gab, sollten Betroffene Wert auf die regelmäßige Darmkrebsfrüherkennung legen.

Methoden und Verfahren

Zur Darmkrebsfrüherkennung kommen unterschiedliche Methoden infrage. Mit einem Hämoccult-Test lassen sich Blutspuren im Stuhl sichtbar machen. Angewendet wird ein solcher Stuhltest vor allem bei Patienten zwischen dem 50. und 54. Lebensjahr.

Darüber hinaus lässt sich der Mastdarm nach Tumoren abtasten. Diese befinden sich jedoch meistens in höheren Regionen des Darms. Deswegen bieten Krankenkassen ab dem 55. Lebensjahr eine regelmäßige Darmspiegelung an.

Im Rahmen der Untersuchung können Gewebeproben entnommen und eventuelle Polypen beseitigt werden. Bleibt die Spiegelung bei der Darmkrebsfrüherkennung ohne Befund, wird sie erst nach zehn Jahren wiederholt.

Was muss der Patient beachten?

Wird zur Darmkrebsfrüherkennung eine Darmspiegelung angeordnet, will diese gut vorbereitet sein. Patienten dürfen drei bis vier Tage vor dem Termin keine körnerhaltigen Lebensmittel mehr verzehren. Dazu gehören Brot und Müsli, aber auch Kiwis, Tomaten und Weintrauben. Körner behindern die Untersuchung, indem sie unter Umständen zu Verstopfungen des Untersuchungsgerätes, dem Endoskop, führen.

Darüber hinaus werden vor der Darmspiegelung Ballaststoffe vom Speiseplan gestrichen. Stattdessen eignen sich zum Beispiel Weißbrot, Marmelade und Gemüsebrühe. Ab 18 Uhr sollten Patienten auf feste Nahrung verzichten und nur noch trinken. Am Vortrag kommt die Abführlösung hinzu. Wann diese eingenommen wird, hängt von dem jeweiligen Präparat ab.

Am Tag der Darmspiegelung darf nur Flüssigkeit zu sich genommen werden. Wer unter starkem Hunger leidet, kann Limonade trinken. Blutverdünnende Medikamente werden eine Woche vorher unter Absprache des Arztes abgesetzt.

Wünscht der Patient ein Schlafmittel, darf er nach der Darmspiegelung weder Auto, noch Fahrrad oder Motorrad fahren. Nach der Untersuchung zur Darmkrebsfrüherkennung kann sofort wieder gegessen werden, insofern der Arzt nichts anderes sagt. Im Zweifel ist eine Nachfrage angebracht. In der Regel läuft die Darmkrebsfrüherkennung ohne Komplikationen ab.

Ablauf und Durchführung

Bei einer Darmspiegelung zur Darmkrebsfrüherkennung ist die Mitarbeit des Patienten wichtig. Nur, wenn dieser die angeordnete Ernährung einhält, ist eine Darmspiegelung möglich. Schließlich muss der Darm vor der Untersuchung vollkommen entleert werden. Die Spiegelung selbst wird in der Regel ambulant durchgeführt. Eine entsprechende Überweisung kann der Frauen- oder Hausarzt erstellen.

Nach 15 bis 30 Minuten ist die Spiegelung im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung abgeschlossen. Vor Beginn erhalten Patienten die Möglichkeit, ein Schlafmittel einzunehmen. Bestimmte Medikamente hemmen die Bewegungen des Darms. Dadurch gerät das Organ in einen entspannten Zustand. Anschließend nimmt der Patient eine Links-Lage ein und der Arzt tastet den Mastdarm ab.

Bei der eigentlichen Darmspiegelung wird ein Endoskop in den After geschoben. Das Untersuchungsgerät ist mit einem Schlauch verbunden, wodurch es den gesamten Darm passieren kann und dabei Bilder vom Zustand des Gewebes versendet. Das Gerät verfügt über kleine Zangen und Schlingen, mit denen sich bei Bedarf Proben entnehmen lassen.

Wird zur Darmkrebsfrüherkennung ein Test zur Untersuchung von verstecktem Blut angeordnet, erhalten Betroffene drei Testbriefchen. Auf diesen wird an verschiedenen Tagen Stuhl aufgetragen. Zur Auswertung müssen die Proben eingeschickt oder dem Arzt zurückgegeben werden.



Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Die Darmkrebsfrüherkennung gehört ab einem bestimmten Alter zum Angebot der gesetzlichen Krankenkassen. Dementsprechend übernehmen diese die Kosten. Der Patient selber muss sich ab dem 50. Lebensjahr finanziell nicht an den Untersuchungen beteiligen.

Bezahlt wird jedes Jahr ein Test auf Blut im Stuhl, wenn der Betroffene zwischen 50 und 54 Jahre alt ist. Ab dem 55. Geburtstag werden zwei Darmspiegelungen übernommen. Zwischen den Spiegelungen bei der Darmkrebsfrüherkennung liegt eine Zeitspanne von 10 Jahren.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

Bei einer Darmspiegelung zur Darmkrebsfrüherkennung kann es zu Nebenwirkungen und Risiken kommen. Einige Patienten vertragen das verwendete Beruhigungsmittel nicht. Dadurch kommt es zu Juckreiz, Brechreiz und anderen allergischen Reaktionen.

In sehr seltenen Fällen wird die Wand des Dickdarms mit dem Schlauch durchstoßen. Der Patient muss sofort operiert werden zur Verhinderung einer Bauchfellentzündung. Schließlich können Bakterien aufgrund des Loches in die Bauchhöhle gelangen.

Sehr selten wird durch eine Darmspiegelung eine Sepsis hervorgerufen. Weil diese vor allem für Menschen mit künstlichen Herzklappen gefährlich werden kann, müssen diese vor der Untersuchung Antibiotika einnehmen. Auf diese Weise lässt sich die Ansiedlung der Bakterien auf den Herzklappen vermeiden.

Insgesamt treten Nebenwirkungen bei einer Darmspiegelung zur Darmkrebsfrüherkennung jedoch bei nur sehr wenigen Patienten auf. Das Angebot zur Darmkrebsfrüherkennung sollte dennoch ab dem 50. Lebensjahr genutzt werden.

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