Darmgeräusche und Durchfall

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Darmgeräusche und Durchfall

Im Regelfall gehören Darmgeräusche und Durchfall nicht zu den schwerwiegenden Erkrankungen. Zumeist handelt es sich um leichte Verdauungsprobleme. Bei wiederkehrenden und intensiven Darmgeräuschen muss ein Arzt abklären, ob eine Durchfallerkrankung oder eine andere Krankheit die Beschwerden auslöst.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Darmgeräusche und Durchfall?

Darmgeräusche äußern sich als ungewöhnliches Geräuschphänomen, das durch die physiologischen Darmbewegungen des Darminhalts entsteht. In aller Regel kann man Darmgeräusche etwa alle zehn Sekunden in Form von Glucksen, Blubbern oder Kollern hören. Welcher Art die Darmgeräusche sind, richtet sich zum einen nach dem Auslöser, zum anderen nach der Nahrungsbeschaffenheit. Verschiedene Ursachen können für Geräusche im Darm verantwortlich sein, etwa eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder eine Durchfallerkrankung.

Als Durchfall oder Diarrhö wird bei Erwachsenen mehr als dreimal am Tag auftretender Stuhl mit wässriger, ungeformter oder breiiger Konsistenz bezeichnet. Ursächlich für Durchfallerkrankungen sind häufig Erreger auf der Darmschleimhaut oder Toxine, die die Darmzellen schädigen. Ist die Schleimhaut nicht mehr in der Lage, Wasser aus der sNahrung zu absorbieren, ist der verdaute Nahrungsbrei flüssiger als normalerweise. Der Organismus verliert neben Wasser auch wichtige Mineralsalze (Elektrolyte). Akuter Durchfall verschwindet regulär innerhalb weniger Tage, die Beschwerden bei chronischem Durchfall treten im Verlauf mehrerer Wochen wiederkehrend auf.

Ursachen

Diarrhö ist das Leitsymptom für sämtliche Darminfektionen. Eine gestörte Darmflora kann Durchfall verursachen, aber auch verdorbene Speisen und verschiedene Arzneimittel. Rund ein Drittel aller Durchfallerkrankungen entsteht durch Viren wie Noroviren oder Adenoviren. Kolibakterien oder Salmonellen lösen oft Reisedurchfall aus, bei Fernreisen erhöht sich das Risiko einer Darminfektion mit Parasiten. Antibiotika sind oft für Durchfall verantwortlich, der als Nebenwirkung nach der Einnahme auftritt. Diese Arzneistoffe beseitigen nicht nur schädliche Bakterien, sondern greifen auch die Immunabwehr stärkenden Darmbakterien an.

Auch Staphylokokken, giftige Stoffwechselprodukte und Schwermetalle wie Blei können gravierende Verdauungsprobleme mit Durchfall erzeugen. Zu den leichteren Beschwerden zählen Darmgeräusche. Vor allem die Darmwand ist maßgeblich an der Verdauung von Nahrung beteiligt und transportiert sie mit wellenartigen Bewegungen zum Darmausgang. Dieser Prozess wird auch als Peristaltik bezeichnet. Schwerverdauliche Nahrungsmittelbestandteile können zu Geräuschen im Darm wie Glucksen oder Knarren führen. Auch Blähungen werden den Darmgeräuschen zugeordnet. Übermäßige Gasbildung im Verdauungstrakt, oft durch blähende Lebensmittel ausgelöst, verursacht ebenfalls Darmgeräusche. Kommen weitere Beschwerden wie Erbrechen, Bauchkrämpfe oder Fieber hinzu, kann das ein Hinweis auf einen Darmverschluss sein.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Der Arzt verwendet bei der Untersuchung ein Stethoskop, um die Geräusche wie Blubbern oder Gluckern herauszufiltern. Dabei hört er alle vier Felder der Bauchdecke ab und erfasst die Darmgeräusche in jedem Quadranten. Einen aktiven Darm beschreiben Ärzte als lebhaft in allen rechts und links liegenden Feldern. Bei auffälligen Darmgeräuschen wie heftiges Kollern, kann es sich um eine Durchfallerkrankung handeln.

In Betracht kommen virale oder bakterielle Infektionen, aber auch eine Milchzuckerunverträglichkeit. Fehlende Darmgeräusche liefern ebenfalls wichtige Hinweise zur Diagnosefindung. Bei Verdacht auf eine Durchfallerkrankung untersucht der Arzt neben den Bauchorganen auch Haut und Zunge, um herauszufinden, ob es bereits zu einer Austrocknung gekommen ist. Mittels Tastuntersuchung lassen sich oft Gewebewucherungen erkennen. Die meisten Darminfektionen klingen nach drei Tagen folgenlos ab.

Heftige Verdauungsbeschwerden mit Durchfall erfordern dagegen weitere Maßnahmen wie Blutuntersuchungen und Stuhlproben. Vorwiegend konzentrieren sich Laboruntersuchungen auf die Suche nach Bakterien und Viren. Der Arzt kann jedoch auch Tests auf Parasiten anordnen, etwa auf den parasitischen Rinderbandwurm. Je nach Einschätzung der Diagnose kommen bei einer Diarrhö apparative Verfahren wie Sonografie, Endoskopie oder Magnetresonanztomografie zur Anwendung.

Behandlung und Therapie

Um den Ursachen für auffällige Darmgeräusche auf den Grund zu gehen, folgen zumeist weitergehende Diagnoseverfahren, denn nur so lässt sich ein Krankheitsverdacht bestätigen oder entkräften. Vor allem bei älteren Menschen kann sich hinter Darmgeräuschen eine ernstzunehmende Krankheit verbergen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Tumore oder Vernarbungen. Blähungen sind meistens harmlos und lassen sich, falls nötig, mit Medikamenten behandeln.

Bei einer schweren Darmerkrankung kommen verschiedene Therapiemaßnahmen zur Anwendung, entweder mit Medikamenten oder mit operativen Verfahren. Wurde ein mechanischer Darmverschluss diagnostiziert, legt der Arzt umgehend eine Magensonde und verabreicht über Infusionen Elektrolyte und Antibiotika. Hindernisse wie Tumore, die den Darm einengen, müssen operativ entfernt werden. Leiden Patienten an länger anhaltendem Durchfall, ist ebenfalls eine gezielte Therapie erforderlich, um Wasser- und Elektrolyteverluste oder Probleme mit dem Kreiskauf zu verhindern.

Unverzichtbar bei einer Durchfallerkrankung ist die Zufuhr von Mineralsalzen und ausreichend Flüssigkeit. In der Apotheke sind geeignete Mittel (Antidiarrhoika) erhältlich, die Durchfall entgegenwirken und vor übermäßigem Flüssigkeitsverlust bewahren. Auch Opiate stoppen Diarrhö durch das Hemmen der Darmmuskeltätigkeit. Doch gerade bei von Bakterien oder Viren verursachten Darminfektionen sind diese Präparate weniger geeignet. Infektiöser Durchfall kann bei alten Menschen, Kindern und immungeschwächten Personen zu Komplikationen wie Nierenversagen und Austrocknung führen.

Bei Fieber und blutigem Stuhl besteht die Gefahr ernster Erkrankungen. Der Salz- und Wasserverlust kann bei einem schweren Verlauf der Diarrhöen oft nicht mehr ausgeglichen werden. Um eine gefährliche Austrocknung zu vermeiden, wird der Patient im Krankenhaus versorgt und erhält Infusionen zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts. Bei einer Lebensmittelvergiftung verursachen Toxine wie Staphylococus oder Clostridium den Durchfall. Hinzu kommen weitere Symptome wie Fieber, Erbrechen und Bauchschmerzen. Je nach Gesundheitszustand entscheidet der Arzt, ob beim Erkrankten eine Selbstbehandlung infrage kommt, Hausbesuche sinnvoll sind oder eine stationäre Therapie die geeignete Maßnahme ist.



Vorbeugung

Wer generell Durchfall oder Darmgeräuschen vorbeugen will, ist mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährungsweise gut beraten. Oft entstehen Darmerkrankungen durch mangelnde Hygiene. Deshalb müssen Nahrungsmittel gut gewaschen und kühl gelagert werden. Ein in der Sonne stehender Salat kann nach dem Verzehr innerhalb weniger Stunden zu schwerem Durchfall mit Erbrechen führen.

Wichtig ist außerdem das sorgfältige Händewaschen und Desinfizieren, vor allem bei Kontakt mit Personen, die an Diarrhö erkrankt sind. Schwierig ist die Prophylaxe bei Lebensmittelunverträglichkeiten, die nicht bekannt sind. Treten immer wieder Darmgeräusche und Durchfälle ohne ersichtliche Ursache auf, kann ein Ernährungstagebuch bei der Identifizierung verdächtiger Nahrungsmittel helfen. Blutuntersuchungen und Hauttestungen unterstützen die Diagnose.

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