Damm (Perineum)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Damm (Perineum)

Der Damm (medizinisch: Perineum) ist jener Bereich, der die Geschlechtsteile vom Anus trennt. Vorwiegend besteht dieser Abschnitt aus Muskeln, die von einer hochsensiblen Haut umgeben werden. Aus diesem Grund wird das Perineum auch als sehr erogene Zone beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Jener Bereich, der die Geschlechtsteile vom After trennt, ist das Perineum bzw. der Damm. Bei Frauen reicht der Damm von den großen Schamlippen bis zum After; bei Männern vom Hodensack bis zum After.

Mediziner sprechen auch immer wieder von einer anogenitalen Distanz; das ist jene Maßeinheit, die zwischen dem After und der Peniswurzel bzw. der Vagina besteht. Auf Grund der Tatsache, dass die Muskeln von einer sehr sensiblen Haut überzogen werden, gilt das Perineum auch als sehr starke erogene Zone, welche im Rahmen des Geschlechtsverkehrs etwa massiert bzw. oral stimuliert oder auch gestreichelt werden kann.

Anatomie

Der Damm liegt zwischen den Beinen und befindet sich unterhalb des Beckenbodens. Das Perineum ist eine Art Gewebebezirk zwischen Anus und Vagina bzw. Anus und den Hoden. Auf Grund der Tatsache, dass in jenem Bereich sehr viele Nerven zusammenlaufen, gilt der Damm als erogene Zone.

Das Perineum besteht größtenteils aus Muskeln, welche in zwei Bereiche kategorisiert werden. So gibt es die Muskeln der Analregion und die Muskeln der urogenitalen Region. Die Haut, welche die gesamten Muskeln umgibt, ist mit unzähligen Schamnerv-Ästen durchzogen. Aus diesem Grund ist jener Bereich auch eine äußerst intensive erogene Zone. Der Damm wird über die innere Beckenarterie versorgt.

Funktion

Die hauptsächliche Funktion des Damms besteht darin, dass er den Afterbereich von dem Genitalbereich trennt. Somit kann etwa das Eindringen von Bakterien (vom Darm in die Scheide) größtenteils verhindert werden. Des Weiteren verlaufen drei Schichten der Beckenbodenmuskulatur im Damm zusammen, die nicht nur den Körper stabilisieren, sondern gleichzeitig die Kontinenz sichern.

Jene Muskulatur wirkt etwa beim Hüpfen, Niesen, Lachen, Husten sowie auch bei körperlicher Anstrengung. Die Dammhaut selbst ist elastisch. So kann sie sich nicht nur an die Penisgröße anpassen, sondern auch an den Stuhlgang. Massagen oder eine Druckausübung können erregend wirken.

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Erkrankungen des Damms

Im Rahmen des Geburtsvorganges kann der Damm verletzt werden. Der Geburtsvorgang verursacht einen enormen Druck auf den Damm; vor allem beim Kopf oder den Schultern ist es möglich, dass der Damm einreißt. Liegt eine Verletzung vor, kategorisiert diese der Arzt in Schweregraden.

  • Grad 1: Der Einriss besteht im hinteren Bereich der Vaginalhaut.
  • Grad 2: Das Gewebe, welches direkt am Damm befindlich ist, ist eingerissen.
  • Grad 3: Der Schließmuskel hat eine Verletzung erlitten.
  • Grad 4: Der Schließmuskel sowie der After sind durch den Geburtsvorgang verletzt werden.

Der Damm selbst ist jedoch relativ "robust"; Entzündungen oder etwaige Blutungen kommen selten bis gar nicht vor. Auch andere Verletzungen, die nicht im Rahmen des Geburtsvorganges auftreten, treten relativ selten bis gar nicht auf. Das liegt wohl auch an der Lokalisation des Damms. Im Rahmen der Geburt kann auch ein Dammschnitt - die sogenannte Episiotomie - vorgenommen werden.

Bemerkt der Mediziner, dass sich der Damm nicht weit genug dehnt, kann ein vorbeugender Schnitt erfolgen, sodass das Kind mit genügend Sauerstoff versorgt werden kann bzw. keine Gefahr besteht, dass das Kind eine Geburtsbehinderung - auf Grund Sauerstoffmangels – erleidet.

Erfolgt die Geburt mittels Saugglocke oder Zange, muss ebenfalls ein Dammschnitt durchgeführt werden. Der Dammschnitt erfolgt im Rahmen der Presswehe; die Gebärende verspürt in diesem Stadium keinen anderen Schmerz, sodass der Schnitt "schmerzlos" durchgeführt werden kann. Nach der Geburt muss der Dammschnitt genäht werden; jener Vorgang findet jedoch unter einer lokalen Anästhesie statt.

Der Heilungsprozess ist langwierig bzw. schmerzhaft. Mitunter klagen die Betroffenen über Einschränkungen beim Urinieren oder während dem Stuhlgang, haben Probleme beim Sitzen bzw. immer wieder starke Schmerzen. In der Regel muss die Patientin sechs Wochen Geduld haben; erst dann haben sich die Fäden aufgelöst bzw. kann von einer vollständigen Heilung gesprochen werden.

Besteht ein Vulvakarzinom, kann im Rahmen des Befalls auch der Damm betroffen sein. Gerötete Stellen, starker Juckreiz oder Schmerzen, die während dem Urinieren, dem Stuhlgang oder Geschlechtsverkehr auftreten, können die ersten Anzeichen eines derartigen Karzinoms sein.

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