Condylomata acuminata

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. Juni 2017
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Condylomata acuminata, auch Kondylome oder Feigwarzen genannt, entstehen nach einer Infektion mit dem HPV-Virus (Humanes Papilloma Virus). Sie befallen sowohl den äußeren als auch inneren Genitalbereich und gehören zu den weltweit am häufigsten auftretenden Geschlechtskrankheiten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Condylomata acuminata?

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Bei Condylomata acuminata handelt es sich um gutartige Hautwucherungen. Die stecknadelkopfgroßen Kondylome können von weiß-grauer, rötlicher oder bräunlicher Farbe sein. Meist stehen die Feigwarzen dicht beieinander. In diesem Fall handelt es sich um großflächige Wucherungen, sogenannte Warzenbeete.

Condylomata acuminata können flach sein, so dass man sie kaum mit dem bloßen Auge erkennen kann, oder aber auch erhaben sein, indem sie blumenkohlartige Formen ausbilden können. In letzterem Fall werden Condylomata acuminata auch als Buschke-Löwenstein-Tumoren bezeichnet.

Ursachen

Die Ansteckung der Condylomata acuminata erfolgt durch das HPV-Virus Typ 6 und 11, die auch als Low-Risk-Typen bezeichnet werden, da sie nicht zu den Auslösern für die Entstehung bestimmter Krebsformen gezählt werden. Die Übertragung des HPV-Virus erfolgt hauptsächlich durch ungeschützte Sexualkontakte, wobei das Virus durch kleinste Hautverletzungen in der Vagina, Scheide, After oder Penis in die oberen Hautschichten eindringen kann.

Nicht immer bilden sich nach einer Infektion Feigwarzen aus. Ein gut funktionierendes Immunsystem kann die Vermehrung der Viren und die Bildung von Condylomata acuminata unterdrücken. Trotzdem sind diese Menschen, auch wenn sie selbst keinerlei Symptome aufweisen, ansteckend und können die Viren bei Sexualkontakten übertragen. Eine weitere Möglichkeit ist die indirekte Ansteckung mit HPV-Viren durch die gemeinsame Benutzung von Handtüchern, auch wenn dies relativ selten der Fall ist. Bei der Geburt können infizierte Mütter das HPV-Virus auf ihr Kind übertragen.

Wann zum Arzt?

Veränderungen der Haut im Bereich der Genitalien weisen auf Unregelmäßigkeiten hin, die untersucht und behandelt werden müssen. Zu beachten ist, dass bei einer Condylomata acuminata eine Ansteckungsgefahr besteht. Aus diesem Grund sollte bis zur Rücksprache mit einem Arzt auf ungeschützten sexuellen Kontakt vollständig verzichtet werden. Breiten sich die Hautveränderungen aus, muss unverzüglich ein Arzt konsultiert werden.

Kommt es zu Blutungen, Juckreiz oder offenen Wunden, ist ein Arztbesuch notwendig. Über die Hautbeschädigungen gelangen weitere Keime in den Organismus, die sich über das Blut im gesamten Körper ausbreiten und zusätzliche Erkrankungen auslösen können. Fieber, Unwohlsein und ein allgemeines Gefühl der Schwäche sind Symptome, die von einem Arzt abzuklären sind. Ein brennendes Gefühl auf der Haut oder beim Wasserlassen müssen kontrolliert und medizinisch untersucht werden.

Treten aus den Warzen Flüssigkeiten aus, schmerzen sie oder führen sie durch die Reibung an der Kleidung zu Beeinträchtigungen bei der Fortbewegung, ist ein Arzt aufzusuchen. Häufig ist bei den Betroffenen einer Condylomata acuminata das Immunsystem geschwächt. Daher treten grundsätzlich vermehrt Infektionskrankheiten oder weitere Beschwerden ein. Es empfiehlt sich in diesen Fällen, einen Arzt stets bei den ersten Anzeichen einer weiteren Erkrankung aufzusuchen und neue Symptome frühzeitig abklären zu lassen.

Symptome und Verlauf

Condylomata acuminata löst meist keinerlei Beschwerden aus. Die Inkubationszeit beträgt zwischen drei Wochen und acht Monaten, manchmal sogar einigen Jahren nach der Infektion mit dem HPV-Virus, bis sich die ersten Condylomata acuminata ausbilden. Zunächst entstehen kleine Knötchen, die kaum erkennbar sind. Condylomata acuminata können einzeln auftreten oder zu beetartigen Gebilden zusammenwachsen.

Gelegentlich kann es zu Juckreiz, Brennen oder leichten Blutungen kommen, wenn die Warzen an der Kleidung reiben. Sitzen die Condylomata acuminata in der Scheide oder am Gebärmutterhals, kann auch Ausfluss auftreten. Wachsen die Kondylome weiter, können sie sich zu gutartigen Buschke-Löwenstein-Tumoren entwickeln. In einigen Fällen verschwinden Condylomata acuminata von allein, in anderen Fällen können sie auf andere Körperregionen übergehen.

Diagnose

Zur Diagnose der Condylomata acuminata untersucht der Arzt zunächst den Genitalbereich. Ist der visuelle Befund unklar, wird der Arzt die Condylomata acuminata mit verdünnter Essigsäure betupfen. Handelt es sich um Feigwarzen, verfärben sich die betroffenen Hautareale weiß. In der Scheide oder am Gebärmuttermund liegende Condylomata acuminata können mit einem Spezialmikroskop und einem Abstrich mit anschließender feingeweblicher Untersuchung diagnostiziert werden. Ist der Enddarm oder After betroffen, kommt eine Darmspiegelung, bei Befall des Penis und Harnröhrentraktes eine Harnröhrenspiegelung in Betracht.

Komplikationen

Durch die Condylomata acuminata kommt es zu unterschiedlichen Beschwerden und Komplikationen an den Geschlechtsorganen, wobei Frauen und Männer gleichermaßen von dieser Krankheit betroffen sind. Es bilden sich Wucherungen an den Geschlechtsorganen und auch am After aus. Für viele Menschen kommt es zu einem verringerten Selbstwertgefühl und zu Minderwertigkeitskomplexen aufgrund der verringerten Ästhetik durch die Wucherungen. Ebenso schmerzen die betroffenen Stellen und sind von Rötungen und von einem Juckreiz betroffen. Die Lebensqualität des Patienten wird durch die Condylomata acuminata eingeschränkt. Durch die Beschwerden sinkt bei den meisten Patenten auch die sexuelle Lust, was zu Spannungen in einer Beziehung führen kann. In vielen Fällen leidet auch der Partner durch die Condylomata acuminata an psychischen Beschwerden. Bei der Behandlung treten keine besonderen Komplikationen auf. Diese wird mit Hilfe von Salben und Cremes durchgeführt, gegebenenfalls werden auch Medikamente eingesetzt, um die Schmerzen zu lindern. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Krankheit nicht verringert.

Behandlung und Therapie

Bei etwa 30 Prozent der Betroffenen heilen Condylomata acuminata nach einigen Monaten ohne Behandlung von allein ab. Meist suchen jedoch die Betroffenen sofort nach der Entstehung von Condylomata acuminata ärztlichen Rat, da die Kondylome auch eine große psychische Belastung darstellen. Wichtig ist, dass beide Partner in die Behandlung von Condylomata acuminata einbezogen werden, um eine gegenseitige Neuansteckung zu vermeiden.

Bei der Behandlung von Condylomata acuminata kommen vor allem lokal anzuwendende Cremes und Lösungen zum Einsatz. Dazu zählen Trichloressigsäure, mit denen die Warzen einmal wöchentlich betupft werden. Diese Behandlungsart ist vor allem bei Condylomata acuminata im Schleimhautbereich sehr erfolgreich und ist auch in der Schwangerschaft unbedenklich anwendbar.

Bei den Cremes handelt es sich um Zytostatika wie beispielsweise Imiquimod oder Cremes mit Extrakten aus grünem Tee. Diese Cremes hemmen die Zellteilung, so dass die infizierten Zellen und damit die Kondylome absterben. Gleichzeitig aktiviert Imiquimod das Immunsystem, das die HPV-Viren angreift und unschädlich macht. Schwangere dürfen die Zellteilung hemmenden Cremes nicht verwenden. In diesem Fall wird der Arzt eine andere geeignete Behandlung auswählen.

Eine weitere Behandlungsmethode ist die Kryotherapie, bei der die Condylomata acuminata mit flüssigem Stickstoff betupft und so vereist werden. Warzenbeete, Buschke-Löwenstein-Tumoren oder schlecht zugängliche Kondylome können per Laser oder auch chirurgisch entfernt werden. Condylomata acuminata können unabhängig von der Behandlungmethode Rezidive bilden und müssen dann erneut behandelt werden.



Vorbeugung

Geschützter Geschlechtsverkehr ist bei häufig wechselnden Sexualpartnern zum Schutz vor der Ansteckung mit HPV-Viren anzuraten. Zusätzlich bietet eine HPV-Impfung gegen die hauptsächlichen Verursacher von Condylomata acuminata Typ 6 und 11 Schutz vor Feigwarzen. Allerdings gibt es auch weitere HPV-Typen, die im Verdacht stehen, Condylomata acuminata zu verursachen, aber nicht in der Impfung enthalten sind.

Bücher über Hauterkrankungen

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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