Condylomata acuminata

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. Dezember 2014
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Condylomata acuminata, auch Kondylome oder Feigwarzen genannt, entstehen nach einer Infektion mit dem HPV-Virus (Humanes Papilloma Virus). Sie befallen sowohl den äußeren als auch inneren Genitalbereich und gehören zu den weltweit am häufigsten auftretenden Geschlechtskrankheiten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Condylomata acuminata?

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Bei Condylomata acuminata handelt es sich um gutartige Hautwucherungen. Die stecknadelkopfgroßen Kondylome können von weiß-grauer, rötlicher oder bräunlicher Farbe sein. Meist stehen die Feigwarzen dicht beieinander. In diesem Fall handelt es sich um großflächige Wucherungen, sogenannte Warzenbeete.

Condylomata acuminata können flach sein, so dass man sie kaum mit dem bloßen Auge erkennen kann, oder aber auch erhaben sein, indem sie blumenkohlartige Formen ausbilden können. In letzterem Fall werden Condylomata acuminata auch als Buschke-Löwenstein-Tumoren bezeichnet.

Ursachen

Die Ansteckung der Condylomata acuminata erfolgt durch das HPV-Virus Typ 6 und 11, die auch als Low-Risk-Typen bezeichnet werden, da sie nicht zu den Auslösern für die Entstehung bestimmter Krebsformen gezählt werden. Die Übertragung des HPV-Virus erfolgt hauptsächlich durch ungeschützte Sexualkontakte, wobei das Virus durch kleinste Hautverletzungen in der Vagina, Scheide, After oder Penis in die oberen Hautschichten eindringen kann.

Nicht immer bilden sich nach einer Infektion Feigwarzen aus. Ein gut funktionierendes Immunsystem kann die Vermehrung der Viren und die Bildung von Condylomata acuminata unterdrücken. Trotzdem sind diese Menschen, auch wenn sie selbst keinerlei Symptome aufweisen, ansteckend und können die Viren bei Sexualkontakten übertragen. Eine weitere Möglichkeit ist die indirekte Ansteckung mit HPV-Viren durch die gemeinsame Benutzung von Handtüchern, auch wenn dies relativ selten der Fall ist. Bei der Geburt können infizierte Mütter das HPV-Virus auf ihr Kind übertragen.

Symptome und Verlauf

Condylomata acuminata löst meist keinerlei Beschwerden aus. Die Inkubationszeit beträgt zwischen drei Wochen und acht Monaten, manchmal sogar einigen Jahren nach der Infektion mit dem HPV-Virus, bis sich die ersten Condylomata acuminata ausbilden. Zunächst entstehen kleine Knötchen, die kaum erkennbar sind. Condylomata acuminata können einzeln auftreten oder zu beetartigen Gebilden zusammenwachsen.

Gelegentlich kann es zu Juckreiz, Brennen oder leichten Blutungen kommen, wenn die Warzen an der Kleidung reiben. Sitzen die Condylomata acuminata in der Scheide oder am Gebärmutterhals, kann auch Ausfluss auftreten. Wachsen die Kondylome weiter, können sie sich zu gutartigen Buschke-Löwenstein-Tumoren entwickeln. In einigen Fällen verschwinden Condylomata acuminata von allein, in anderen Fällen können sie auf andere Körperregionen übergehen.

Diagnose

Zur Diagnose der Condylomata acuminata untersucht der Arzt zunächst den Genitalbereich. Ist der visuelle Befund unklar, wird der Arzt die Condylomata acuminata mit verdünnter Essigsäure betupfen. Handelt es sich um Feigwarzen, verfärben sich die betroffenen Hautareale weiß. In der Scheide oder am Gebärmuttermund liegende Condylomata acuminata können mit einem Spezialmikroskop und einem Abstrich mit anschließender feingeweblicher Untersuchung diagnostiziert werden. Ist der Enddarm oder After betroffen, kommt eine Darmspiegelung, bei Befall des Penis und Harnröhrentraktes eine Harnröhrenspiegelung in Betracht.

Behandlung

Bei etwa 30 Prozent der Betroffenen heilen Condylomata acuminata nach einigen Monaten ohne Behandlung von allein ab. Meist suchen jedoch die Betroffenen sofort nach der Entstehung von Condylomata acuminata ärztlichen Rat, da die Kondylome auch eine große psychische Belastung darstellen. Wichtig ist, dass beide Partner in die Behandlung von Condylomata acuminata einbezogen werden, um eine gegenseitige Neuansteckung zu vermeiden.

Bei der Behandlung von Condylomata acuminata kommen vor allem lokal anzuwendende Cremes und Lösungen zum Einsatz. Dazu zählen Trichloressigsäure, mit denen die Warzen einmal wöchentlich betupft werden. Diese Behandlungsart ist vor allem bei Condylomata acuminata im Schleimhautbereich sehr erfolgreich und ist auch in der Schwangerschaft unbedenklich anwendbar.

Bei den Cremes handelt es sich um Zytostatika wie beispielsweise Imiquimod oder Cremes mit Extrakten aus grünem Tee. Diese Cremes hemmen die Zellteilung, so dass die infizierten Zellen und damit die Kondylome absterben. Gleichzeitig aktiviert Imiquimod das Immunsystem, das die HPV-Viren angreift und unschädlich macht. Schwangere dürfen die Zellteilung hemmenden Cremes nicht verwenden. In diesem Fall wird der Arzt eine andere geeignete Behandlung auswählen.

Eine weitere Behandlungsmethode ist die Kryotherapie, bei der die Condylomata acuminata mit flüssigem Stickstoff betupft und so vereist werden. Warzenbeete, Buschke-Löwenstein-Tumoren oder schlecht zugängliche Kondylome können per Laser oder auch chirurgisch entfernt werden. Condylomata acuminata können unabhängig von der Behandlungmethode Rezidive bilden und müssen dann erneut behandelt werden.

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Vorbeugung

Geschützter Geschlechtsverkehr ist bei häufig wechselnden Sexualpartnern zum Schutz vor der Ansteckung mit HPV-Viren anzuraten. Zusätzlich bietet eine HPV-Impfung gegen die hauptsächlichen Verursacher von Condylomata acuminata Typ 6 und 11 Schutz vor Feigwarzen. Allerdings gibt es auch weitere HPV-Typen, die im Verdacht stehen, Condylomata acuminata zu verursachen, aber nicht in der Impfung enthalten sind.

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