Chronisches Erschöpfungssyndrom (CSF)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. September 2016
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Das chronische Erschöpfungssyndrom wird auch als CFS (chronic fatigue syndrom) oder Enzephalomyelitis bezeichnet. Bisher gilt diese Erkrankung als nicht heilbar und es lassen sich vorrangig keine körperlichen Ursachen, jedoch Symptome finden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das chronische Erschöpfungssyndrom?

Beim chronischen Erschöpfungssyndrom zeigen sich vor allem Symptome, die sich keiner konkreten körperlichen Erkrankung zuordnen lassen. Das Gesamtbild des CFS kann so umfangreich sein, dass es sich oft schwer diagnostizieren lässt.

Zunächst werden meist körperliche Erkrankungen für die vielfältigen Beschwerden gesucht, was die Zeit bis zur endgültigen Diagnose über Jahre hinziehen kann. Es gibt ähnliche Symptomerscheinungen bei anderen Erkrankungen, beispielsweise der Fibromyalgie.

Ursachen

Die Ursachen des chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS) sind bisher nicht nachweislich bekannt, eine konkrete Ursache gibt es nicht. Vermutet wird ein Zusammenhang zu psychischen beziehungsweise psychosomatischen Krankheitsbildern. Als gesichert gilt bisher nur, dass chronische Infektionen in keinem direkten Zusammenhang mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom stehen.

Schwermetallentgiftungen konnten keine Verbesserung oder Heilung erzielen, sondern verschlechterten sogar im Regelfall die Symptomatik. Letztendlich besteht eine Vermutung darin, dass der Stoffwechsel zwischen Immun-, Hormon- und Nervensystem aus der Balance geraten ist.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Die Symptomatik des chronischen Erschöpfungssyndroms ist vielfältig. Insgesamt zeigt sich eine übermäßige, bleiernde, körperliche, wie auch seelische Erschöpfung nach körperlicher oder geistiger Arbeit. Die besonderen Kennzeichen sind vor allem ständige Müdigkeit, die sich auch durch ausreichenden oder sogar teils übermäßigen Schlaf einfach nicht bessern lässt, Außerdem kommen noch Kopf-, Glieder-, Gelenk- und Muskelschmerzen hinzu.

Patienten können sich oftmals auch schwer konzentrieren und haben Empfindungen, die bis zur Benommenheit reichen. Die betroffenen Personen haben nicht die Möglichkeit, sich durch Erholungs- und Entspannungsübungen zu regenerieren, da die Wirkung solcher Angebote nicht nachhaltig ist. Frauen sind von der Erkrankung häufiger betroffen als Männer, vergleichsweise etwa doppelt so oft.

Diagnose

Die Diagnose des chronischen Erschöpfungssyndroms gestaltet sich für die behandelnden Ärzte sehr schwierig und ist langwierig. Damit die Diagnosestellung des CFS in Erwägung gezogen werden kann, muss das Krankheitsbild ohnehin schon drei bis sechs Monate bestehen.

Andere Erkrankungen, die ähnliche Krankheitsbilder aufweisen, müssen zunächst ausgeschlossen werden. Dies können beispielsweise bösartige Erkrankungen, autoimmune Erkrankungen, Infektionen sowie ähnliche psychische Krankheitserscheinungen, zum Beispiel Depressionen, sein.

Darüber hinaus muss eine Abhängigkeit von Suchtmitteln ausgeschlossen werden. Bis es zu einer Diagnose des chronischen Erschöpfungssyndroms kommt, vergeht in den überwiegenden Fällen mindestens ein Jahr. Mehrere Ärzte stellen Teildiagnosen und arbeiten in Mit- und Weiterbehandlung zusammen, sodass letztendlich nur aus dem Gesamtbild die Krankheitsfeststellung erfolgen kann.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung des chronischen Erschöpfungssyndroms ist bisher nicht einheitlich und zielt eher auf die Linderung der Symptome ab. Teilweise können Kortison- oder Immunpräparate hilfreich sein, in anderen Fällen evtl. Psychopharmaka. Dies ist jedoch nicht bei allen Patienten der Fall und wegen der vielfältigen Nebenwirkungen werden manche Medikamente nicht über einen längeren Zeitraum hinweg verordnet.

Viele der eingesetzten und getesteten Medikamente zeigen auch nur eine anfänglich gute Wirkung, verbessern das Krankheitsbild aber nicht dauerhaft. Nahrungsergänzungspräparate können eine unterstützend positive Wirkung haben. Den meisten Patienten hilft als erstes ein strukturiertes und regelmäßiges Schlafverhalten sowie zwar ausreichende, aber nicht übermäßige Aktivität, die langsam gesteigert wird. Hierbei gilt: Soviel Aktivität wie möglich, aber auch soviel Ruhezeiten wie nötig- denn bei einer Überlastung beginnt der Kreislauf praktisch von neuem und man fängt wieder bei Null an mit der Therapie der CFS.

Ein fein differenziertes und über lange Zeit geplantes Therapiekonzept führen am ehesten zum Erfolg. Einigen Patienten hilft auch eine länger dauernde Psychotherapie, jedoch hat sich eine reine Gesprächstherapie als nicht hilfreich erwiesen. Hier ist nur eine auf den einzelnen Patienten ausgerichtete Verhaltenstherapie ein Weg zum Erfolg. Je mehr der Patient über seine Erkrankung und die Auswirkungen weiß, desto besser kann er angeleitet in aller Regel damit umgehen. Die begleitende Aufklärung und Transparenz zeigt bei diesem Krankheitsbild eine Verbesserung der Symptomatik.

Langfristig gesehen müssen Patient und behandelnde Ärzte immer davon ausgehen, dass die Krankheit des chronischen Erschöpfungssyndroms nicht geheilt, sondern lediglich das Krankheitsbild mit umfangreichen kombinierten Therapieangeboten und ständiger Behandlung gebessert werden kann. Inwieweit die Verbesserung eintritt und ob Beschwerdefreiheit erreicht wird, ist von Patient zu Patient verschieden. Die Behandlungsmöglichkeiten müssen meist erprobt werden, um zu sehen, was sich im individuellen Fall als nachhaltig hilfreich erweist.



Vorbeugung

Dem chronischen Erschöpfungssyndrom vorbeugen kann man in aller Regel nicht, da die Ursachen nicht hinreichend bekannt sind. Man weiß also nicht genau, was eigentlich die Krankheit ansich auslöst. Eine Vorbeugung kann sich somit nur auf einen zu vermeidenden Rückfall in Anfangszustände beziehungsweise starke Einschränkungen der Leistungsfähigkeit beziehen.

Die Behandlung und Beobachtung des Patienten muss dauerhaft auch nach Beschwerdebesserung feinmaschig erfolgen und hilfreiche Therapien sind lange genug einzusetzen. Erlernte Verhaltensweisen sollten vom Patienten beibehalten werden und plötzlich auftretende Belastungssituationen soweit möglich gemieden werden, um eine Überbelastung- und damit erneute Erschöpfung- von Körper und Seele zu vermeiden.

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