Chronischer Schnupfen (Rhinitis)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. September 2016
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Von chronischen Schnupfen (Rhinitis) ist die Rede, wenn der Betroffene dauerhaft unter Schnupfenbeschwerden leidet. Dabei liegt eine permanente Entzündung und Reizung der Nasenschleimhaut vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Chronischer Schnupfen?

Jeder Mensch leidet von Zeit zu Zeit unter einem Schnupfen, der jedoch in der Regel nach wenigen Tagen wieder vergeht. In Deutschland sind allerdings rund 15 Prozent aller Bundesbürger von einem chronischen Schnupfen betroffen, bei dem die typischen Schnupfenbeschwerden auf Dauer anhalten. In der Medizin wird chronischer Schnupfen auch als chronische Rhinitis bezeichnet. Gemeint ist damit eine dauerhafte Entzündung der Nasenschleimhaut. Im Unterschied zum vorübergehenden akuten Schnupfen lässt sich der chronische Schnupfen schwerer behandeln. Es kommt zu einer Verdickung oder Zunahme des Volumens der Nasenschleimhaut innerhalb des Nasenmuschelbereichs.

Ursachen

Die Ursachen für einen chronischen Schnupfen sind mannigfaltig. In den meisten Fällen wird er durch Infektionen von Krankheitserregern wie Viren und Bakterien ausgelöst, die immer wieder Entzündungen hervorrufen. Als weitere häufige Ursache kommen allergische Reaktionen gegen unterschiedliche Stoffe infrage. Dabei kann es sich um Allergene wie Blütenpollen oder Tierhaare handeln.

Ebenfalls denkbare Auslöser sind Reizungen durch sehr kalte oder sehr warme Temperaturen, Stoffe, die sich reizend auf die Nasenschleimhaut auswirken, chemische Dämpfe oder der Rauch von Zigaretten. Selbst durch Gewürze wie Pfeffer kann ein chronischer Schnupfen ausgelöst werden. Bei manchen Menschen sind auch gutartige Geschwülste in der Nasenregion für das Verstopfen der Nase verantwortlich. Ärzte bezeichnen sie als Nasenpolypen. Zu den möglichen Auslösern werden zudem eine schiefe Nasenscheidewand oder Nasentumore gerechnet. Ebenso können bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel Mittel gegen Bluthochdruck, das Anschwellen der Nasenschleimhäute bewirken.

Die Symptome bei einem chronischen Schnupfen sind ähnlich wie beim akuten Schnupfen. So wird das Atmen durch die Nase durch das Anschwellen der Nasenschleimhaut behindert. Darüber hinaus leiden die Patienten unter dem Ausfluss von schleimigem Sekret. Des Weiteren müssen sich die Betroffenen immer wieder räuspern, was darauf zurückzuführen ist, dass das Sekret aus der Nase in den Rachenraum fließt. Wird auch die Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen in Mitleidenschaft gezogen, sind zudem Kopfschmerzen im Bereich des Möglichen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Hält der Schnupfen über einen längeren Zeitraum an, ist es ratsam, sich an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt zu wenden. Dieser nimmt zunächst eine gezielte Befragung des Patienten vor, um den Ursachen des chronischen Schnupfens auf den Grund zu gehen. Des Weiteren wird eine Untersuchung von Nase und Rachen durchgeführt. Ferner findet das Abhören der Lunge statt, um Erkrankungen an diesem Organ oder an den Bronchien auszuschließen. Das Gleiche gilt für eine Entzündung der Rachenmandeln.

In manchen Fällen kann es auch hilfreich sein, eine Rhinoskopie (Nasenspiegelung) durchzuführen. Mit diesem Verfahren erhält der HNO-Arzt Gelegenheit, den Nasenrachenraum genauer zu kontrollieren. Dabei beurteilt er das Innere der Nase. Auf diese Weise sind mögliche Ursachen des chronischen Schnupfens wie eine schiefe Nasenscheidewand, Nasenpolypen oder Nasentumore erkennbar. Für die Nasenspiegelung greift der Mediziner auf ein spezielles Nasenendoskop zurück. Dabei handelt es sich um eine flexible oder starre Röhre, die mit einer Kamera sowie einer Lichtquelle versehen ist.

Eine weitere wichtige Diagnosemethode stellt der Abstrich aus der Nasenschleimhaut dar. Durch eine mikroskopische Untersuchung in einem Labor lässt sich ermitteln, ob eventuell Bakterien für den chronischen Schnupfen verantwortlich sind. Bei Allergieverdacht wird dagegen ein spezieller Allergietest vorgenommen. Dieser Test findet nach dem Abklingen der akuten Beschwerden statt. Der Verlauf des chronischen Schnupfens richtet sich nach dessen Behandlung. Ohne eine entsprechende Therapie geht der permanente Schnupfen nicht so leicht wieder zurück wie ein akuter Schnupfen.

Behandlung und Therapie

Wichtigster Bestandteil der Therapie des chronischen Schnupfens ist das Beseitigen der auslösenden Ursache, die für die Beschwerden verantwortlich ist. Wird der Schnupfen von einer Allergie ausgelöst, muss der Patient die verantwortlichen Substanzen konsequent meiden. Darüber hinaus ist auch eine Behandlung mit Medikamenten möglich. Bei einer bakteriellen Infektion werden meist Antibiotika verabreicht. Werden die chronischen Beschwerden hingegen durch anatomische Probleme wie eine schiefe Nasenscheidewand verursacht, kann mitunter ein operativer Eingriff an der Nase erforderlich sein. Dabei lassen sich auch Fremdkörper, die sich in der Nase festgesetzt haben, entfernen, was nicht selten bei Kindern der Fall ist. Gelegentlich kann zudem das Entfernen von Nasenpolypen erforderlich sein.

Auch das Lindern der Schnupfenbeschwerden ist möglich. Am besten zur Unterstützung eignen sich Salzwasserspülungen, deren Anwendung sich simpel und preiswert gestaltet. Durch die Spülungen wird das schleimige Sekret dünnflüssiger gemacht. Über die Flimmerhärchen der Nase lässt sich das dünnere Sekret dann einfacher abtransportieren und die schädlichen Substanzen werden weggewaschen.Eine lindernde Wirkung entfalten außerdem warme Dampfbäder mit Kamillenblüten, die allerdings nicht zu heiß sein sollten. Sie weisen sowohl einen entzündungshemmenden als auch einen schleimlösenden Effekt auf. Ist das Atmen durch die Nase kaum mehr möglich, weil sie zu stark verstopft ist, sind abschwellende Nasensprays oder Nasentropfen hilfreich. Der heilende Dampf kann anschließend seine Wirkung besser entfalten.

In der akuten Phase des Schnupfens sind abschwellende Sprays oder Tropfen durchaus zu empfehlen. So bringen sie die Schleimhäute zum Abschwellen und lassen den Schleim aus der Nase abfließen. Auf diese Weise werden die Nasenhöhlen wieder besser belüftet und das Atmen verläuft erheblich leichter. Ansonsten droht das Ansammeln des Schleims in den Nasennebenhöhlen, wodurch wiederum das Risiko für eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ansteigt, weil sich die Bakterien dort vermehren. So hilfreich die abschwellenden Präparate auch sind, dürfen sie dennoch nur vorübergehend verabreicht werden. So wird die Nasenschleimhaut auf Dauer von den Wirkstoffen ausgetrocknet, sodass die Patienten immer wieder auf die Nasensprays zurückgreifen müssen, weil die Nase austrocknet.



Vorbeugung

Chronischem Schnupfen vorzubeugen ist schwierig. Anstatt auf die Dauer abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays zu verwenden, sollten besser Behandlungen mit Nasenspülungen oder Dampfbädern erfolgen.

Im Falle einer Allergie besteht die Möglichkeit, der chronischen Rhinitis durch eine entsprechende Therapie vorzubeugen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang außerdem, sich beim ersten Verdacht auf chronischen Schnupfen an einen HNO-Arzt zu wenden.

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