Chronischer Schnupfen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. September 2016
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Von einem chronischen Schnupfen spricht man, wenn die Nase dauerhaft gereizt ist, die Nase ständig läuft und die typischen Symptome eines Schnupfens mehrere Wochen oder gar Monate anhalten. Dieser schließt sich meist an einen akuten Schnupfen an.

Inhaltsverzeichnis

Was ist chronischer Schnupfen?

Der chronische Schnupfen oder die Rhinitis, wie die Mediziner diesen nennen, ist die Begleiterscheinung einer Erkältung und kann in diesem Zusammenhang ebenso bei einer Allergie auftreten.

Vor allem in der kalten Jahreszeit erkranken unzählige Menschen an einem Schnupfen, der meist harmlos ist und innerhalb weniger Tage von selbst wieder verschwindet. Kehrt dieser jedoch ständig wieder zurück oder bleibt für einen längeren Zeitraum bestehen, spricht man von einer chronischen Rhinitis.

Ursachen

Die Ursachen für einen chronischen Schnupfen sind äußerst vielfältig. Wer häufig an Erkältungen leidet, ist ebenso gefährdet, einen chronischen Schnupfen zu bekommen wie Menschen mit Allergien. Wer eine besonders sensible Nase hat, reagiert auf diese unter Umständen mit einem chronischen Schnupfen. Abgase, Zigarettenrauch oder andere Reizgase können eine empfindliche Nase bereits reizen.

Häufig sind auch anatomische Veränderungen der Nase oder des Nasen-Rachenraumes der Auslöser für einen chronischen Schnupfen. Insbesondere Patienten mit einer krummen Nasenscheidewand sind häufig von einem chronischen Schnupfen betroffen. Bei Kindern können Fremdkörper in der Nase der Auslöser für den chronischen Schnupfen sein. Nicht zuletzt können bestimmte Medikamente oder auch psychische Faktoren wie Stress einen chronischen Schnupfen auslösen. Zu den Medikamenten gehören unter anderem die Antibabypille oder auch Mittel gegen Bluthochdruck.

In sehr vielen Fällen steckt eine Allergie hinter einem chronischen Schnupfen. Besonders im Frühjahr leiden viele Menschen an einer immerfort laufenden Nase und geröteten Augen. Die in der Luft befindlichen Pollen sind dann der Auslöser. Nur in sehr seltenen Fällen sind bösartige Erkrankungen wie Tumore der Auslöser für einen chronischen Schnupfen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Der chronische Schnupfen ist dadurch gekennzeichnet, dass die Nase ständig läuft beziehungsweise die Nasenatmung behindert ist. Die Nasenschleimhaut ist besonders im Bereich der Nasenflügel stark geschwollen. Zudem läuft Schleim in den Rachen, was wiederum einen Husten beziehungsweise ein Brennen im Hals zur Folge hat. Betroffene Patienten haben das Gefühl, sich ständig räuspern zu müssen.

Ebenso wie beim akuten Schnupfen können weitere Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen beziehungsweise eine allgemeine Abgeschlagenheit hinzukommen. Der Verlauf des chronischen Schnupfens hängt davon ab, wie schnell dieser behandelt wird. Unbehandelt wird dieser nicht so einfach wieder verschwinden wie ein akuter Schnupfen. Nach einer Schilderung der Symptome durch den Patienten wird der behandelnde Hals-Nasen-Ohren Arzt eine Untersuchung der Nase und der Nasennebenhöhlen vornehmen.

Eine Computertomographie wird unter Umständen durchgeführt, um Veränderungen wie Nasenpolypen feststellen zu können. Die Nasenspiegelung, die sogenannte Rhinoskopie, ermöglicht dem Arzt einen genauen Blick in den Rachenraum. Während der Untersuchung mit dem Nasenendoskop lassen sich auch eine schiefe Nasenscheidewand oder Tumore feststellen. Um Bakterien festzustellen, wird häufig ein Abstrich von der Nasenschleimhaut durchgeführt.

Behandlung

Die Behandlung des chronischen Schnupfens richtet sich nach dessen Ursache. Gegen die ständig laufende Nase helfen zunächst Nasensprays recht gut. Allerdings sollte man mit diesen sparsam umgehen, da sie bei zu häufiger Anwendung sogar einen chronischen Schnupfen begünstigen können. Immerhin trocknen diese Mittel die Nasenschleimhaut meist zusätzlich aus. Abschwellende Nasentropfen sollten nicht länger als eine Woche verwendet werden.

Grundsätzlich ist ein chronischer Schnupfen schwerer zu behandeln als ein akuter Schnupfen. Ist eine Allergie der Auslöser für den chronischen Schnupfen, gilt es, diese erfolgreich zu behandeln. Zu diesem Zweck muss allerdings zunächst hergefunden werden, welche Stoffe die Allergie auslösen. Nicht nur Gräser und Pollen können eine Allergie auslösen, sondern auch Hausstaubmilben oder Tierhaare.

Bei anatomischen Fehlstellungen müssen diese unter Umständen operativ korrigiert werden. Unmittelbar nach dem Eingriff bessern sich die Symptome bei den meisten Patienten merklich oder sind sogar ganz verschwunden. Wird der chronische Schnupfen nicht erfolgreich behandelt, kann er sich eventuell zu einer Nasennebenhöhlenentzündung oder einer Mittelohrentzündung entwickeln.



Vorbeugung

Vorbeugen kann man einem chronischen Schnupfen nur bedingt. Ratsam ist es, bei einem akuten Schnupfen ein abschwellendes Nasenspray möglichst nicht über einen zu langen Zeitraum anzuwenden. Empfehlenswerter sind Dampfbäder oder Nasenspülungen. Bei einer Hausstauballergie als Auslöser für den chronischen Schnupfen kann man sich neue Bettwäsche kaufen. Eine sogenannte Sensibilisierung wiederum hilft oft erfolgreich gegen eine Tierhaarallergie.

Bereits bei den kleinsten Anzeichen eines chronischen Schnupfens sollte man einen Hals-Nasen-Ohren Arzt aufsuchen, da sich unbehandelt schnell eine Mittelohrentzündung oder auch eine Entzündung der Nasennebenhöhlen entwickeln kann. Vor allem bei Kindern ist dies ratsam.

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