Chronische Nierenentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Chronische Nierenentzündung

Vorwiegend handelt es sich bei der chronischen Nierenentzündung - der chronischen Glomerulonephritis - um die häufigste Ursache für das Versagen des Organs. Denn jede vierte chronische Nierenschwäche bzw. Niereninsuffizienz wird auf Grund einer chronischen Nierenentzündung ausgelöst. Jedoch kann eine rechtzeitige Behandlung dafür sorgen, dass dauerhafte Schäden verhindert werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine chronische Nierenentzündung?

Die Glomerulonephritis bzw. Nierenentzündung beschreibt unterschiedliche Nierenerkrankungen. Vorwiegend besteht das gemeinsame Merkmal in der Entzündung des Organs bzw. der Erkrankung bestimmter Strukturen bzw. der Nierenrinde oder der äußeren Nierenschicht. Es gibt keine eitrige Entzündungen der Nieren. Eine Nierenentzündung kann jedoch nicht vorgebeugt werden, sodass Risikogruppen regelmäßig ihren Urin untersuchen lassen sollten.

Ursachen

Vorwiegend tritt die chronische Nierenentzündung auf Grund verschiedener Ursache auf, welche primär mit dem Immunsystem zusammenhängen. In erster Linie lagern sich sogenannte Abwehrstoffe in den Glomeruli - den Gefäßknäueln - der Nieren ein und lösen auf Grund der Einlagerung eine Entzündung aus. Entscheidend für die Ursachen sind, ob eine Grunderkennung gegeben ist oder nicht.

Zu den häufigsten Ursachen für eine chronische Nierenentzündung zählen Diabetes mellitus, eine systemische Vaskulitis (wie etwa bei Morbus Wegener), ein systemischer Lupus erythematodes, Krebserkrankungen sowie auch andere Infektionskrankheiten wie Endokarditis oder Hepatitis. In einigen Fällen können auch Medikamente eine Nierenentzündung auslösen. Aus diesem Grund sollten Personen, welche an einer Grunderkrankung leiden, die mitunter eine Nierenentzündung auslösen kann, regelmäßige Urinuntersuchungen durchführen lassen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer chronischen Nierenentzündung:

Die chronische Entzündung zeigt sich vorwiegend in dem veränderten Urin. Vorwiegend bemerkt der Patient einen sehr trüben Urin. Der trübe Urin ist mitunter ein Anzeichen dafür, dass der Urin zu viel Eiweiß enthält. Enthält der Urin nur kleine Mengen an Eiweiß, ist dieser mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Ein weiteres Symptom ist Blut im Urin. Der Urin ist sehr dunkel gefärbt. Jedoch kann die Blutmenge derart gering sein, dass auch hier kein Erkennen mit dem bloßen Auge gegeben ist.

Somit lässt sich das Blut - in vielen Fällen - nur mittels einer mikroskopischen Untersuchung des Urins feststellen. Weitere Symptome sind etwa Kopfschmerzen sowie auch Sehstörungen. Das Problem an der chronischen Nierenentzündung ist, dass der Verlauf deswegen jahrelang nicht bemerkt wird. Tritt kein extrem trüber Urin auf bzw. bemerkt der Patient kein Blut im Urin, wird er wohl auch den hohen Blutdruck bzw. die Kopfschmerzen nicht darauf zurückführen, dass eventuell eine Nierenentzündung vorliegt.

Im Endeffekt sorgt die chronische Entzündung nicht dafür, dass Symptome auftreten, welche in weiterem Sinn den Schluss zulassen, dass der Patient von einer dementsprechenden Krankheit betroffen ist. Jedoch lässt im Laufe der Zeit die Funktion der Nieren nach bzw. kann diese auch versagen. Aus diesem Grund ist im fortgeschrittenen Stadium nur noch eine Nierentransplantation bzw. eine Dialyse möglich.

Diagnose

Der Mediziner untersucht, bei einem Verdacht auf Nierenentzündung, den Urin des Patienten. Hier achtet er primär auf Blut oder Eiweiß im Urin. In einigen Fällen kann der Mediziner das Eiweiß bzw. das Blut mit dem freien Auge erkennen; oftmals muss auch eine mikroskopische Untersuchung erfolgen. In weiterer Folge wird eine Blutuntersuchung angefertigt. Der Mediziner kann etwa durch den hohen Kreatinin-Wert im Blut feststellen, ob eine etwaige Funktionsschwäche der Nieren besteht.

Im weiteren Diagnoseverlauf werden weitere Untersuchungen angeordnet. Der Mediziner wendet dabei die Nierensonographie an (die Niere wird mittels eines Ultraschallgeräts untersucht) bzw. kann auch eine Nierenpunktion veranlassen. Bei der Punktion entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe, welche danach feingeweblich untersucht wird (Nierenbiopsie). Ebenfalls muss der Patient einen Nierenfunktionstest durchführen.

Behandlung und Therapie

Vor allem hängt die Therapie davon ab, weshalb die chronische Entzündung aufgetreten ist. In weiterer Folge wird die Behandlung dahingehend ausgerichtet, ob es sich um eine akute oder chronische Entzündung handelt. Bei der chronischen Nierenentzündung werden vorwiegend die Beschwerden gelindert. Das bedeutet, dass - wenn der Mediziner die chronische Glomerulonephritis feststellt - keine Heilung der Niere mehr möglich ist.

Aus diesem Grund wird die Flüssigkeitszufuhr angepasst, der Blutdruck (im Regelfall hat der Patient einen zu hohen Blutdruck) behandelt und darauf geachtet, dass der Patient eine eiweißarme Ernährung zu sich nimmt. Die weitere Therapie befasst sich mit der Blutwäsche (Dialyse) bzw. mit der Nierentransplantation.

Rezeptfreie Medikamente gegen Nierenentzündung


Vorbeugung

Eine Nierenentzündung kann nicht vorgebeugt werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass regelmäßige Urinuntersuchungen durchgeführt werden. Denn auch die chronische Entzündung der Nieren kann mittels Laboruntersuchungen festgestellt werden. Und dies, noch bevor etwaige körperliche Beschwerden und Symptome eintreten, die in vielen Fällen nicht mit einer Nierenschwäche in Verbindung gebracht wird.

Fakt ist, dass eine Entzündung nicht verhindert werden kann, jedoch kann eine frühzeitige Behandlung sowie Therapie dafür sorgen, dass eine etwaige chronische Form der Erkrankung verhindert werden kann. Risikogruppen sind in erster Linie Personen, welche an Diabetes mellitus leiden bzw. welche auf Grund von diversen Grunderkrankungen viele Medikamente zu sich nehmen müssen.

Bücher über Nierenentzündung

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Chronische Nierenentzündung?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Dario kommentierte am 21.02.2016 um 12:15 Uhr

Wie sieht es nach einer Transplantation der Niere mit der Krankheit aus? Besteht sie weiterhin?