Chorioretinitis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Februar 2016
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Chorioretinitis ist eine entzündliche Reizung des Augenhintergrundes. Unbehandelt oder eine zu spät einsetzende Therapie kann eine Chorioretinitis dauernde Sehkrafteinbußen nach sich ziehen. Sogar eine komplette Erblindung ist eine mögliche Folge der Chorioretinitis.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Chorioretinitis?

Chorioretinitis ist eine gemeinsame Entzündung der Netzhaut (Retina) und Aderhaut (Chorioidea). Die Ärzte unterscheiden anhand der Lokalisation der Infektionsherde mehrere Formen der entzündlichen Augenerkrankung.

Bei der disseminierten Chorioretinits sind verstreut liegende infektiöse Flecken in der Netzhaut sichtbar, während bei der fokalen Chorioretinits (auch Chorioretinits centralis) der Entzündungsbereich um den Sehnerveintritt lokalisiert ist. Neben diesen beiden Hauptformen existieren weitere Varianten, die in der Praxis oft schwer unterscheidbar sind.

Wegen der engen räumlichen und funktionellen Verbindung der Augenanteile sind die Übergansformen zu weiteren Infektionen fließend. Deswegen bezeichnen Ärzte den Begriff der Uveitis (Entzündung der Aderhaut mit Regenbogenhaut und Ciliarkörper) oft gleichbedeutend mit der Chorioretinitis.

Ursachen

Chorioretinitis als entzündliches Krankheitsbild wird in den meisten Fällen durch Infektionserreger ausgelöst. In Betracht kommen hier Mikroben aller Großgruppen, also Bakterien und Pilze sowie einzellige tierische Parasiten. Auch Viren spielen in der Entstehung der Chorioretinitis eine Hauptrolle.

Typischerweise sind es Infektionen, die im Körper außerhalb des Auges ihren Ausgang nehmen und auf die Netzhaut und Aderhaut übergreifen. So war früher die Tuberkulose eine dieser Entzündungen, die eine Chorioretinitis zur Folge hatte. Immer noch ist Syphilis ein bekannter Auslöser der gefährlichen Erkrankung. Eine Vaskulitis (Entzündung der Blutgefäße) stellt ebenfalls ein Risiko für die Entstehung der Chorioretinitis dar.

Virale Infektionen sind besonders im Rahmen einer AIDS-Erkrankung ein Hauptauslöser des Chorioretinitis. Selten ist die Toxoplasmose (Infektion mit tierischen Einzellern) die Ursache für die ernste Augenreizung.

Neben diesen exogenen Ursachen sind es auch innere Krankheiten, die eine Chorioretinitis bedingen können. Im Zuge von Autoimmunerkrankungen kann das körpereigene Abwehrsystem auch den Augenhintergrund angreifen. Diese, zum rheumatischen Formenkreis zählenden Störungen, sind bei Rheumapatienten eine häufige Ursache der Chorioretinitis.

Symptome und Verlauf

Chorioretinitis verläuft schmerzfrei. Der Patient wird sich wegen Sehstörungen beim Augenarzt vorstellen und klagt über ein Abnahme der Sehschärfe oder Trübungen und Schleierbildungen im Sehfeld. Ursache sind die als helle Flüssigkeitsansammlungen auftretenden Entzündungsherde in der Netzhaut sowie eine geschwächte Regenbogenhaut bei gleichzeitiger Uveitis.

Zusätzlich trüben Entzündungssekrete den Glaskörper. Im günstigsten Fall bilden sich diese Symptome der Chorioretinitis vollständig zurück, wenn die Therapie frühzeitig begonnen wurde. Oft kommt es aber zu Vernarbungen in der Netzhaut, die zur Einschränkung der Sehkraft führen können. In gravierenden Fällen ist völlige Blindheit die Folge der Chorioretinitis.

Diagnose

Chorioretinitis ruft Symptome hervor, die den Arzt zu einem routinemäßigen Sehtest veranlassen. Außerdem wird er den Augenhintergrund mit dem Ophthalmoskop bertachten. Dabei stehen zwei Methoden zur Verfügung, die direkte und die indirekte Ophthalmoskopie. Die indirekte Ophthalmoskopie ist dabei besser geeignet, weil sie dem Arzt zwar ein kopfstehendes aber vollständiges und vergrößertes Abbild der Netzhaut liefert. Auch die Eintrübungen des Glaskörpers kann der Mediziner so nachweisen.

Zusätzlich können mit der Fluoreszenzangiografie Gefäße abgebildet werden, die durch die Entzündung geschädigt sind: Das fluoreszierende Kotrastmittel tritt aus den lädierten Blutgefäßen aus, wodurch charakteristische Flecken auf einem Schwarz-Weiß-Film abgebildet werden. Mit all diesen Methoden gemeinsam gelingt der Nachweis einer Chorioretinitis.

Behandlung

Chorioretinitis erfordert zunächst eine ursächliche Bekämpfung der Entzündung. Dies ist in dem Falle möglich, wenn eine mikrobielle Infektion vorliegt. Spezifische Antibiotika können dann eingesetzt werden, wenn ein bestimmter bakterieller Erreger bekannt und nachgewiesen ist. Ist dies nicht gegeben, muss eine Chorioretinitis mit Breitbandantibiotika therapiert werden.

Handelt es sich um einen Pilzbefall, kommen Antimykotika zum Einsatz. In der Regel sind diese Präparate sehr wirkungsvoll, problematischer ist stets der nicht immer zuverlässige Effekt von Virostatika, wenn eine Vireninfektion deren Applikation unumgänglich macht. All diese genannten Medikamente gegen Chorioretinitis verabreicht der Arzt meist als Augentropfen. Noch schneller erreichen die Pharmazeutika ihren Wirkort mit der Spritze. Dabei injiziert der Augenarzt die Lösung direkt in den Augapfel.

Als zweite Schiene in der Entzündungsbekämpfung bei Chorioretinitis sind Glukokortikoide. Das sind kortisonähnliche Medikamente, die auch gleichgerichtet wirken wie ihre biologischen Vorbilder, die zu den Steroidhormonen zählen. Der entzündungshemmende Effekt erstreckt sich auch auf nichtinfektiöse Formen wie bei rheumatoiden Varianten der Chorioretinitis.

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Vorbeugung

Chorioretinitis ist durch ihre vielfältigen Ursachen nur schwer mit allgemeinen Vorbeugemaßnahmen zu begegnen. Zu beachten ist, dass Infektionen im Körper immer übergreifen können und schon deswegen immer einer Behandlung bedürfen.

Auch bei kleinen Sehstörungen empfiehlt sich stets eine Kontrolle durch den Augenarzt, denn dahinter könnte sich auch eine Chorioretinitis verbergen. Besonders gefährdete Menschen wie HIV-Patienten und Rheumatiker sollten daran denken, dass sie auch Risikopatienten für die Ausprägung einer Chorioretinitis sind.

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