Choanalatresie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Oktober 2016
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Die Choanalatresie ist eine Fehlbildung am Übergang vom Nasenraum zum Rachenraum. Sie ist angeboren und erfordert in der Regel eine schnelle Therapie, die schon in den ersten Lebenstagen eines Neugeborenen begonnen werden muss.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Choanalatresie?

Bei der Choanalatresie (Atresia choanae) handelt es sich um einen vollständigen Verschluss der hinteren Öffnung der Nase. Diese Fehlbildung zwischen dem Übergang von Nasen- und Rachenraum besteht von Geburt an. Eine Choanalatresie kann bedingt durch die paarige Struktur der Nasenöffnung einseitig oder auch zweiseitig auftreten. Bei den meisten Fällen handelt es sich um eine einseitige Choanalatresie, wobei der Verschluss der Nasenöffnung knöchern ist und nur selten die Form einer Membran annimmt.

Generell tritt die Choanalatresie eher selten auf. Als Fehlbildung wird diese lediglich bei einer von 5.000 bis 10.000 Geburten beobachtet, wobei die einseitige Choanalatresie etwa fünfmal häufiger auftritt, als die beidseitige Choanalatresie. Gerade bei Säuglingen bis zur 6. Lebenswoche kann eine beidseitige Choanalatresie dazu führen, dass sie beim Trinken unter starker Atemnot leiden, da sie nur eingeschränkt durch den Mund einatmen können. Bei einer einseitigen Choanalatresie ist das Austreten von eitrigem Schleim aus der entsprechenden Nasenöffnung ein mögliches Symptom.

Ein membranöser Verschluss liegt bei etwa zehn Prozent aller Betroffenen vor, bei 90 Prozent der Betroffenen ist der Verschluss knöchern. Die so genannten Choanen bilden als paarige hintere Nasenöffnung den Übergang zwischen Nasen- und Rachenraum. Der Begriff „Atresie“ bezeichnet die fehlende Öffnung dieser Choanen. Liegt ein unvollständiger Verschluss vor, dann spricht man von einer so genannten Choanalstenose.

Ursachen

Bei der Choanalatresie wird auf eine Störung während der embryonalen Entwicklung zurückgeführt. In der 3. bis 7. Embryonalwoche bildet sich in der Regel die hintere Nasenöffnung (Choanen). Dabei reißt die „membrana oro-nasalis“, eine so genannte Epithelduplikatur, zwischen Mundhöhlendach und Riechgrube ein.

Wenn in der embryonalen Entwicklung jedoch eine Störung auftritt, dann reißt diese Membran entweder unvollständig oder aber gar nicht ein, so dass es zu einem unvollständigen (Stenose) oder aber vollständigen Verschluss (Atresie) kommt. Kommt es zu einer versprengten Knochenbildung aus dem mittleren Keimblatt, entsteht ein knöcherner Verschluss.

Die mögliche Folge einer Störung dieser Ausbildung ist die Choanalatresie. Je nach Art der Entwicklungsstörung kann bestimmt werden, ob die Choanalatresie eine membranöse oder knöcherne Struktur aufweist.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Zu den typischen Symptomen einer Choanalatresie gehört vorranging der vollständige Verschluss der hinteren Nasenöffnung. Weiterhin kann es zu Luftnot, einer dominanten Mundatmung sowie eitrigem Nasenschleim kommen. Vor allem bei einer einseitigen Choanalatresie sind die Muscheln der Nase livide verfärbt.

Vor allem bei Säuglingen zeigt die einseitige Choanalatresie erst nach einigen Lebenswochen die typischen Symptome. Sehr früh können die Symptome jedoch bei einer beidseitigen Choanalatresie festgestellt werden, was durch die bei Säuglingen eher seltene Mundatmung erkannt werden kann.

Zudem leiden Säuglinge aufgrund der fehlenden Atmung durch die Nase unter Atemnot beim Trinken, was zu einer verminderten Nahrungsaufnahme führt. Da es auch zu Atemaussetzern kommen kann, kann die Choanalatresie für Neugeborene unter Umständen lebensbedrohlich sein. Bei einer entsprechenden medizinischen Behandlung ist die Prognose für eine Choanalatresie gut.

Diagnose

Besteht aufgrund der geschilderten Symptome der Verdacht auf das Vorliegen einer Choanalatresie, können verschiedene Diagnosemethoden angewandt werden. Eine Diagnose kann zu einem mit einem weichen Katheter, der in die Nase eingeführt wird, gestellt werden. Hierbei wird die Durchgängigkeit vom Nasen- in den Rachenraum überprüft.

Diese Überprüfung ist auch durch eine so genannte Lufteinblasung mittels Ballon möglich. Wenn zur Diagnose weitere Untersuchungen notwendig werden, kann außerdem ein Nasenspekulum oder ein Nasenendoskop eingesetzt werden, mit welchen die Strukturen im Inneren der Nase untersucht werden.

Behandlung und Therapie

Vor allem bei Säuglingen werden bei Vorliegen einer beidseitigen Choanalatresie sofort notfallmedizinische Maßnahmen notwendig. Wichtig ist, dass hier mit einem so genannten Rachentubus die Atemwege des Neugeborenen freigehalten werden. Je nach Schweregrad kann auch eine künstliche Beatmung (Intubation) erforderlich sein. Da es bei Vorliegen der Choanalatresie zu einer Mundatmung kommt, erfolg die Verabreichung von Nahrung in der Regel über eine Sonde.

Wenn bei der Choanalatresie legilich leichte membranöse Verschlüsse vorliegen, können diese in der Regel mit einem Katheter durchbrochen werden. Handelt es sich jedoch um knöcherne Verschlüsse, erfolgt hier eine operative Therapie, die vor allem in den ersten Lebenstagen eines Säuglings provisorisch durchgeführt wird.

Erst nach einigen Wochen oder Monaten erfolgt dann eine abschließende Operation, bei der auch Schienungen zur Freihaltung der Atemwege zum Einsatz kommen. Liegt lediglich eine einseitige Choanalatresie vor, ist – je nach Einschätzung des Arztes – ein Eingriff auch im Schulalter ausreichend. Die Operation kann entweder durch die Nase oder vom Rachenraum aus erfolgen.



Vorbeugung

Einer Choanalatresie kann nicht vorgebeugt werden, da es sich um eine angeborene Fehlbildung handelt. Eine Vorbeugung ist lediglich möglich, um die Symptome nicht zu verschlimmern. Werden Schienungen eingesetzt, um die Atemwege freizuhalten, kann dem Risiko eines Wiederauftretens entgegengewirkt werden.

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