China-Restaurant-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
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Unter dem China-Restaurant-Syndrom wird eine Unverträglichkeit von Glutamat verstanden. Diese äußert sich in Form von Engegefühl im Brustkorb und Kopfschmerzen. Die Beschwerden unterliegen einer Inkubationszeit von 20 bis 30 Minuten und können je nach Ausprägung der Unverträglichkeit einige Stunden anhalten. Den Namen hat das Syndrom asiatischem Essen zu verdanken, welches oft größere Mengen des Stoffes beinhaltet, der die Symptome auslösen soll.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das China-Restaurant-Syndrom?

Glutamat ist ein Salz, das in Restaurants häufig als Geschmacksverstärker verwendet wird. Besonders oft zum Einsatz kommt es bei asiatischem Essen, aber ebenfalls bei Fertigmahlzeiten und im Schnellimbiss. Sensible Menschen können auf den Konsum des Salzes allergisch reagieren.

Glutamat an sich löst jedoch nur bei wenigen Menschen Probleme aus. Es kommt sogar in zahlreichen Lebensmitteln vor. Besonders häufig wird Sojasauce verdächtigt, eine allergische Reaktion hervorgerufen zu haben. Diese wird meistens zu Beginn als undefinierbares Unwohlsein dargestellt. Später kommen unter anderem Übelkeit und Herzklopfen hinzu.

Ursachen

Hinter dem China-Restaurant-Syndrom und seinen Symptomen steckt somit unter anderem eine Unverträglichkeit von Glutamat. Die Unverträglichkeitsreaktion ist jedoch nicht gänzlich unumstritten. Während zahlreiche Wissenschaftler die körperlichen Beschwerden auf den Konsum des Glutamats zurückführen, zweifeln andere diesen Verdacht unter anderem deshalb an, weil die typischen Symptome in asiatischen Ländern bei der Bevölkerung nicht auftreten.

Ein eindeutiger wissenschaftlicher Zusammenhang wurde bisher nicht erbracht. Dass der Verzehr von Glutamat bei sehr empfindlichen Personen zur Überreaktion kommt, ist aber nicht ausgeschlossen. Während manche Forscher dies nicht auf eine Allergie, sondern auf eine Unverträglichkeit zurückführen, die sich erst dann äußert, wenn ein gewisses Level von Glutamat verzehrt wurde, nehmen andere auch hier an, dass es sich meistens um das Zusammenspiel mehrerer Faktoren handelt, bei denen einer ausschlaggebend für eine allergische Reaktion ist.

Glutamat ist Bestandteil von Glutaminsäure, einer nicht-essentiellen Aminosäure des Körpers, welche für diesen überlebensnotwendig ist. Es befindet sich in zahlreichen Lebensmitteln. Zudem fungiert Glutaminsäure als Neurotransmitter im zentralen Nervensystem. Weil die Symptome jedoch vermehrt nach dem Konsum von Gerichten auftreten, die aus mehreren Elementen bestehen, wird als Ursache ein anderer Stoff vermutet. Im Verdacht steht unter anderem eine Histaminintoleranz.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des China-Restaurant-Syndroms:

Zwanzig bis dreißig Minuten nach Aufnahme des allergenen Faktors äußert sich das China-Restaurant-Syndrom durch Mundtrockenheit, Kribbeln und Taubheitsgefühlen im Bereich des Mundes, Juckreiz und gerötete Haut. Zudem kann es zu Hitzeempfindungen, einem erhöhten Herzschlag, Kopfschmerzen, Übelkeit und Gliederschmerzen kommen. Forscher, die das Glutamat für den Auslöser halten, beschreiben, dass die Reaktion meistens erst dann auftritt, wenn in kürzester Zeit hohe Dosen des Stoffes konsumiert wurden.

Die Intoleranz soll bereits im Kindesalter auftreten oder sich erst im fortlaufenden Leben entwickeln. Auch der Zustand des Immunsystems soll Einfluss darauf haben, in welchem Grad eine Person auf Glutamat reagiert. Das allgemeine Unwohlsein kann bereits nach kurzer Zeit verschwinden oder aber einige Stunden anhalten. Hier ist zum einen die aufgenommene Menge von Glutamat ausschlaggebend sowie das Maß, in dem die Unverträglichkeit ausgeprägt ist. Versteckt sich hinter der vermeintlichen Glutamatunverträglichkeit eine Histaminintoleranz, treten dieselben Symptome auf. Deshalb ist eine Diagnose der genauen Ursache entscheidend.

Diagnose

Insbesondere wenn die Symptome vermehrt nach dem Konsum bestimmter Gerichte aufkommen, liegt bereits der erste Verdacht auf eine Unverträglichkeit vor. Diese wird durch eine Provokationsdiagnose festgestellt. Hierbei verabreicht der Arzt dem Betroffenen Glutamat. Ist der Test negativ, kann er auch mit Histamin wiederholt werden. Wenn die Symptome nach Aufnahme des Stoffes auftreten, so gilt eine Unverträglichkeit als diagnostiziert. Da bei Vorliegen einer Histaminintoleranz zugeführtes Histamin lebensbedrohlich werden kann, ist es auch üblich dieses über eine Blutuntersuchung und dem Weglassen von histaminhaltigen Lebensmitteln zu prüfen. Darüber hinaus sollten weitere Allergietests durchgeführt werden, um eventuelle andere Ursachen zu ermitteln.

Behandlung und Therapie

Es ist nicht unüblich, dass eine Unverträglichkeit erst nach langer Zeit diagnostiziert wird, weil die auftretenden Symptome nicht direkt mit der Nahrung in Verbindung gebracht werden. Da die Forschung für eine Glutamatunverträglichkeit noch zu keinem eindeutigen Abschluss gekommen ist, existieren auch noch keine Medikamente, die das Eintreten der Symptome nach Aufnahme des Stoffes verhindern. Stattdessen bleibt Betroffenen nichts anderes übrig, als den Grad ihrer individuellen Intoleranz selbstständig zu testen. Dafür sollten glutamathaltige Lebensmittel zu sich genommen und herausgefunden werden, ab welchem Level Beschwerden auftreten.

Anschließend können Patienten einschätzen, welches Maß an Glutamat sie vertragen und ihren Speiseplan dementsprechend anpassen. Nur so ist es möglich, das Auftreten der Symptome zu vermeiden. Wurden andere Allergien festgestellt, die für die bestehenden Probleme in Frage kommen, so sollten auch diese Erreger nicht weiter konsumiert werden.

Eine Histaminintoleranz wird durch eine histaminarme Diät behandelt. Bei einer sehr starken Ausprägung können Ärzte die Kartoffel-Reis-Diät anordnen, bei der eine Zeit lang nur diese Produkte sowie [[Salz, Zucker und Wasser aufgenommen werden.

Ebenfalls verzichtet werden muss auf Lebensmittel, die dazu führen können, dass der Körper sein körpereigenes Histamin freigibt. Für Histaminintolerante gibt es, im Gegensatz zur Glutamatunverträglichkeit, bereits Medikamente, die vor einer Mahlzeit genommen werden können und die Symptome stark reduzieren.

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Vorbeugung

Allergien oder die Unverträglichkeit von Histamin oder Glutamat können nicht effektiv vorgebeugt werden. Sie treten plötzlich auf, ohne dass ihr Ursprung bisher vollkommen geklärt ist. Es kann jedoch helfen, generell auf einen niedrigen Konsum von Glutamat und Histermin zu achten. Besonders Fertiggerichte sollten vermieden und stattdessen frische Produkte verzehrt werden.

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