Cheilitis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. Juni 2016
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Unter Cheilitis versteht man eine Lippenentzündung. Sie ist keine einheitliche Erkrankung, sondern oftmals ein Symptom einer anderen Grunderkrankung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Cheilitis?

Es existieren mehrere Formen der Cheilitis. So gibt es beispielsweise die Cheilitis granulomatosa, die Cheilitis actinea oder die Cheilitis exfoliativa. Manchmal ist sie Teil einer anderen Erkrankung, wie z. B. beim Melkersson-Rosenthal-Syndrom oder im Rahmen einer Stomatitis. Auch als eigenständige Erkrankung kommt sie vor.

Die häufigste Form ist die Cheilitis simplex. Die Erscheinungsform einer Cheilitis ist vielgestaltig. Man beobachtet Schwellungen, Rhagadenbildung, Rötungen, Geschwüre oder auch Blasen. Eine hartnäckige lang anhaltende Cheilitis sollte unbedingt vom Arzt untersucht werden, weil sie einen ernsten Hintergrund haben kann.

Ursachen

Die Ursachen einer Cheilitis sind vielfältig. Sie kann durch allergische Reaktionen, virale oder bakterielle Infektionen, durch Strahlenbelastung bei einem Sonnenbrand, durch ständiges Lecken oder auch durch eine Präkanzerose beziehungsweise einen Tumor bedingt sein.

Auch im Rahmen einer Systemerkrankung, wie dem Melkersson-Rosenthal-Syndrom kann sie auftreten. Dieses Syndrom äußert sich durch plötzlich erscheinende Schwellungen an Lippen und Augen, einer zerfurchte Zunge und Gesichtslähmungen. Seine Ursache ist weitgehend unbekannt.

Allerdings beobachtet man oft ein gemeinsames Auftreten mit Morbus Crohn, was auf eine Autoimmunerkrankung hindeutet. Weitere Ursachen einer Cheilitis können auch ein Eisenmangel oder eine Medikamentenunverträglichkeit sein.

Die Cheilitis simplex wird meist durch Allergien, mechanische Beanspruchung durch ständiges Lecken oder Schnullertragen oder auch durch Nebenwirkungen einer medikamentösen Behandlung hervorgerufen. Eine durch UV-Licht provozierte Cheilitis nennt man Cheilitis actinica.

Bei systemischen Ursachen, wie Immunschwäche, Diabetes mellitus, Eisenmangel oder anderen Grunderkrankungen bildet sich oft die Cheilitis angularis aus, welche sich durch sehr schmerzhafte Einrisse (Rhagaden) in den Mundwinkeln manifestiert. Andere seltene Formen einer Cheilitis werden durch bakterielle Infektionen verursacht.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Cheilitis:

Je nach Ursachen und Grunderkrankungen einer Cheilitis treten auch unterschiedliche Symptome auf. Eine Cheilitis simplex äußert sich durch raue, gerötete und spannende Lippen. Manchmal kommt es zu Geschwüren, Schuppen und Rhagaden.

In seltenen Fällen beobachtet man auch Bläschenbildung. Säurehaltige Speisen und Getränke verursachen häufig brennende Schmerzen. Bei einer chronischen Cheilitis actinica handelt es sich um eine Präkanzerose eines Plattenepithelkarzinoms.

Eine Cheilitis angularis wiederum äußert sich in sehr schmerzhaften Mundwinkelrhagaden. Das Hauptsymptom einer Cheilitis granulomatosa, welche auch im Zusammenhang mit dem Melkersson-Rosenthal-Syndrom auftritt, ist die Schwellung der Lippen. Bei einer bakteriell bedingten Cheilitis beobachtet man häufig ein schleimig-eitriges Sekret, Geschwüre und Verkrustungen auf den Lippen.

Diagnose und Verlauf

Eine Cheilitis lässt sich leicht durch Augenschein diagnostizieren. Die Herausforderung besteht in der Ermittlung der Ursache der Erkrankung. Zunächst wird sich der Arzt nach dem Verlauf und anderen Symptomen der Erkrankung erkundigen. Auch eventuelle Vorerkrankungen fließen in die Ursachensuche mit ein.

Je nach Verdachtsdiagnose folgen dann Laboruntersuchungen. Dabei werden differenzialdiagnostisch eventuelle andere Erkrankungen, wie beispielsweise ein Angioödem, ausgeschlossen. Allergietests geben eventuelle Hinweise auf eine allergisch bedingte Cheilitis.

Weiterhin werden mittels Abstrichs am betroffenen Gewebe mögliche bakterielle Erreger bestimmt. Durch Blutuntersuchungen kann auch ein Eisenmangel festgestellt werden. Tritt die Cheilitis jedoch im Rahmen einer anderen Grunderkrankung auf, werden diese Untersuchungen in die Gesamtdiagnostik des Krankheitsgeschehens mit eingebettet.

Behandlung

Die Behandlung einer Cheilitis richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Eine Cheilitis simplex wird mit pflegenden Cremes und Salben behandelt. Kurzzeitig können auch kortisonhaltige Salben verwendet werden. Bestehen nässende und aufgesprungene Stellen, werden auch feuchte Auflagen mit antiseptischen und wundheilenden Zusätzen eingesetzt.

Bei Cheilitis angularis richtet sich die Therapie nach der auslösenden Ursache. Diese Form der Cheilitis ist ja meist Teil einer systemischen Erkrankung oder wird durch eine Immunschwäche hervorgerufen. Zunächst werden Vaselinsalben oder Zinkpasten aufgetragen. Dabei bessern sich bereits oft die Symptome. Je nachdem, ob eine Pilz- oder Bakterieninfektion vorliegt, werden dann Antimykotika oder Antibiotika angewendet.

Bei schweren bakteriellen Infektionen mit Lippennekrose müssen neben einer systemischen Antibiotikabehandlung die Lippen auch operativ behandelt werden. Die Behandlung einer autoimmunologisch bedingten Cheilitis, wie bei Cheilitis granulomatosa, erfolgt medikamentös mit Antirheumatika und lokaler Applikation mit Glukokordikoiden.



Vorbeugung

Einer Cheilitis vorzubeugen ist nur begrenzt möglich. Auch das richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Sind Allergien bekannt, die unter anderem zu Reaktionen an den Lippen führen, sollten die entsprechenden Allergene gemieden werden.

Des Weiteren sollte empfindliche Haut nicht zu lange einer intensiven Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, um einen Sonnenbrand zu vermeiden. Viele systemische Erkrankungen, welche auch eine Cheilitis hervorrufen können, werden durch eine ungesunde Lebensweise begünstigt. Dazu gehört zum Beispiel Diabetes mellitus.

Da neben Diabetes auch Eisen- und Vitaminmangel zu einer Schwächung des Immunsystems und damit zu einer Cheilitis führen kann, wird zu dessen Vermeidung eine ausgewogene Ernährung und körperliche Aktivität empfohlen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Herzing kommentierte am 03.04.2016 um 09:59 Uhr

Bei mir wurde Chelitis actinica an der Unterlippe festgestellt. Nun soll das krankhafte Lippenrot abgetragen werden und die innere Lippenschleimhaut genutzt werden. Mit einer operativen Behandlung. Ist das zweckmäßig?

klein kommentierte am 26.07.2016 um 17:44 Uhr

Ich habe gerade die zweite Lichttherapie bekommen. Die OP ist die letzte Lösung, aber massiv. Die Lichttherapie wird nicht von den Kassen übernommen, führt aber durch entzündliche Prozesse zu einer Gewebeerneuerung/Verjüngung. Die erste Einheit vor zwei Wochen war schmerzhaft, aber auszuhalten und zeigte schon sehr gute Ergebnisse. Kann ich nur empfehlen.

Luna kommentierte am 16.10.2016 um 16:21 Uhr

Ich habe seit einem Jahr dauerhaft Cheilitis Granulomatosa. Es ist jetzt das zweite Mal. Nach Cortisoneinnahme hatte ich jetzt Remicade bekommen. Leider hat die Therapie nicht gewirkt. Jetzt soll ich es mit Fumaderm versuchen und wenn das nicht hilft Lampren.
Hat noch jemand die gleiche Krankheit und kann mir eventuell weiterhelfen?