Chagas-Krankheit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Dezember 2014
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Bei der Chagas-Krankheit handelt es sich um eine schwere Infektionskrankheit, die von Raubwanzen übertragen wird. Am häufigsten sind Menschen aus Regionen im ländlichen Lateinamerika betroffen. Behandelt wird die Chagas-Krankheit durch die Gabe von Antiprotozoika.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Chagas-Krankheit?

Die Chagas-Krankheit, auch südamerikanische Thrypanosomiasis genannt, ist eine durch Raubwanzen übertragene Infektionskrankheit. Wie der Name schon verrät, tritt diese Erkrankung hauptsächlich in Süd- bzw. Lateinamerika auf. Es wird geschätzt, dass in lateinamerikanischen Ländern bis zu zehn Millionen Menschen infiziert sind.

In ländlichen Regionen Süd- und Mittelamerikas tritt die Chagas-Krankheit besonders häufig auf. In den letzten Jahrzehnten wurden vermehrt Fälle der Chagas-Krankheit außerhalb Lateinamerikas beobachtet. Dieses Phänomen ist durch die verbesserte Mobilität zu erklären. Auch Menschen lateinamerikanischer Herkunft, die in andere Länder auswandern, können die Krankheit einschleppen.

Ursachen von Chagas-Krankheit

Bei der Chagas-Krankheit handelt es sich um eine Infektionskrankheit, welche durch Parasiten hervorgerufen wird. Eine bestimmte Art von Raubwanze überträgt den Erreger. Am häufigsten wird die Chagas-Krankheit in der Nacht übertragen; die nachtaktiven Parasiten saugen Blut bei schlafenden Menschen.

Die Raubwanzen defäkieren während sie Blut saugen. Durch den Stich ergibt sich eine kleine Hautverletzung, durch die der infektiöse Kot der Tiere in den menschlichen Körper eindringen kann. Da Raubwanzen vor allem an Stellen mit dünner Haut stechen, kann eine Infektion auch über die Schleimhäute erfolgen. Sticht die Raubwanze zum Beispiel in Augennähe und wischt sich die betroffene Person nach dem Aufwachen über die Augen, kann der Erreger über die Schleimhaut der Augen eindringen.

Die Chagas-Krankheit kann darüber hinaus von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden. Eine Übertragung kann auch durch das Stillen erfolgen. Außerdem können infizierte Tiere wie Hunde, Katzen oder Nagetiere die Krankheit auf den Menschen übertragen. In seltenen Fällen kommt es zu einer Übertragung der Chagas-Krankheit durch infizierte Blutkonserven.

Symptome und Verlauf von Chagas-Krankheit

Typische Symptome der Chagas-Krankheit:

Das erste Symptom, welches bei der Chagas-Krankheit auftritt, ist eine teilweise schmerzhafte Schwellung rund um die Stichwunde der Raubwanze. Typischerweise sind dünne Hautpartien wie die Haut rund um Mund oder Augen betroffen. Besonders charakteristisch ist das sogenannte Romana-Zeichen; dabei handelt es sich um eine Entzündung in der Nähe des Auges, welche durch den Stich der Raubwanze hervorgerufen wird.

Die akute Phase der Chagas-Krankheit tritt bei einem Drittel der Infizierten auf. Dabei treten Symptome wie Atemnot, Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall und Herzschmerzen auf. Es kann auch zu einer Schwellung der Lymphknoten kommen. Nachdem die akuten Symptome abgeklungen sind, erfolgt der Übertritt in die chronische Phase. In dieser Phase der Erkrankung sind Herzprobleme sowie Magen-Darm-Beschwerden typisch. Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann es im weiteren Verlauf zu schweren Komplikationen wie einem Darmdurchbruch und dem Tod des Betroffenen kommen.

Diagnose von Chagas-Krankheit

Die Chagas-Krankheit lässt sich am besten in der akuten Phase der Erkrankung diagnostizieren. In dieser frühen Phase können die Krankheitserreger mittels einer Blutuntersuchung identifiziert werden. Etwas komplizierter gestaltet sich die Diagnose, wenn die Chagas-Krankheit das chronische Stadium erreicht hat.

Hier erfolgt die Diagnose meist anhand von Antikörpertests. In lateinamerikanischen Ländern wird zur Diagnose häufig der Trypanosomentest durchgeführt. Dabei wird eine gezüchtete und parasitenfreie Raubwanze auf die Patientenhaut gebracht. Einige Wochen danach wird untersucht, ob der ausgeschiedene Kot der Wanze die Parasiten aufweist.

Behandlung von Chagas-Krankheit

Die Chagas-Krankheit muss nach erfolgter Diagnose so rasch wie möglich behandelt werden, da es sich um eine schwere Infektionskrankheit handelt, an der etwa ein Zehntel der unbehandelten Betroffenen stirbt. Obwohl bereits daran geforscht wird, gibt es noch keine Impfung gegen die südamerikanische Thrypanosomiasis.

Besonders bei Babys, Kleinkindern, kranken Menschen und alten Menschen kann die Chagas-Krankheit mit schweren Komplikationen einhergehen und muss unbedingt behandelt werden. Die Therapie der Krankheit erfolgt durch die Gabe von Antiprotozoika. Am häufigsten wird dabei auf Benznidazol bzw. Nifortimox zurückgegriffen. Obwohl es Arzneimittel gibt, gestaltet sich die Behandlung der Chagas-Krankheit häufig als kompliziert und langwierig.

Die Antiprotozoika haben oft schwere Nebeneffekte und wirken häufig nur in den ersten Wochen nach der Infektion, also im akuten Stadium der Erkrankung. In den meisten Fällen gelingt die Bekämpfung des Parasiten durch die Gabe der Antiprotozoika. Die Behandlung der chronischen Form der Chagas-Krankheit ist nur schwer möglich. Auch hier wird versucht die Parasiten im Körper abzutöten. Neben dieser Therapie müssen jedoch auch noch die zahlreichen Krankheitssymptome behandelt werden.

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Vorbeugung von Chagas-Krankheit

Um die Chagas-Krankheit effektiv vorzubeugen, ist es notwendig, die infizierten Raubwanzen aus den eigenen vier Wänden fernzuhalten. Menschen, die in ländlichen Gebieten Lateinamerikas leben, können sich unter anderem durch Moskitonetze an den Fenstern sowie über dem Bett schützen und so der Krankheit entsprechend vorbeugen.

Es gibt auch eine spezielle Wandfarbe, welche als Insektizid wirkt. Die Schlafplätze von Hunden und Katzen sollten außerhalb der Schlafzimmer eingerichtet werden.

Übertragungen durch Blutkonserven können in diesem Zusammenhang verhindert werden, wenn gespendetes Blut stets auf die Chagas-Krankheit getestet wird; in einigen Ländern Südamerikas geschieht dies jedoch nicht routinemäßig.

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