Brustwarzenentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 12. Juni 2017
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Die Mastitis - oder auch Brustwarzenentzündung - tritt vor allem während der Stillzeit bei der Frau auf. Aber nicht nur Frauen können unter einer Entzündung der Brust bzw. Brustwarze leiden; auch Männer (vor allem wenn die Brustwarze beim Laufen an einem nicht sachgemäßen Bekleidungsmaterial reibt) können von dieser Entzündungskrankheit betroffen sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Brustwarzenentzündung?

Die Mastitis oder auch Brustwarzenentzündung bzw. Brustentzündung kann mitunter durch Bakterien verursacht werden. Vor allem betrifft die Infektion die Brustdrüse der Frau. Kleine Verletzungen an der Haut sind oftmals ausreichend, dass sich die Bakterien einnisten und somit eine Infektion auslösen.

Vor allem tritt die Brustwarzenentzündung nach der Schwangerschaft bzw. während der Stillzeit auf. Statistisch ist jede 20. Frau - während der Stillzeit - von einer Brustwarzenentzündung betroffen.

Ursachen

Die Entzündung der Brustwarze kommt im Regelfall einseitig vor. Auf Grund kleiner Hautverletzungen an der Brustwarze, die beim Stillen entstehen, können Bakterien eindringen. Durch die Bakterien wird in weiterer Folge eine Entzündung bzw. Infektion ausgelöst. Klassische Hautkeime - wie unter anderem der Staphylokokkus aureus - sind typische Auslöser für eine derartige Infektion. Dieser Keim befindet sich etwa im Mund des Säuglings und kann durch die Hautverletzung übertragen werden.

Aber auch ein Milchstau, eine falsche Anlagetechnik des Kindes beim Stillen oder auch bereits wunde Brustwarzen begünstigen die Entzündung. Selbst Stoffwechselerkrankungen, Hormonstörungen oder Medikamente können eine dementsprechende Brustwarzenentzündung auslösen. Aber auch Männer, bei welchem die Brustwarze an der Kleidung reibt bzw. das Material unsachgemäß ist, können von einer Brustwarzenentzündung betroffen sein.

Wann zum Arzt?

Schmerzen an der Brustwarze, die nach einem intensiven sexuellen Erleben entstehen, müssen in den meisten Fällen nicht von einem Arzt abgeklärt werden. Die Brustwarze ist überreizt und wird nach einigen Tagen der Ruhe sowie Schonung im Normalfall wieder beschwerdefrei sein. Stellen sich Beschwerden durch den Stillvorgang ein, sollte die Rücksprache mit der Hebamme gesucht werden. Meist genügt eine Änderung der Stilltechnik, um eine Linderung der Symptome zu erzielen.

Halten die Beschwerden über mehrere Tage unvermittelt an oder nehmen sie an Intensität zu, ist ein Arztbesuch notwendig. Breiten sich die Entzündungen weiter über die Brust aus, sind ebenfalls ärztliche Untersuchungen einzuleiten. Bei Schmerzen des Brustgewebes, Schwellungen oder Hautveränderungen, ist ein Arzt zu konsultieren, um die Ursache der Symptome zu diagnostizieren. Sind offene Wunden vorhanden, können Keime in den Organismus gelangen und Krankheiten auslösen. Ein Arzt ist daher frühzeitig zu konsultieren, wenn die Beschädigungen der Haut in tiefere Hautschichten vordringen.

Treten Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Erschöpfung oder Abgeschlagenheit auf, muss ein Arzt aufgesucht werden, da weitere Erkrankungen vorliegen. Die Brustwarzenentzündung kann zu einer emotionalen Überforderung führen. Angst, Gereiztheit oder Stimmungsschwankungen sind möglich. Der Betroffene sollte einen Arzt aufsuchen, wenn er den Zustand als beeinträchtigend bei der Bewältigung seines Alltags wahrnimmt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Brustwarzenentzündung:

Klassische Symptome sind Fieber, Schwellungen der Brust bzw. Brustwarze, Hautrötungen sowie auch Brustschmerzen. Zu Beginn der Infektion klagt der Patient über eine schmerzende Brust, wobei die Schmerzen einseitig sind. Ebenfalls kann die Körpertemperatur auf über 38,5 Grad ansteigen. Die Person ist erschöpft, klagt über Schüttelfrost und kann mitunter auch einen Ausschlag auf der Brust bzw. bei der Brustwarze erkennen.

Ebenfalls kann, während der Stillzeit, die Milch Blutbeimengungen aufweisen bzw. eitrig sein. Liegt eine starke Entzündung der Brustwarzen vor, sind mitunter die Lymphknoten im Achselbereich geschwollen und reagieren bei Druck schmerzhaft. Wartet der Patient zu lange mit der Behandlung, können Abszesse entstehen, die chirurgisch entfernt werden müssen.

Diagnose

Der Mediziner stellt die Diagnose oftmals auf Grund der geschilderten Beschwerde und Symptome des Patienten. Auch ein Tastbefund gibt einen Aufschluss darüber, ob eine Brustwarzenentzündung vorliegt. Gesichert wird die Diagnose mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung. Bei einer auffällig aussehenden Brustwarze wird ein Abstrich vorgenommen und auf Erreger getestet. Ebenfalls lässt der behandelnde Arzt eine Blutuntersuchung vornehmen. Dabei wird vor allem das Prolaktin-Hormon im Blut untersucht. Liegt eine erhöhte Prolaktin-Konzentration vor, kann es sich etwa um eine Störung der Schilddrüsen handeln. Die Konzentration kann mitunter auch durch bestimmte Medikamente erhöht werden. Der Arzt muss des Weiteren auch Brustkrebs ausschließen. Dies ist mit der Mammographie möglich. Ebenfalls kann der Arzt auch eine Biopsie bzw. Gewebeprobe anordnen.

Komplikationen

Da die Brustwarzenentzündung fast nur bei stillenden Müttern vorkommt, liegt die wichtigste medizinische Komplikation nahe. Unter diesen Bedingungen kann die Mutter nur unter Schmerzen oder schlimmstenfalls gar nicht weiter stillen, bis die Brustwarzenentzündung abgeklungen ist. Handelt es sich nur um eine leichte Form, kann die Mutter versuchen, die Milch abzupumpen oder die Brust von Hand zu entleeren, vielleicht kann der Säugling auch weiter trinken. Bei einer schweren Brustwarzenentzündung ist das allein aufgrund der Schmerzen gar nicht mehr möglich. Das Kind spürt natürlich auch die Anspannung der Mutter beim Stillen und kann dadurch in der Nahrungsaufnahme behindert werden.

Schlimmstenfalls kommt es immer wieder zu neuen Brustwarzenentzündungen und die Mutter entscheidet sich schließlich dafür, früh abzustillen. Muttermilch ist jedoch die beste Form der Nahrung für einen Säugling und die Umstellung auf Flaschennahrung kann für das Baby weitere Schwierigkeiten mit sich bringen, etwa Verdauungsprobleme in der Anpassung. Bei schweren Brustwarzenentzündungen, die nicht mehr von alleine verschwinden oder auf sanftere Formen der Behandlung nicht schnell genug oder gar nicht anspringen, braucht die betroffene Frau möglicherweise Antibiotika, da eine anhaltende Infektion dem Immunsystem nicht gut tut und natürlich auch ständige Schmerzen verursacht. Antibiotika machen jedoch möglicherweise ein Abstillen des Säuglings erforderlich, da dieser die Antibiotika nicht aufnehmen darf.

Behandlung und Therapie

Ein Abstillen - während einer Entzündung der Brustwarzen - ist nicht notwendig. Vor allem könnte das Abstillen zusätzlich den Verlauf der Krankheit verschlechtern bzw. sogar die Heilung dahingehend verzögern, dass die Entzündung noch weitere Tage bis Wochen bestehen bleibt. Des Weiteren stellt das Abstillen eine belastende Situation für die Frau dar; oftmals wird das Abstillen sogar als äußerst schmerzhaft empfunden, wenn es sich um eine starke Brustwarzenentzündung handelt.

Es erfolgt im Regelfall eine Antibiotika-Behandlung. Eine Schädigung des Kindes - auf Grund der Fortführung des Stillvorgangs mit Antibiotika - ist nicht möglich. Ist bereits eine Abszessbildung zustande gekommen, ist die medikamentöse Therapie nicht mehr ausreichend. Das Abszess wird vom Mediziner chirurgisch entfernt. Des Weiteren wird die Wunde danach mit antiseptischen und antibiotischen Lösungen gereinigt.

Wichtig ist die Behandlung mit kühlenden Maßnahmen. Vor allem Coolpacks oder auch Kohlwickel helfen, dass die Entzündung und Symptome gelindert werden. Hat der Mann jedoch eine Brustwarzenentzündung, wird oftmals mit Salben versucht, dass diese in den Griff bekommen wird. Wichtig ist, dass er das Material der Kleidung wechselt bzw. darauf achtet, dass er eine andere Kleidung beim Laufen anzieht.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung ist nur bedingt möglich. Wichtig ist, dass beim Stillen eine Ruhe herrscht bzw. beide Teile entspannt sind. Nicht nur das Kind sollte sich wohlfühlen, auch die Mutter benötigt Ruhe und Entspannung. Ebenfalls sollte die Mutter darauf achten, dass das Kind während des Stillens nicht mit der Brustwarze im Mund einschläft. Bei den ersten Anzeichen einer Entzündung ist es wichtig, dass ein Arzt konsultiert wird.

Nur bei einer rechtzeitigen Diagnose und Behandlung kann die Entzündung - bevor sie tatsächlich ihren schmerzhaften Höhepunkt erzielt - verhindert werden. Männer hingegen können die Entzündung der Brustwarzen dahingehend vorbeugen, dass sie andere Kleidung tragen bzw. bei der Wahl des Materials darauf achten, dass sie nur jene Materialien verwenden, die sie auch "vertragen".

Bücher über Frauenbeschwerden

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Ludwig, M.: Gynäkologische Endokrinologie. Ein Handbuch für die Praxis, 2.Auflage, optimist Fachbuchverlag, 2011
  • Kuhl, H.: Sexualhormone und Psyche: Grundlagen, Symptomatik, Erkrankungen, Therapie,1. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2002
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Weyerstahl, T., Stauber, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kirschbaum, M., et al.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2005

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

kommentierte am 19.05.2017 um 13:58 Uhr

Ich bin weder schwanger noch war ich schwanger. Ich hatte vor 3 Jahren schon einmal eine Brustentzündung wo sich eine eitrige Zyste gebildet hat, wo dass Eiter aber nicht selbst abfließen konnte. Es wurde zu jener Zeit ein Einstich vorgenommen um das Eiter heraus zu ziehen. Bei der täglichen Körperpflege hatte ich aber auch eine sehr große Blase gebildet auf meiner Brust die dann aufgeplatzt war. Ich habe jetzt Angst, dass diese Zystenbildung wieder auftritt. Ich bemerke selbst wenn ich mich wasche, dass sich die Brustwarze sehr hart sich anfühlt und sie sehr schmerzhaft ist. Wie kann ich verhindern, dass eine weitere Verschlimmerung eintritt. Ich nehme zur Zeit bei Bedarf großer Schmerzen Ibuflam 600 mg jedoch kann ich diese nicht sehr oft nehmen.