Brauner Ausfluss (Scheidenausfluss)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Mai 2017
StartseiteSymptomeBrauner Ausfluss (Scheidenausfluss)

Brauner Ausfluss (Scheidenausfluss) ist eine Veränderung des natürlichen Scheidenausflusses und geht je nach Grunderkrankung mit begleitenden Symptomen einher. Er ist keine eigenständige Erkrankung, sondern immer nur ein Hinweis auf die Grunderkrankung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist brauner Ausfluss (Scheidenausfluss)?

Eine gewisse Menge des gelblich-weißlichen Scheidenausflusses ist normal. Kleine Veränderungen hängen mit dem Hormonhaushalt der Frau zusammen. Eher untypisch ist brauner Scheidenausfluss. Die Farbe variiert von einer leichten, bräunlichen Trübung über rötliches braun bis hin zu einem dunklen Braunton, der eher einem Blutfleck ähnelt. Hierbei muss abgeklärt werden um was genau es sich bei dem Sekret handelt. Nicht zu verwechseln ist brauner Scheidenausfluss nämlich mit einer Zwischenblutung oder bei jungen Mädchen mit dem Einsetzen der Periode. In diesem Fall liegt keine krankhafte Veränderung vor.

Bei braunem Scheidenausfluss kann es zu kleinen Blutbeimengungen, unangenehmen Geruch oder klumpiger Konsistenz des Ausflusses kommen, je nachdem, welche Grunderkrankung zugrunde liegt. Manchmal geht brauner Ausfluss auch mit Schmerzen im Unterbauch oder einem Jucken und Brennen in der Intimzone einher, was ebenfalls abhängig vom Krankheitsauslöser ist.

Ursachen

Häufigste Ursachen für braunen Scheidenausfluss sind:

Charakteristisch für alle Formen ist ein verstärkter Ausfluss sowie ein Juckreiz und Brennen im Scheidenbereich.

Zwar sind Pilzinfektionen recht häufig die Ursache von starkem Ausfluss, allerdings kann es sich gerade bei deutlich bräunlicher Färbung aber auch um eine Infektion mit dem Humanen Papillomvirus (HPV) handeln, der auch im Verdacht steht, Gebärmutterhalskrebs auszulösen. Zunächst aber löst die Infektion unangenehme Feigwarzen aus, währenddessen kann es zu braunem Scheidenausfluss kommen.

Eine eher freudige Ursache ist eine frühe Schwangerschaft. Durch hormonelle Veränderungen und die Bildung eines Pfropfes am Muttermund sowie der Einbehaltung der Gebärmutterschleimhaut für das werdende Leben gehen mit Blut einher. Es kann immer einmal vorkommen, dass doch etwas altes Blut abgestoßen wird, der einfachste Weg nach draußen führt über die Scheide.

Brauner Scheidenausfluss kann ein Anlass für einen Schwangerschaftstest sein; ist die Schwangerschaft schon bekannt, sollte man ihn zwar beim nächsten Termin ansprechen, muss sich aber keinerlei Sorgen machen, solange er nur leicht bleibt. Ist der braune Scheidenausfluss rötlich-braun und erkennbar blutig, sollte ein Frauenarzt aufgesucht werden. Besondere Vorsicht ist in den Wechseljahren geboten, denn es kann sich hierbei um die Vorboten eines Tumors handeln.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bräunlicher Ausfluss aus der Scheide kann verschiedene Ursachen haben, sollte jedoch immer als Warnzeichen gesehen werden. Eine ärztliche Abklärung ist hier unumgänglich, um eine mögliche Erkrankung auszuschließen, gerade bei Frauen in der Menopause. Je eher die Diagnose erfolgt, desto erfolgreicher kann eine Behandlung durchgeführt werden.

Häufig tritt brauner Ausfluss im Zusammenhang mit Zwischenblutungen auf und stellt keinen Grund zur Sorge dar. Zwischenblutungen treten z. B. bei Einnahme der Pille auf. Auch zum Zeitpunkt des Eisprungs oder zu Beginn einer Schwangerschaft sind solche Erscheinungen möglich. Oft ist es jedoch schwierig, zwischen einer Zwischenblutung und einem Ausfluss zu unterscheiden.

Unregelmäßigkeiten im Zyklus sollten unbedingt von einem Frauenarzt abgeklärt werden. Ein brauner Ausfluss kann ein Anzeichen für eine Infektion (z. B. Eierstockentzündung) sein und sollte behandelt werden. Nach erfolgreicher Behandlung sollte er nicht mehr auftreten. Auch bei einer Infektion mit HPV (Humane Papillomviren) kann er ein erstes Anzeichen sein. Diese Viren können den sogenannten Gebärmutterhalskrebs auslösen.

Des Weiteren kann der Ausfluss in Zusammenhang mit gutartigen Wucherungen (z. B. Myomen oder Polypen) auftreten. Werden diese Veränderungen nicht ärztlich beobachtet, kann es zu starken Schmerzen sowie unangenehmen Blutungen kommen. Bei einer Gewebeprobe können auch bösartige Veränderungen festgestellt werden, welche in Zusammenhang mit einem bräunlichen Ausfluss stehen (z. B. Gebärmutterkrebs).

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose des braunen Scheidenausflusses kann jede Frau zunächst durch Beobachtung selbst vornehmen. Brauner Ausfluss durch Beimengung von Blut aufgrund der einsetzenden Periode bedarf meist keiner weiteren Behandlung. Ist die Ursache allerdings unklar sollte der Frauenarzt aufgesucht werden. Der Verlauf hängt ab von der Grunderkrankung - besonders in der Schwangerschaft verschwindet der braune Ausfluss etwa nach der 5. Schwangerschaftswoche wieder von alleine, bei Infektionen dagegen klingt er erst mit dem Abheilen der eigentlichen Infektion wieder ab. Da dies für das Immunsystem eine große Belastung darstellt, sollte man den Grund des braunen Scheidenausflusses in jedem Fall von einem Mediziner abklären lassen und klären, ob eine unterstützende Medikation in Frage kommt.

Komplikationen

Brauner Ausfluss aus der Scheide kann einige Komplikationen verursachen. Im günstigsten Fall handelt es sich um die letzten Tage der Monatsblutung. Diese klingt ab und verursacht in den letzten Tagen statt einer reinen blutigen Ausscheidung einen braunen Ausfluss. Der braune Ausfluss kann auch ein Hinweis auf eine Zwischenblutung sein. Diese tritt bei Stress vermehrt auf. Sobald die Lebensumstände sich normalisieren, verschwindet der Ausfluss. In schweren Fällen handelt es sich jedoch um Anzeichen einer Tumorerkrankung. Diese ist verbunden mit einer Krebstherapie und damit einem operativen Eingriff, sowie einer Chemotherapie.

Als mögliche Nebenwirkungen entstehen seelische Belastungszustände, Angst, Panik, Übelkeit, Erbrechen oder die Unfruchtbarkeit. Brauner Ausfluss kann ein Anzeichen für eine Schwangerschaft sein. Ist diese geplant, herrscht eine erfreuliche Grundstimmung. Kommt sie überraschend und passt nicht in derzeitige Lebensumstände, so drohen eine Reihe von Komplikationen. Psychische Zusammenbrüche, die Umstrukturierung des Lebensablaufs oder eine mögliche Adoption beschäftigen die Betroffenen.

Der braune Ausfluss kann ein Hinweis auf eine ansteckende Geschlechtserkrankung sein. Eine Pilzinfektion, ein bakterieller Befall oder ein eingefangener Virus können zu Stress, einem Unwohlsein und vermindertem Wohlbefinden beitragen. Neben der Frage nach dem Infektionsort und den damit verbundenen zwischenmenschlichen Konflikten, kommt es zu einer Einnahme von Medikamenten. Diese sind mit entsprechenden individuellen Nebenwirkungen verbunden.

Behandlung und Therapie

Bei Infektionen wie mit Pilzen oder HPV kommt bei braunem Scheidenausfluss eine erregerabhängige Behandlung in Frage. Pilze und Bakterien sind meist einfacher zu behandeln als Viren und ihre Folgen (Feigwarzen), da es für Viren anders als bei Bakterien kein Mittel wie Antibiotika gibt, das den Virus selbst abtöten kann. In diesem Fall erfolgt in der Regel eine symptomatische Therapie (Behandlung der Symptome), die es dem Immunsystem erleichtert, die Viren zu bekämpfen.

Tritt brauner Ausfluss während der Schwangerschaft auf, reicht die monatliche oder zweiwöchige Vorsorgeuntersuchung, um auszuschließen, dass die Gesundheit von Mutter und Kind ernsthaft betroffen ist. Auch bei Zwischenblutungen oder dem Verdacht auf die erste Periode, die oft aussieht wie brauner Scheidenausfluss, kann der Gynäkologe zur Abklärung aufgesucht werden. Hier ist zwar keine weitergehende Behandlung erforderlich, er kann jedoch die Sicherheit geben, dass keine Grunderkrankung vorliegt.

Brauner Scheidenausfluss mit blutigen Beimengungen dagegen muss ernst genommen werden, da eine Gewebeveränderung (Geschwulst, Wucherung) vorliegen könnte. Eine Gewebezunahme, ein sogenannter Tumor muss hier nicht unweigerlich eine bösartige Veränderung bedeuten. Häufig handelt es sich um eine gutartige Zellvermehrung. In jedem Fall erfolgt zur Abklärung eine gründliche Diagnostik durch den Arzt. Abhängig von diesem Befund wird dann eine entsprechende Therapie eingeleitet.



Aussicht und Prognose

Brauner Scheidenausfluss ist ein Symptom und keine Grunderkrankung, sodass die Prognose stark von der zugrunde liegenden Erkrankung abhängt. Liegt eine Geschlechtskrankheit vor, so hält der braune Ausfluss meist so lange an, bis diese behandelt wird und die Keimbelastung sich deutlich reduziert hat. Je nach Erkrankung und Grad ihrer Ausprägung kann es sein, dass sich brauner Ausfluss trotz Behandlung über Tage und Wochen hält. Meist gilt das dann auch für die begleitenden Symptome.

Brauner Ausfluss nach einer Geburt dagegen markiert eher das nahende Ende des Wochenflusses. Er folgt auf blutigen Ausfluss und kann von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen nach der Entbindung anhalten. Solange die Frau gut auf die Hygiene achtet und regelmäßig duscht, ist diese Art von braunem Scheidenausfluss unproblematisch.

Handelt es sich dagegen um eine Zwischenblutung, wie sie beispielsweise bei hormoneller Verhütung auftreten kann, ist die Prognose von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Es kann sich um ein einmaliges Auftreten handeln, bei schlechter Verträglichkeit wird es dagegen immer wieder zu Zwischenblutungen mit braunem oder auch blutigem Ausfluss aus der Scheide kommen. Der Zustand bessert sich in diesen Fällen erst, wenn die Frau das Verhütungsmittel abgesetzt und durch eine verträglichere Alternative ersetzt hat - sofern sie überhaupt hormonelle Verhütungsmittel verträgt.

Vorbeugung

Da brauner Scheidenausfluss häufig die Ursache von Geschlechtskrankheiten sind, sind Kondome als Sicherheitsmaßnahme Pflicht. Das gilt nicht nur für wechselnde Partnerschaften und frische Beziehungen, sondern auch dann, wenn man sich der Treue des Partners nicht sicher ist. Veränderungen des Ausflusses können hormonelle Ursachen haben, weshalb hormonelle Verhütungsmittel nach Vorschrift eingenommen werden müssen - das verhindert vermeintlichen braunen Scheidenausfluss in Form einer Zwischenblutung.

Junge Mädchen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, können sich eine Schutzimpfung gegen Gebärmutterhalskrebs durch Humane Papillomviren geben lassen, um selbst bei einer Infektion schlimme Spätfolgen zu verhindern. Darüber hinaus sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen gerade, aber nicht nur bei sexueller Aktivität wichtig, da hierbei viele Ursachen des braunen Scheidenausflusses rechtzeitig erkannt und behandelt werden können.

Bücher über Geschlechtskrankheiten


Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Ludwig, M.: Gynäkologische Endokrinologie. Ein Handbuch für die Praxis, 2.Auflage, optimist Fachbuchverlag, 2011
  • Kuhl, H.: Sexualhormone und Psyche: Grundlagen, Symptomatik, Erkrankungen, Therapie,1. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2002
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Weyerstahl, T., Stauber, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kirschbaum, M., et al.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2005

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Brauner Ausfluss (Scheidenausfluss)?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

cassandra kommentierte am 26.06.2017 um 20:22 Uhr

Ich habe das mit dem braunen ausfluss auch und werde morgen zum Frauenarzt gehen und fragen warum ich es schon 4 Monate habe

Mika kommentierte am 25.02.2017 um 09:31 Uhr

Ich bin 22 Jahre alt. Ich habe seit geraumer Zeit immer wieder Unterleibschmerzen und seit heute nun auch noch braunen bis dunkelbraunen Ausfluss. Ich nehme regelmäßig die Pille, habe aber keine Beziehung und somit auch keinen Sex. Schwangerschaft oder ähnliches kann somit definitiv ausgeschlossen werden. Ich habe mir die ganze Zeit nichts dabei gedacht, dass ich zwischendurch immer wieder mal Unterleibschmerzen hatte. Doch heute nun der braune/dunkelbraune Ausfluss. Das gibt mir doch ein wenig zu denken. Ich werde wohl nächste Woche zum FA gehen und das abklären lassen.

Braun kommentierte am 28.10.2016 um 18:29 Uhr

Hallo,ich bin 46 Jahre alt aber noch nicht in den Wechseljahren aber mach mir Sorgen meine Regel ist jetzt bereits 2 Wochen her und ich habe immer noch braunen Ausfluss. Er riecht normal, manchmal leichtes ziehen im Unterleib, als wenn ich meine Regel bekomme oder halt nach dem Geschlechtsverkehr. War schon beim Gynäkologen, aber der konnte so nichts feststellen, hat aber auch kein Ultraschall gemacht, nur einen Abstrich. Dieser war nicht in Ordnung - eine Zellveränderung. Soll in 3 Monaten zu einem neuen Abstrich kommen, das wäre im Januar. Bin halt jetzt unsicher. Ist das unbedenklich? Kann das mal vorkommen ? MfG

Vanny kommentierte am 22.02.2016 um 14:22 Uhr

Ich habe seit 2 Jahren meine Periode. Vor 3 Tagen ist mir aufgefallen, dass ich braunen Ausfluss habe. Ich hatte noch kein Geschlechtsverkehr und bin noch jung. Meine Mutter hat eine Scheideninfektion (ich weiß aber nicht welche genau) und ich habe schon etwas Angst, dass ich nun auch eine Infektion habe. Ab und zu habe ich auch Unterleibschmerzen außerhalb der Periode und ein Jucken im Intimbereich. Seit 2-3 Monaten habe ich eine verstärkte Blutung (sehr starke Blutung). Ich hoffe auf eine schnelle Antwort.

handrij14 kommentierte am 13.02.2016 um 20:47 Uhr

Ich bin jetzt in einen Zeitraum von einen Jahr zweimal ausgeschabt worden. Ich habe seit etwa zwei bis drei Jahren starke Unterleibsschmerzen. Mein Frauenarzt hat immer wieder Zysten an den Eierstöcken entdeckt, weswegen ich schon zweimal ausgeschabt wurde und eine Bauchspieglung bekam - mit einen Abstand von ca. 5 Monaten. Leider hat mir dies alles nicht geholfen. Mit 14 bekam ich mein erstes Inplanom in den Arm, was ich gut vertragen hatte, da ich die Pille sowie die Dreimonatsspritze leider nicht vertragen hatte. Mit 18 bekam ich mein zweites Inplanom, welches mir leider nicht mehr so half. Vor ca. 4 Wochen mussten sie es raus nehmen, da sie annahmen meine Schmerzen und Zysten kämen da her. Leider war dies nicht der Fall, außerdem blutete ich fast ein halbes Jahr, weswegen mir verschiedene Antibiotika verschrieben wurden. Jetzt nach 4 Wochen ohne Implanom, habe ich immer noch Schmerzen sowie Zysten und braunen Ausfluss. Ich möchte nicht schon wieder operiert werden und danach gesagt bekommen, es wurde nichts gefunden. Zurzeit nehme ich kein Verhütungsmittel. Ich bin 19 Jahre alt, bald 20 und renne von Arzt zu Arzt. Ich hoffe hier eine Antwort zu finden.

blabla kommentierte am 21.10.2015 um 09:06 Uhr

Ich bin 15 Jahre alt und seit einem Jahr in einer Beziehung. Seit heute früh um 5 Uhr habe ich durchgängig starke Unterleibschmerzen, dazu kam brauner Ausfluss. Ich nehme seit knapp einem Jahr die Pille. Ich hoffe, dass mir jemand helfen kann.

Michelle kommentierte am 07.10.2015 um 02:34 Uhr

Ich habe gestern Abend beim Toilettengang kleine Blutstücke bei meinem Urin gehabt und hellrotes Blut. Am nächsten Morgen war wieder alles in Ordnung und heute Abend beim umziehen habe ich braunen Ausfluss in meiner Hose gehabt und es hat ein wenig streng gerochen. Sind das Anzeichen einer Schwangerschaft? Oder ist es eine Krankheit?