Brauner Ausfluss (Scheidenausfluss)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. September 2016
Gesundpedia.deSymptome Brauner Ausfluss (Scheidenausfluss)

Brauner Ausfluss (Scheidenausfluss) ist eine Veränderung des natürlichen Scheidenausflusses und geht je nach Grunderkrankung mit begleitenden Symptomen einher. Er ist keine eigenständige Erkrankung, sondern immer nur ein Hinweis auf die Grunderkrankung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist brauner Ausfluss (Scheidenausfluss)?

Eine gewisse Menge des gelblich-weißlichen Scheidenausflusses ist normal. Kleine Veränderungen hängen mit dem Hormonhaushalt der Frau zusammen. Eher untypisch ist brauner Scheidenausfluss. Die Farbe variiert von einer leichten, bräunlichen Trübung über rötliches braun bis hin zu einem dunklen Braunton, der eher einem Blutfleck ähnelt. Hierbei muss abgeklärt werden um was genau es sich bei dem Sekret handelt. Nicht zu verwechseln ist brauner Scheidenausfluss nämlich mit einer Zwischenblutung oder bei jungen Mädchen mit dem Einsetzen der Periode. In diesem Fall liegt keine krankhafte Veränderung vor.

Bei braunem Scheidenausfluss kann es zu kleinen Blutbeimengungen, unangenehmen Geruch oder klumpiger Konsistenz des Ausflusses kommen, je nachdem, welche Grunderkrankung zugrunde liegt. Manchmal geht brauner Ausfluss auch mit Schmerzen im Unterbauch oder einem Jucken und Brennen in der Intimzone einher, was ebenfalls abhängig vom Krankheitsauslöser ist.

Ursachen

Häufigste Ursachen für braunen Scheidenausfluss sind:

Charakteristisch für alle Formen ist ein verstärkter Ausfluss sowie ein Juckreiz und Brennen im Scheidenbereich.

Zwar sind Pilzinfektionen recht häufig die Ursache von starkem Ausfluss, allerdings kann es sich gerade bei deutlich bräunlicher Färbung aber auch um eine Infektion mit dem Humanen Papillomvirus (HPV) handeln, der auch im Verdacht steht, Gebärmutterhalskrebs auszulösen. Zunächst aber löst die Infektion unangenehme Feigwarzen aus, währenddessen kann es zu braunem Scheidenausfluss kommen.

Eine eher freudige Ursache ist eine frühe Schwangerschaft. Durch hormonelle Veränderungen und die Bildung eines Pfropfes am Muttermund sowie der Einbehaltung der Gebärmutterschleimhaut für das werdende Leben gehen mit Blut einher. Es kann immer einmal vorkommen, dass doch etwas altes Blut abgestoßen wird, der einfachste Weg nach draußen führt über die Scheide.

Brauner Scheidenausfluss kann ein Anlass für einen Schwangerschaftstest sein; ist die Schwangerschaft schon bekannt, sollte man ihn zwar beim nächsten Termin ansprechen, muss sich aber keinerlei Sorgen machen, solange er nur leicht bleibt. Ist der braune Scheidenausfluss rötlich-braun und erkennbar blutig, sollte ein Frauenarzt aufgesucht werden. Besondere Vorsicht ist in den Wechseljahren geboten, denn es kann sich hierbei um die Vorboten eines Tumors handeln.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose des braunen Scheidenausflusses kann jede Frau zunächst durch Beobachtung selbst vornehmen. Brauner Ausfluss durch Beimengung von Blut aufgrund der einsetzenden Periode bedarf meist keiner weiteren Behandlung. Ist die Ursache allerdings unklar sollte der Frauenarzt aufgesucht werden. Der Verlauf hängt ab von der Grunderkrankung - besonders in der Schwangerschaft verschwindet der braune Ausfluss etwa nach der 5. Schwangerschaftswoche wieder von alleine, bei Infektionen dagegen klingt er erst mit dem Abheilen der eigentlichen Infektion wieder ab. Da dies für das Immunsystem eine große Belastung darstellt, sollte man den Grund des braunen Scheidenausflusses in jedem Fall von einem Mediziner abklären lassen und klären, ob eine unterstützende Medikation in Frage kommt.

Behandlung und Therapie

Bei Infektionen wie mit Pilzen oder HPV kommt bei braunem Scheidenausfluss eine erregerabhängige Behandlung in Frage. Pilze und Bakterien sind meist einfacher zu behandeln als Viren und ihre Folgen (Feigwarzen), da es für Viren anders als bei Bakterien kein Mittel wie Antibiotika gibt, das den Virus selbst abtöten kann. In diesem Fall erfolgt in der Regel eine symptomatische Therapie (Behandlung der Symptome), die es dem Immunsystem erleichtert, die Viren zu bekämpfen.

Tritt brauner Ausfluss während der Schwangerschaft auf, reicht die monatliche oder zweiwöchige Vorsorgeuntersuchung, um auszuschließen, dass die Gesundheit von Mutter und Kind ernsthaft betroffen ist. Auch bei Zwischenblutungen oder dem Verdacht auf die erste Periode, die oft aussieht wie brauner Scheidenausfluss, kann der Gynäkologe zur Abklärung aufgesucht werden. Hier ist zwar keine weitergehende Behandlung erforderlich, er kann jedoch die Sicherheit geben, dass keine Grunderkrankung vorliegt.

Brauner Scheidenausfluss mit blutigen Beimengungen dagegen muss ernst genommen werden, da eine Gewebeveränderung (Geschwulst, Wucherung) vorliegen könnte. Eine Gewebezunahme, ein sogenannter Tumor muss hier nicht unweigerlich eine bösartige Veränderung bedeuten. Häufig handelt es sich um eine gutartige Zellvermehrung. In jedem Fall erfolgt zur Abklärung eine gründliche Diagnostik durch den Arzt. Abhängig von diesem Befund wird dann eine entsprechende Therapie eingeleitet.



Vorbeugung

Da brauner Scheidenausfluss häufig die Ursache von Geschlechtskrankheiten sind, sind Kondome als Sicherheitsmaßnahme Pflicht. Das gilt nicht nur für wechselnde Partnerschaften und frische Beziehungen, sondern auch dann, wenn man sich der Treue des Partners nicht sicher ist. Veränderungen des Ausflusses können hormonelle Ursachen haben, weshalb hormonelle Verhütungsmittel nach Vorschrift eingenommen werden müssen - das verhindert vermeintlichen braunen Scheidenausfluss in Form einer Zwischenblutung.

Junge Mädchen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, können sich eine Schutzimpfung gegen Gebärmutterhalskrebs durch Humane Papillomviren geben lassen, um selbst bei einer Infektion schlimme Spätfolgen zu verhindern. Darüber hinaus sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen gerade, aber nicht nur bei sexueller Aktivität wichtig, da hierbei viele Ursachen des braunen Scheidenausflusses rechtzeitig erkannt und behandelt werden können.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Michelle kommentierte am 07.10.2015 um 02:34 Uhr

Ich habe gestern Abend beim Toilettengang kleine Blutstücke bei meinem Urin gehabt und hellrotes Blut. Am nächsten Morgen war wieder alles in Ordnung und heute Abend beim umziehen habe ich braunen Ausfluss in meiner Hose gehabt und es hat ein wenig streng gerochen. Sind das Anzeichen einer Schwangerschaft? Oder ist es eine Krankheit?

blabla kommentierte am 21.10.2015 um 09:06 Uhr

Ich bin 15 Jahre alt und seit einem Jahr in einer Beziehung. Seit heute früh um 5 Uhr habe ich durchgängig starke Unterleibschmerzen, dazu kam brauner Ausfluss. Ich nehme seit knapp einem Jahr die Pille. Ich hoffe, dass mir jemand helfen kann.

handrij14 kommentierte am 13.02.2016 um 20:47 Uhr

Ich bin jetzt in einen Zeitraum von einen Jahr zweimal ausgeschabt worden. Ich habe seit etwa zwei bis drei Jahren starke Unterleibsschmerzen. Mein Frauenarzt hat immer wieder Zysten an den Eierstöcken entdeckt, weswegen ich schon zweimal ausgeschabt wurde und eine Bauchspieglung bekam - mit einen Abstand von ca. 5 Monaten. Leider hat mir dies alles nicht geholfen. Mit 14 bekam ich mein erstes Inplanom in den Arm, was ich gut vertragen hatte, da ich die Pille sowie die Dreimonatsspritze leider nicht vertragen hatte. Mit 18 bekam ich mein zweites Inplanom, welches mir leider nicht mehr so half. Vor ca. 4 Wochen mussten sie es raus nehmen, da sie annahmen meine Schmerzen und Zysten kämen da her. Leider war dies nicht der Fall, außerdem blutete ich fast ein halbes Jahr, weswegen mir verschiedene Antibiotika verschrieben wurden. Jetzt nach 4 Wochen ohne Implanom, habe ich immer noch Schmerzen sowie Zysten und braunen Ausfluss. Ich möchte nicht schon wieder operiert werden und danach gesagt bekommen, es wurde nichts gefunden. Zurzeit nehme ich kein Verhütungsmittel. Ich bin 19 Jahre alt, bald 20 und renne von Arzt zu Arzt. Ich hoffe hier eine Antwort zu finden.

Vanny kommentierte am 22.02.2016 um 14:22 Uhr

Ich habe seit 2 Jahren meine Periode. Vor 3 Tagen ist mir aufgefallen, dass ich braunen Ausfluss habe. Ich hatte noch kein Geschlechtsverkehr und bin noch jung. Meine Mutter hat eine Scheideninfektion (ich weiß aber nicht welche genau) und ich habe schon etwas Angst, dass ich nun auch eine Infektion habe. Ab und zu habe ich auch Unterleibschmerzen außerhalb der Periode und ein Jucken im Intimbereich. Seit 2-3 Monaten habe ich eine verstärkte Blutung (sehr starke Blutung). Ich hoffe auf eine schnelle Antwort.

Braun kommentierte am 28.10.2016 um 18:29 Uhr

Hallo,ich bin 46 Jahre alt aber noch nicht in den Wechseljahren aber mach mir Sorgen meine Regel ist jetzt bereits 2 Wochen her und ich habe immer noch braunen Ausfluss. Er riecht normal, manchmal leichtes ziehen im Unterleib, als wenn ich meine Regel bekomme oder halt nach dem Geschlechtsverkehr. War schon beim Gynäkologen, aber der konnte so nichts feststellen, hat aber auch kein Ultraschall gemacht, nur einen Abstrich. Dieser war nicht in Ordnung - eine Zellveränderung. Soll in 3 Monaten zu einem neuen Abstrich kommen, das wäre im Januar. Bin halt jetzt unsicher. Ist das unbedenklich? Kann das mal vorkommen ? MfG