Boxerfraktur (Mittelhandknochen 5 Fraktur)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Juni 2017
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Unter einer Boxerfraktur wird ein Bruch des 5. Mittelhandknochens (MHK 5 Fraktur) verstanden. Von dieser Verletzung sind nicht selten Boxkämpfer betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Boxerfraktur (MHK 5)?

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Medikamente gegen: Sportverletzungen

Bei der sogenannten Boxerfraktur kommt es zu einem Bruch des fünften Mittelhandknochens (MHK 5 Fraktur). Mediziner bezeichnen die Verletzung auch als Metakarpalfraktur oder Mittelhandfraktur. Hervorgerufen wird der Bruch entweder durch Anpralltraumen im Rahmen von Verkehrsunfällen oder durch Schläge mit der Faust.

Die menschliche Hand ist mit fünf Mittelhandknochen ausgestattet, von denen die Handwurzelknochen mit den Fingerknochen verbunden werden. Auf diese Weise entsteht die Handfläche. Am häufigsten ist der 5. Mittelhandknochen von einem Bruch betroffen. Dabei zeigt sich die Fraktur im Bereich des kleinen Fingergrundgelenks.

Eine Sonderstellung unter den Fingern nimmt der Daumen ein. Der zu ihm verlaufende Mittelhandknochen (Os metacarpale I) stellt über das Sattelgelenk eine Verbindung mit dem Handwurzelknochen Os trapezium (Großes Vielecksbein) her. An diesem Knochen kommt es häufig zu Frakturen. Boxerfrakturen können sowohl geschlossen als auch offen verlaufen. Darüber hinaus ist es möglich, dass sich der Bruch nur auf einen Knochen beschränkt oder aber an mehreren Mittelhandknochen vorkommt.

Boxerfraktur (Bruch im Bereich des 4. oder 5. Mittelhandknochens).

Ursachen

Am häufigsten von einer Boxerfraktur betroffen sind Boxsportler oder Personen, die Schlägereien ausführen. Dabei kann der Bruch zum Beispiel durch harte Schläge mit der Faust gegen feste Gegenstände verursacht werden. Dazu gehören in erster Linie Türen, Wände oder sogar Schädelknochen. Neben dem 5. Mittelhandknochen (Os metacarpale V) wird auch oftmals der 4. Mittelhandknochen (Os metacarpale IV) in Mitleidenschaft gezogen.

In manchen Fällen kommt ein Mittelhandbruch durch unmittelbare Anpralltraumen zustande. Der Bruch des Mittelhandknochens entsteht dann durch Arbeits- oder Verkehrsunfälle. Bei einigen Menschen ist die Mittelhandfraktur die Folge eines Sturzes auf die zurückgebeugte Hand. Die Brüche zeigen sich entweder unverschoben oder verschoben, was sich wiederum auf ihre Behandlung auswirkt. Trotz der Bezeichnung Boxerfraktur kann grundsätzlich jeder Mensch von einem Mittelhandknochenbruch betroffen sein, wenn es bei ihm zu einem ungünstigen Sturz kommt.

Wann zum Arzt?

Treten infolge eines Unfalls oder Schlages mit der Faust Schmerzen in der Hand auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden, damit die Beschwerden abgeklärt werden können. Vor der Einnahme eines Schmerzmedikamentes muss ein Arzt die betroffene Hand mit bildgebenden Verfahren untersuchen, um Risiken und Nebenwirkungen zu besprechen. Bei Schwellungen der Finger oder der Handinnenfläche sollte ein Arzt konsultiert werden.

Kommt es zu Bewegungseinschränkungen der Hand oder können gewohnte alltägliche Abläufe nicht mehr wie gewohnt durchgeführt werden, muss ein Arzt aufgesucht werden. Die Kraftausübung in der Hand ist stark eingeschränkt. Häufig können selbst einfache Aufgaben, wie das Festhalten einer Tasse, nicht mehr ausgeführt werden. Hautverfärbungen, Blutergüsse oder offene Wunden an der Hand, gelten als besorgniserregend und müssen untersucht sowie behandelt werden.

Gelangen Keime über offene Stellen der Haut in den Organismus, steigt das Risiko für weitere Erkrankungen. In schweren Fällen droht eine Blutvergiftung. Sind Fehlstellungen der Finger oder sichtbare Knochenveränderungen an der Hand vorhanden, sollte ebenfalls unverzüglich ein Arzt konsultiert werden. Bei einigen Betroffenen sind abgebrochene Knochen sichtbar oder ertastbar. Ein Arztbesuch ist unverzüglich notwendig, damit keine dauerhaften Schäden entstehen. Bis zur Untersuchung sollte die Hand möglichst ruhig gestellt und ausreichend gekühlt werden. Belastungen sind zu vermeiden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Boxerfraktur:

Bemerkbar macht sich eine Boxerfraktur oder Mittelhandfraktur durch Schmerzen. Außerdem leidet die Beweglichkeit der betroffenen Hand unter der Verletzung. Weiterhin bilden sich ein Hämatom (Bluterguss) sowie eine Schwellung. Ein offener Bruch lässt sich daran erkennen, dass einzelne Knochenfragmente durch die Haut hindurch ragen. Mitunter ist auch eine ausgeprägte Fehlstellung am verletzten Finger zu erkennen.

Nach einer Boxerfraktur muss ein rasches Ruhigstellen der Hand erfolgen. Wichtig ist weiterhin eine kühlende Behandlung. Bei einer raschen Therapie dauert es zumeist nur wenige Wochen, bis der Mittelhandbruch wieder verheilt ist. Grundvoraussetzung ist allerdings das Ruhigstellen der geschädigten Hand. In manchen Fällen können jedoch selbst bei einer optimalen Therapie Fehlstellungen oder Bewegungseinschränkungen zurückbleiben.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine Boxerfraktur bzw. einen Mittelhandbruch sollte rasch ein Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie aufgesucht werden. Dieser informiert sich zunächst über die Beschwerden und die Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten. Dabei erkundigt er sich danach, wie die Verletzung entstanden ist, ob es sich um einen Unfall handelt, wie intensiv die Schmerzen sind und ob Bewegungseinschränkungen an Händen und Fingern bestehen. Nächster Schritt ist das Überprüfen der Hand auf Verletzungen der Weichteile, Blutergüsse und Schwellungen. Schließt der Patient seine Faust, lassen sich mitunter Rotationsfehlstellungen an den Fingern erkennen.

Für eine exakte Diagnose des Mittelhandbruchs sind Röntgenaufnahmen erforderlich, die in unterschiedlichen Schichten angefertigt werden. Mit den bildgebenden Verfahren erkennt der Arzt die Anzahl der verletzten Knochen. Außerdem lassen sich der Verlauf der Bruchlinie sowie Verschiebungen der Knochen an der Bruchstelle identifizieren. Um abschätzen zu können, wie stark die Gelenke an der Verletzung beteiligt sind und ob eventuell Begleitschäden vorliegen, kann eine Computertomographie (CT) durchgeführt werden. Bei offenen Frakturen forscht der Arzt nach möglichen Verletzungen an den Gefäßen, Nerven und Sehnen.

Komplikationen

Durch die Boxerfraktur kommt es in der Regel zu sehr starken Schmerzen. Der Betroffene kann seine Hand und die Finger an der betroffenen Hand nicht mehr in einer gewöhnlichen Art und Weise einsetzen und ist dabei in seiner Bewegung und im Alltag extrem eingeschränkt. Die betroffene Region schwillt an und es bildet sich nicht selten ein Bluterguss aus. Die Finger können dabei an einer Fehlstellung leiden. Oft führen die starken Schmerzen zu psychischen Beschwerden. Zu Komplikationen kann es dann kommen, wenn nach der Boxerfraktur keine direkte Behandlung eintritt und die Fehlstellung der Finger erhalten bleibt. Eine Diagnose ist in den meisten Fällen relativ schnell und einfach möglich, sodass die Behandlung frühzeitig beginnen kann. Dabei wird die Hand in einem Gips platziert, damit keine Bewegungen mehr stattfinden können. In schwerwiegenden Fällen sind operative Eingriffe notwendig. Meistens kommt es zu keinen besonderen Komplikationen und die Boxerfraktur verheilt ohne Schwierigkeiten. In der Regel kann die Hand nur noch eingeschränkt genutzt werden und leidet an einer erhöhten Bruchgefahr.

Behandlung und Therapie

Kommt es zu einer Boxerfraktur oder einem Mittelhandbruch, wird als Sofortmaßnahme die gebrochene Hand gekühlt und stabilisiert. Der weitere Therapieverlauf kann entweder konservativ oder operativ erfolgen. Im Rahmen der konservativen Behandlung findet das Ruhigstellen der Hand mit einem Gipsverband statt. Dieser verbleibt etwa vier bis sechs Wochen an der verletzten Stelle. Eine solche Therapie ist jedoch nur dann möglich, wenn keine Verschiebung der Fraktur vorliegt. Mitunter verschiebt sich der Bruch noch mehrere Tage nach der Ruhigstellung. In solchen Fällen ist dann eine Behebung durch einen chirurgischen Eingriff notwendig.

Als weiteres Risiko aufgrund der längeren Ruhigstellung gilt das Versteifen des Fingers. Als Gegenmaßnahmen werden zumeist physiotherapeutische Behandlungen vorgenommen. Grundsätzlich empfehlen Ärzte bei einer Boxerfraktur eine Operation, um einer späteren Arthrose entgegenzuwirken. Im Rahmen des Eingriffs greift der Operateur auf eine Titanschraube, eine Metallplatte oder einen Kirschnerdraht zurück. Dabei wird der Kirschnerdraht zum Ruhigstellen verwendet. Mit dem Einsetzen der Titanschraube stellt der Chirurg die Gelenkfläche wieder her.

Erster Schritt der Operation bei einer Boxerfraktur ist das Betäuben des Arms. Im Anschluss daran wird dessen Durchblutung gestoppt. Nach dem Desinfizieren des verletzen Abschnitts nimmt der Arzt einen Schnitt durch Haut und Fettgewebe vor. Danach wird der Kirschnerdraht über der Bruchregion eingeschoben. Schließlich schneidet der Operateur das Ende des Drahtes ab und lässt es in der gebrochenen Hand.

Nächster Schritt ist das Verschließen der Einschnittstelle, die sich wieder durchbluten lässt. Zum Abschluss erhalten der Ringfinger und der kleine Finger eine Schiene. Diese muss der Patient etwa vier bis sechs Wochen lang tragen.

Nach dem Ende der Operation kann der Patient das Krankenhaus normalerweise wieder verlassen. Bei einer konservativen Nachbehandlung muss die Bruchstelle nach ungefähr einer Woche nochmals geröntgt werden. Auf diese Weise lassen sich eventuelle Verschiebungen erkennen. Nach 12 bis 14 Tagen zieht der Arzt die Fäden.



Vorbeugung

Einer Boxerfraktur lässt sich beim Boxen zum Teil vorbeugen, indem die gefährdeten Handstellen speziell gegen die Einwirkung von Gewalt geschützt werden. Schlägereien mit bloßer Faust sind selbstverständlich zu vermeiden. Mittelhandbrüchen durch Stürze vorzubeugen ist kaum möglich.

Bücher über Knochenbrüche

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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