Borretsch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. Dezember 2015
Gesundpedia.deHeilpflanzen Borretsch

Beim Borretsch handelt es sich um eine Heil- und Gewürzpflanze. Er ist auch als Gurkenkraut bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen

Borretsch ist ein altbekanntes Heilkraut. Borretschblüten werden bei hohem Fieber und Entzündungen der Mundschleimhaut angewendet.

Der Borretsch (Borago officinalis) kommt sowohl als Heilpflanze als auch als Gewürzpflanze in der Küche zur Anwendung. Er entstammt der Gattung der Borretsch (Borago) und gehört der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) an. Die Pflanze trägt zudem die Bezeichnungen Boretsch, Kukumerkraut und Gurkenkraut. Letzteren Namen verdankt der Borretsch dem Umstand, dass er sich geschmacklich gut mit Gurken kombinieren lässt.

Der Borretsch zählt zu den einjährigen Pflanzen. Er kann eine maximale Länge von bis zu 50 Zentimetern erreichen. Im Frühjahr kommt es zum Wachstum von umfangreichen Blättern, die die Form eines Eis haben. Die Stängel des Gurkenkrauts weisen eine raue Behaarung auf. In den Monaten Juni, Juli und August präsentieren sich die blauen Blüten. Zu den rauen Blättern der Pflanze bilden sie einen deutlichen Kontrast.

Der Ursprung des Borretschs ist in der Mittelmeerregion zu finden. Ob dort seine Heimat liegt oder er eigentlich aus dem Orient stammt, ließ sich nicht klären. Über Griechenland gelangte das Heilkraut in den Süden Europas. Bis es in Mitteleuropa ankam, dauerte es allerdings bis ins Mittelalter. In der heutigen Zeit wird der Borretsch im gesamten Europa sowie im nördlichen Amerika kultiviert. Oftmals ist er in Kräutergärten zu finden, er kommt aber auch verwildert vor.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Dosierung

Zu den Inhaltsstoffen des Borretsch gehören unterschiedliche Pyrollizidinalkaloide wie Lycopsamin, Thesinin, Amabilin, Supinin und Intermedin. Da ein Teil der Alkaloide als toxisch für die Leber eingestuft wird, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung von einem regelmäßigen Borretschgenuss ab. Das gelegentliche Verzehren der Pflanze wird jedoch nicht als riskant angesehen. Weiterhin kommen im Borretsch Gerbstoffe, Schleimstoffe, Saponin, Kieselsäure, Harz, Kaliumnitrat, Fettsäuren, ätherisches Öl und Vitamin C vor.

Aus medizinischer Sicht sind vor allem die getrockneten, reifen Samen des Borretschs von Interesse. Aus ihnen lässt sich das Borretschsamenöl (Oleum boraginis semen) gewinnen, das sich als pflanzliches Arzneimittel verwenden lässt. Im Borretschsamenöl sind größere Mengen an Linolsäure und Gamma-Linolensäure enthalten. Diese zählen zu den essentiellen Fettsäuren und müssen über die Nahrung zugeführt werden.

Der Borretsch lässt sich aber auch frisch oder als Tee einnehmen. So dient das Gurkenkraut häufig als Salatgewürz. Der Tee wird aus den Blüten und Blättern zubereitet. Zu diesem Zweck werden ein bis zwei Teelöffel mit getrockneten Borretschblüten oder Blättern mit einer Tasse kochend heißem Wasser übergossen. Nach einer Ziehzeit von 10 Minuten seiht der Anwender den Tee ab und nimmt pro Tag ein bis drei Tassen zu sich. Nach einer Anwendung von sechs Wochen ist das Einlegen einer Pause zu empfehlen, um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden.

Borretsch-Tee wird bei innerlicher Darreichung eine positive Wirkung bei nervösen Herzproblemen und Melancholie zugeschrieben. Er lässt sich aber auch äußerlich in Form von Waschungen, Umschlägen oder Bädern anwenden. Auf diese Weise ist eine Linderung von Hautausschlag, Ekzemen oder schlecht heilenden Wunden möglich. Ebenso lässt sich das Borretschöl sowohl äußerlich als auch innerlich darreichen. Traditionell kommt Borretsch auch als Salatgewürz in der Küche zur Anwendung.

Wogegen hilft Borretsch?

Bedeutung für die Gesundheit

In früheren Zeiten gehörte der Borretsch zu den beliebtesten Heilpflanzen. Vor allem sein Kraut kam häufig zur Anwendung. Da die in ihm enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide als krebsauslösend gelten, wird heutzutage jedoch von einem zu üppigen Genuss der Blätter abgeraten. Das Borretschöl lässt sich allerdings aus dem Samen der Pflanze gewinnen und gilt als wertvoll für die Gesundheit des Menschen. So ließ sich seine positive Wirkung bei der Behandlung von entzündlichen Hautkrankheiten wie zum Beispiel Neurodermitis nachweisen. Des Weiteren lindert das Borretschöl starken Juckreiz.

In der Gegenwart werden die Blätter des Borretschs noch immer zur Schleimlösung bei Hustenbeschwerden eingesetzt. Die Kräuterheilkunde sagt dem Gurkenkraut eine entgiftende und schweißtreibende Wirkung nach. So fand der Borretsch als Entgiftungsmittel und Fiebermittel Verwendung. Darüber hinaus verfügt er über entzündungshemmende Effekte und gilt als sinnvoll zur Therapie von Hautausschlägen und Wunden.

Weiterhin gilt der Borretsch als beruhigend und wird als mildes Schlafmittel verabreicht. Außerdem stärkt die Pflanze das Herz und senkt den Blutdruck. Ebenso positiv wirkt er sich auf den menschlichen Stoffwechsel aus. Weitere Anwendungsgebiete sind Gicht, Verstopfung, Rheuma, Nervenschwäche, Furunkel, Menstruationsbeschwerden und Depressionen. Die Volksheilkunde setzt die Blüten des Borretsch (Boraginis flos) zur Therapie von Fieber, Harnverhalt, Durchfall, Entzündungen und Beschwerden während des Klimakteriums ein.

Außerdem dienen sie der Reinigung des Blutes. Aufgrund des hohen Gehalts des Borretsch an toxischen Alkaloiden raten Ernährungsexperten auch beim Einsatz als Küchengewürz zu einem vorsichtigen Gebrauch des Gurkenkrauts.

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