Blutspende

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. August 2016
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Bei der Blutspende stellt ein Spender freiwillig Vollblut, Erythrozyten, Thrombozyten oder Blutplasma zur Verfügung. Das Blut unterliegt strengen Kontrollen und lagert in sogenannten Konserven. Spender- und Empfängerblut müssen dabei miteinander kompatibel sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Blutspende?

Bei der Blutspende entnimmt medizinisches Personal einem Spender Blut und lagert es in Konserven unterschiedlicher Größe. Die Konserven kommen bei Bluttransfusionen zum Einsatz, wenn der Empfänger zum Beispiel unter starkem Blutverlust leidet.

Empfänger- und Spenderblut müssen dabei kompatibel sein. Sowohl Blutgruppe als auch Rhesusfaktor müssen übereinstimmen. Nur die Blutgruppe 0 können auch Menschen mit anderen Blutgruppen empfangen. Die Medizin bezeichnet diese Blutspenden deshalb auch als Universalspenden.

Anwendung und Funktion

Durch einen Unfall oder eine Operation kann ein Mensch viel Blut verlieren. Das verbleibende Volumen reicht nicht mehr aus, um den Körper zu versorgen. In diesem Fall ist der Patient auf eine Bluttransfusion angewiesen. Vor geplanten Operationen können Patienten eventuell eine Eigenblutspende leisten.

Darüber hinaus braucht die moderne Medizin auch Plasma und Blutzellen – darunter Thrombozyten. Thrombozyten-Empfänger sind beispielsweise Leukämie-Patienten, die nicht ausreichend eigene Thrombozyten mehr bilden können. Ohne die Spenden müssten sie schwere körperliche Schäden erleiden und würden letztlich versterben.

Methoden und Verfahren

Bei der Vollblutspende stellt ein Spender alle Blutbestandteile zur Verfügung. Im Blut sind sowohl das Plasma als auch Blutzellen wie rote Blutkörperchen und Thrombozyten enthalten.

Plasmaspenden strapazieren den menschlichen Organismus nicht so sehr wie Vollblutspenden. Sie können deshalb in kürzeren Abständen von mindestens drei Tagen erfolgen. Bei der Plasmaspende fließt das Blut durch einen dünnen Schlauch in eine Maschine, die das Blutplasma von den restlichen Komponenten trennt. Auch Erythrozyten- und Thrombozytenspenden sind möglich.

Was muss der Patient beachten?

Vor der Blutspende gilt es einige grundsätzliche Faktoren zu überprüfen. Spender müssen in Deutschland mindestens 18 Jahre alt sein und mindestens 50 kg wiegen. Personen mit starkem Nährstoffmangel kommen nicht als Spender in Frage.

Blutspendedienste empfehlen eine fettarme und nährstoffreiche Ernährung, um die Qualität des Blutes zu verbessern und die anschließende Regeneration zu erleichtern. In der Regel empfehlen Ärzte außerdem, etwa zwei Liter Flüssigkeit vor der Spende zu trinken und eine Mahlzeit einzunehmen.

Blutspender sollten vermeiden, sich unmittelbar nach der Blutspende sportlich zu betätigen oder schwere körperliche Arbeiten auszuführen. Vor allem nach einer Vollblutspende raten Mediziner von großen Belastungen ab, da der Körper sich erst regenerieren muss.

Viele Blutspendezentren bieten Spendern im Anschluss einen Snack und ein Getränk an. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel und der Körper erhält Energie. Dieser kleine Imbiss soll die Wahrscheinlichkeit für Kreislaufprobleme reduzieren.

Am Tag der Blutspende oder über die nächsten Tage verteilt müssen Spender unter Umständen mehr Nahrung zu sich nehmen. Wichtig ist dabei die Nährstoffdichte der verzehrten Lebensmittel: Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte stellen dem Organismus wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zur Verfügung.

Um den Eisenhaushalt auszugleichen, reicht die normale Ernährung nach einer Vollblutspende nicht aus. Blutspendedienste empfehlen deshalb, mindestens 20 Tage lang jeweils 100 mg Eisen zusätzlich einzunehmen.

Ablauf und Durchführung

Vor einer Blutspende muss der Spender einen Fragebogen ausfüllen. Die Antworten dienen dazu, Risikofaktoren zu erkennen. Sehr umstritten ist dabei die Frage, ob Homosexualität zum Ausschluss des Spenders führen sollte. Aus traditionellen Gründen ist diese Frage noch heute in den Fragebögen bei der Blutspende zu finden. Die Annahme dahinter ist, dass homosexuelle Personen überdurchschnittlich häufig wechselnde Sexualpartner haben.

Heute gilt diese Annahme jedoch als widerlegt. Mediziner kritisieren deshalb, dass homosexuelle Menschen noch heute nicht als Blutspender in Deutschland grundsätzlich zugelassen sind, wenn sie eine entsprechende Angabe im Fragebogen machen.

Menschen, die promiskuitiv sind, haben ein erhöhtes Risiko für bestimmte Infektionskrankheiten, die sexuell übertragbar sind. Dazu gehören auch AIDS und Syphilis. Dieses Risiko scheint vollkommen unabhängig davon zu sein, ob eine Person gleich- oder gegengeschlechtliche Partner bevorzugt.

Nicht nur diese sogenannten Risikogruppen kommen nicht als potenzielle Blutspender in Frage. Auch Personen mit mangelhaften Gesundheitszustand können kein Blut spenden. Akute Infekte, Erkältungen sowie starker Vitamin- und Mineralstoffmangel können ebenfalls zur Ablehnung des Spenders führen.

Besonders kritisch ist dabei der Eisenwert, den Mediziner in einer kleinen Test-Blutprobe ermitteln. Eisen spielt eine wichtige Rolle für die Bildung von Blut. Der menschliche Körper braucht eine ausreichende Menge von Eisen – um die Blutzellen neu zu bilden, die bei der Blutspende verloren gehen.

Nach dem Ausfüllen des Fragebogens, der körperlichen Untersuchung und der Blutuntersuchung kann die eigentliche Spende beginnen. Der Spender nimmt dabei in der Regel eine liegende Position ein, um Kreislaufbeschwerden zu vermeiden.



Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Freiwillige Blutspenden stellen eine gemeinnützige Tätigkeit dar. Die Kosten übernimmt in diesem Fall der entsprechende Blutspendedienst. Dabei kann es sich sowohl um ein kommerzielles Unternehmen als auch um eine gemeinnützige Organisation handeln. Der Blutspendedienst wiederum verkauft die Blutkonserven beispielsweise an ein Krankenhaus, das seine Kompensation von der Krankenkasse erhält.

Für Operationen übernimmt die jeweilige Krankenkasse des Patienten die Kosten, wenn dafür ein triftiger Grund im Sinne des Sozialgesetzbuchs vorliegt. Die Krankenkasse kommt auch für notwendige Bluttransfusionen auf, die der Patient in diesem Rahmen eventuell erhält. Ähnliches gilt auch für sinnvolle Therapien mit Thrombozyten, Plasma oder Erythrozyten.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

Blutspenden können bei den Spendern zu akuten Kreislaufbeschwerden führen. Diese machen sich typischerweise in Form von Schwindel und leichter Übelkeit bemerkbar.

Vor allem bei Vollblutspenden können solche Beschwerden auftreten: Bei der Vollblutspende verliert der Spender nicht nur einzelne Bestandteile des Bluts, sondern alle Komponenten des entnommenen Volumens. Die Kreislaufprobleme lassen sich durch Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme vor und nach der Spende verringern.

Empfänger einer Blutspende können sich durch deren Erhalt theoretisch mit einer Krankheit infizieren, die über Körperflüssigkeiten übertragbar ist. Deshalb untersuchen Labore jede Blutspende auf Krankheitserreger wie HI-Viren oder Syphilis-Erreger. Ist das Testergebnis positiv, vernichtet der Blutspendedienst die betroffenen Konserven. Durch strenge Untersuchungen des Spenders und der Blutspende ist das Infektionsrisiko in Deutschland jedoch nur sehr gering.

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