Blutiger Stuhl

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Oktober 2016
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Blutiger Stuhl ist für viele Betroffene zunächst mal ein Schock, da er oft mit schlimmen Krankheiten wie Darmkrebs assoziiert wird. Dabei gibt es noch viele weitere Gründe für blutigen Stuhl, die oft weitaus harmloser sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist blutiger Stuhl?

Blutiger Stuhl kann sich auf vier verschiedene Art und Weisen äußern. Hat das Blut im Stuhl eine helle, noch rötliche Farbe, wird dies als Hämatochezie bezeichnet. Ist das Blut dagegen bereits geronnen und hat dadurch eine dunkle Farbe angenommen, bezeichnet man den blutigen Stuhl als Meläna.

Durch die dunkle Färbung sowie die oft glänzende und klebrige Oberfläche wird umgangssprachlich auch häufig von Teerstuhl oder schwarzem Stuhl gesprochen. Mischen sich helles und dunkles Blut in der Ausscheidung, wird dies Blutstuhl genannt. Es kann aber auch Blut im Kot vorhanden sein, ohne das dieses von außen sichtbar ist. In diesem Fall spricht man von okkultem Blut im Stuhl. Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko für blutigen Stuhl, Menschen unter 65 sind deutlich weniger betroffen als die über 65-Jährigen.

Ursachen

Die Ursachen für blutigen Stuhl sind abhängig von dessen Art. Bei Hämatochezie, also hellem Blut im Stuhl, entstehen die Blutungen in den unteren Regionen des Darms. Ferner können auch Blutungen am After, die z.B. durch äußerliche Verletzungen hervorgerufen werden können, oder aufgeplatzte Hämorrhoiden für das helle Blut im Kot verantwortlich sein. Bei dunklem Blut im Stuhl liegt die Ursache dagegen in Blutungen in den oberen Regionen des Magen-Darm-Traktes.

Die Blutungen in Darm oder Magen, die letztendlich zum blutigen Stuhl führen, haben wiederum verschiedene Ursachen. Zu den eher harmlosen gehören wie bereits erwähnt aufgeplatzte Hämorrhoiden oder Verletzungen der Schleimhaut wie etwa Fissuren. Selbst Blutungen in Mund und Rachen werden mit dem Kot ausgeschieden. Auch gutartige Darmpolypen können Blutungen verursachen.

Es gibt aber auch eine Reihe von ernsthaften Ursachen für blutigen Stuhl, die allerdings viel seltener auftreten als die harmlosen. Diese reichen von blutenden Tumoren bei Darm- oder Magenkrebs über Darminfekte und Magengeschwüre bis hin zu chronischen Darmentzündungen wie sie beispielsweise bei Morbus Crohn auftreten. In sehr seltenen Fällen können auch Parasiten wie Bandwürmer zu Blutungen im Darm und in Konsequenz zu blutigem Stuhl führen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Während die Diagnose von hellem oder sehr dunklem Blut im Stuhl aufgrund der guten Sichtbarkeit sehr einfach ist und von den Betroffenen auch selbst gestellt werden kann, ist okkultes Blut lediglich mithilfe eines sogenannten Hämoccult-Tests nachweisbar. Bei diesem Verfahren muss der Betroffene mehrere Proben seines Stuhls nehmen, die dann mithilfe von biochemischen Prozessen ausgewertet werden. Durch den Hämoccult-Test ist Blut im Stuhl auch dann nachweisbar, wenn es mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen ist.

Nach dem eindeutigen Nachweis von Blut im Stuhl, muss der Grund für die Blutung festgestellt werden. Dies erfolgt zumeist mithilfe einer Magen-Darm-Spiegelung, bei der eine Sonde durch den Mund bzw. den After in den Magen bzw. den Darm eingeführt wird. Mit dieser kann dann jegliche Unregelmäßigkeit im Verdauungstrakt entdeckt werden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von blutigem Stuhl richtet sich stets nach dem zugrundeliegenden Auslöser. Hämorrhoiden werden in der Regel mit Salben oder Zäpfchen behandelt, in Ausnahmefällen ist auch eine operative Entfernung nötig. Ähnlich verhält es sich bei Analfissuren. Auch hier reichen im Normalfall Salben oder Zäpfchen für eine erfolgreiche Behandlung aus, doch in schwerwiegenderen Fällen muss operiert werden.

Darmpolypen müssen hingegen in den meisten Fällen operativ entfernt werden. Bei Darmkrebs verhält es sich ähnlich, allerdings schließt sich an die operative Entfernung der Tumoren häufig noch eine Strahlen- oder Chemotherapie an. Sind Magengeschwüre der Auslöser für die blutigen Ausscheidungen, ist das Mittel der Wahl eine Mischung aus Antibiotika und Medikamenten zur Minderung der Säureproduktion im Magen.

Schlägt diese nicht an, ist auch hier eine Operation vonnöten. Darminfekte werden, sofern sie nicht von selbst abklingen, ebenfalls mit Antibiotika behandelt. Zur Bekämpfung von Darmparasiten wie beispielsweise Bandwürmern gibt es ebenfalls eine ganze Reihe von wirksamen Medikamenten, die die Würmer absterben lassen, woraufhin sie einfach ausgeschieden werden.



Vorbeugung

Den meisten Ursachen für blutigen Stuhl kann durch eine gesunde und aktive Lebensweise vorgebeugt werden. Diese leistet nämlich einen erheblichen Beitrag zu einer normalen Darmtätigkeit, die wiederum zentral für die richtige Vorbeugung vieler Magen-Darm-Erkrankungen ist. Zu dieser gesunden und aktiven Lebensweise gehören neben regelmäßiger körperlicher Ertüchtigung eine ausgewogene und balaststoffreiche Ernährung sowie der Verzicht auf sehr fettige und sehr süße Speisen.

Diese Maßnahmen entlasten den Darm und erleichtern ihm die Erfüllung seiner Hauptaufgabe: der Verdauung. Darüber hinaus beugt auch eine gute Hygiene durch regelmäßiges Waschen des Afterbereichs verschiedenen Leiden vor, die zu Blut im Stuhl führen können. Auch beim Sex sollte auf die Hygiene geachtet werden. Blutiger Stuhl sollte zwar stets ein Warnsignal sein, doch ist er nur selten Vorbote einer ernsten Erkrankung. Trotzalledem sollten die Ursachen für blutige Ausscheidungen immer von einem Arzt untersucht werden, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen.

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