Bluthusten (Hämoptoe)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Oktober 2016
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Bluthusten (Hämoptoe) bezeichnet das Aushusten von Schleim und Blut oder nur Blut. Die Ursache kann in verschiedenen Lungen- und Atemwegserkrankungen liegen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bluthusten (Hämoptoe)?

Bei der Hämoptoe (Bluthusten) handelt es sich um ein Symptom, das keine eigenständige Krankheit darstellt, da ihr unterschiedliche Krankheiten zugrunde liegen können. Das Erscheinungsbild ist dadurch gekennzeichnet, dass der Erkrankte schleimigen Auswurf (Sputum) aushustet, der mit Blut vermischt ist. Zum Teil kann die Hämoptoe auch im ausschließlichen Aushusten von Blut bestehen.

Das Blut stammt dabei entweder aus der Lunge oder den Atemwegen und ist in der Regel venös, eher selten arteriell. Das arterielle Blut kann daran erkannt werden, dass der Auswurf sprudelnd und schaumig wirkt. In diesen Fällen handelt es sich um alarmierende Warnzeichen, bei denen umgehend ein Arzt (ggf. Notarzt) hinzugezogen werden sollte.

Die Hämoptoe wird zum Teil mit dem allgemeiner gefassten Begriff der Hämoptyse gleichgesetzt; bei der Hämoptoe wird jedoch eine größere Menge an Blut oder ausschließlich Blut ausgehustet.

Ursachen

Die Ursachen der Hämoptoe sind sehr vielseitig. Die wohl bekannteste Krankheit, die mit dem Bluthusten verbunden wird, ist die Tuberkulose. Jedoch hat ihre Häufigkeit in den westlichen Ländern so weit abgenommen, dass sie bei weitem nicht die wahrscheinlichste Ursache für die Hämoptoe darstellt.

Eine weitere mögliche Ursache ist eine Lungenembolie, bei der Blutgefäße der Lunge verstopft sind; die Verstopfung ist zu etwa 80% auf eine Thrombose zurückzuführen, die in den Blutgefäßen der Beine oder des Beckens beginnt. Durch Verbindung der Blutplättchen entsteht ein Blutgerinnsel, welches sich als „Klumpen“ lösen und sich an einer Engstelle des Blutkreislaufes – z.B. in der Lunge – festsetzen und dadurch die Blutgefäße verstopfen kann.

Auch bei einem Lungenriss, Lungenkrebs oder Legionellose (eine Infektionskrankheit) können potentielle Auslöser der Hämoptoe darstellen. Bei ihnen kommt es zur relativ unmittelbaren Beschädigung der Lungen-Blutgefäße durch physischen Druck auf die Gefäßwände, so dass Blut austreten kann.

Eine Hämoptoe kann ebenfalls auf eine Bronchiektasie zurückgehen: Bei dieser Krankheit bilden sich in den Bronchien sack- oder zylinderförmige Ausweitungen, die kleine Taschen bilden. Diese Taschen wiederum sind mit Eiter gefüllt und führen zur bakteriellen Infektion der Bronchialwand, ebenso zum Absterben von Gewebe.

Manche Formen der Hämoptoe sind erblich – so im Falle des Osler-Syndroms, bei sich Knötchen von 2-5 mm Durchmesser an Haut, inneren Organen und eben auch Schleimhäuten bilden; das Ceelen-Gellerstedt-Syndrom, das bereits im Kindesalter in Erscheinung tritt, ist ebenfalls eine erbliche Krankheit: Hier entstehen die Lungenblutungen (und damit auch der Bluthusten) wiederkehrend, verursacht durch eine Überreaktion des körpereigenen Immunsystems.

Beim Bluterbrechen (Hämatemesis) wird Blut aus dem Magen bzw. der Speiseröhre erbrochen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Je nachdem, welche Krankheit der Hämoptoe zugrunde liegt, unterscheiden sich der diagnostische Prozess sowie der Verlauf der Erkrankung deutlich voneinander. Bei ärztlicher Vorstellung des Bluthustens wird zunächst nach den unmittelbaren und mittelbaren Ursachen dafür gesucht.

Ein typisches Vorgehen ist hierbei die genaue Analyse des Auswurfs und eine Untersuchung der Atemwege (einschließlich, Nase, Rachen sowie Luft- und Speiseröhre). Da in der Regel nicht sofort eindeutig ist, ob das Blut aus den Atemwegen oder dem Gastrointestinaltrakt stammt, müssen beide Möglichkeiten geprüft werden.

In der Regel wird zusätzlich das Blutbild des Erkrankten bestimmt, um beispielsweise Blutarmut, Infektionen oder Tumormarker ausfindig zu machen – was auf potentielle Ursachen der Hämoptoe schließen lässt. Die Quelle des Bluthustens kann mithilfe einer Röntgenuntersuchung oder einer Bronchoskopie lokalisiert werden. Auch weitere genaue Untersuchungen und eine detaillierte Befragung des Betroffenen sind bei der Diagnose der Hämoptoe üblich.

Behandlung und Therapie

Abhängig von der Ursache, muss die zugrunde liegende Krankheit behandelt werden. Bei Lungenkrebs kann dies beispielsweise eine Strahlen- und/oder Chemotherapie sein und bei infektiösen oder entzündlichen Ursachen kommen Antibiotika in Frage.

Ist die Ursache der Hämoptoe eine erblicke Krankheit, sind die Möglichkeiten zur Behandlung der Blutungsursachen zum Teil begrenzt: So gibt es für das Ceelen-Gellerstedt-Syndrom bis heute keine wirksame Therapie und etwa 60% der betroffenen Kinder versterben innerhalb der ersten zwölf Jahre nach dem Auftreten des Bluthustens.



Vorbeugung

Da es sich beim Bluthusten lediglich um ein Symptom (d.h. den sichtbaren Ausdruck einer Krankheit) und nicht um eine eigenständige Erkrankung handelt, sind vorbeugende Maßnahmen lediglich sehr weit zu fassen. Eine gute Vorbeugung existiert beispielsweise für Thrombosen, die zur Verstopfung von Blutgefäßen und damit zur Lungenembolie führen können: Ausreichend Bewegung und nicht zu lange Sitz- oder Liegezeiten können das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels deutlich senken. Auch ist eine ausgewogene Ernährung und das Vermeiden von Rauchen zur Vorbeugung einer Hämoptoe empfehlenswert.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

ich kommentierte am 05.03.2015 um 15:07 Uhr

Meine Tochter litt an Mukoviszidose. Im Okt. 2014 fing sie an Blut und Schleim zu spucken. Erst wenig, dann auf einmal ca. 300ml. Sie verstarb am 05.02.2015 im Alter von 8 Jahren. Ich glaube, der Anfang des Bluthustens war auch der Anfang "vom Ende", entgegen aller Behauptungen der Ärzte!