Blutendes Zahnfleisch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Ein blutendes Zahnfleisch kann mitunter das erste Indiz dafür sein, dass die Zahnpflege vernachlässigt wurde. Jedoch ist nicht nur eine mangelnde Mundhygiene ausschlaggebend; es gibt mitunter auch andere Gründe, weshalb der Betroffene von einem blutenden Zahnfleisch betroffen ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist blutendes Zahnfleisch?

Der Zahnhalteapparat besteht aus diversen Einrichtungen. Eine solche "Einrichtung" ist das Zahnfleisch. Jenes ist notwendig, damit der Kauvorgang funktioniert. Das Zahnfleisch selbst besteht aus Zellschichten, wobei sich die unregelmäßig geformten Zellen nachbilden können. Beginnt das Zahnfleisch auf Grund von Berührungen (etwa bei einer zahnärztlichen Kontrolle oder beim Reinigen der Zähne) zu bluten, kann dies der erste Hinweis auf eine Gingivitis - die Zahnfleischentzündung - sein. Auch eine Entzündung des gesamten Zahnhalteapparates - die Parodontitis - ist möglich.

Ursachen

Ein blutiger Gebissabdruck nach einem kräftigen Biss in den Apfel oder Blutspuren auf der Zahnbürste sind klassische Zeichen für Zahnfleischbluten. Das Zahnfleisch ist gleichzeitig dunkelrot verfärbt und leicht geschwollen. Ebenfalls reagiert es empfindlich auf Druck. Im Regelfall handelt es sich um entzündliche Ursachen. Einer der häufigsten Gründe ist die Zahnfleischentzündung. Aber auch eine mangelhaft angepasste Zahnprothese oder auch nächtliches Zähneknirschen können eine Entzündung verursachen.

In einigen Fällen kann auch eine zu harte Zahnbürste für Verletzungen des Zahnfleisches sorgen. Unter anderem können auch hormonelle Veränderungen der Grund für das blutende Zahnfleisch sein. So klagen oftmals auch Schwangere oder in den Wechseljahren sowie in der Pubertät befindliche Personen über diverse Symptome und Probleme. Auf Grund der steigenden Menge an Östrogen ist es möglich, dass das Zahnfleischbluten auch ohne Entzündung auftritt. Ebenfalls sind krankheitsbedingte Ursachen möglich.

Blutendes Zahnfleisch kann mitunter ein Symptom für Hämophilie (Bluterkrankheit), aplastische Anämie, Leukämie oder auch eine Störung der Leberfunktion sein. Ebenfalls ist Zahnfleischbluten ein Symptom bei Diabetes mellitus, einem Vitamin C-Mangel, einer Überfunktion der Schilddrüsen sowie auch einer Störung im Kalziumstoffwechsel. Als weitere Ursache können blutverdünnende Medikamente in Frage kommen. Vor allem dann, wenn jene zu hoch dosiert wurden.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Bilden sich bereits Zahnfleischtaschen oder tritt das Zahnfleischbluten immer öfter auf, sollte der Patient den Zahnarzt aufsuchen und die Probleme diagnostizieren lassen. Der Zahnarzt holt zuerst Informationen über die Symptome sowie deren Begleitumstände ein. So ist es entscheidend, ob das Zahnfleischbluten von selbst oder während der Zahnhygiene auftritt bzw. welche Stellen vermehrt bluten.

Des Weiteren ist für den Zahnarzt wichtig, ob der Patient unter Mundgeruch leidet bzw. dieser über einen "unangenehmen Geschmack" im Mund klagt. Ebenfalls muss geklärt werden, ob der Patient locker sitzende Zähne bzw. ob er mit seiner Zahnprothese zufrieden ist. Der Mediziner untersucht nach der Anamnese das Zahnfleisch. Mit einem Messinstrument ist es möglich, dass der Arzt die Tiefe der bereits aufgetretenen Zahnfleischtaschen messen kann. Ebenfalls werden die Blutungsneigung sowie ein möglicher Rückgang des Zahnfleisches kontrolliert.

In weiterer Folge können auch Röntgenuntersuchungen einen Aufschluss über das Kiefer und Zahnfleisch geben. In einigen Fällen können auch Blutuntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse sowie der Leber und auch eine Punktion des Knochenmarks Aufschluss darüber geben, weshalb der Patient unter einem blutenden Zahnfleisch leidet. Lässt sich der Patient nicht oder zu spät behandeln, können Zahnfleischtaschen auftreten. Jene gelten als Vorstufe der Parodontose. Jene sorgt in weiterer Linie für eine Lockerung der Zähne und begünstigt den Zahnverlust.

Behandlung und Therapie

Im Endeffekt richtet sich die Therapie nach der tatsächlichen Ursache. Bei einer leichten Entzündung des Zahnfleisches reicht eine sanfte Behandlung mit Mundspülung aus. Ebenfalls kann das Zahnfleisch mit der Myrrhe-Tinktur eingestrichen werden. Vor allem in der Schwangerschaft ist es wichtig, dass die werdende Mutter viel Wert auf ihre Zahngesundheit legt und somit verstärkt der Zahnpflege sowie Mundhygiene nachkommt.

Vorwiegend sollten schwangere Frauen eine weiche Zahnbürste mit einem flachen Bürstenfeld verwenden. Die Zahnzwischenräume sollten täglich mit einer Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürste gereinigt werden. Klagt der Patient über sehr starkes Zahnfleischbluten, muss in erster Linie der Zahnstein entfernt werden. Ebenfalls hilft eine professionelle Mundhygiene, bei welcher auch die Zahnzwischenräume gereinigt werden. Bei Bedarf wird in weiterer Folge eine gezielte Therapie und Behandlung des Zahnhalteapparates durchgeführt. Das beinhaltet etwa eine Reinigung der Zahnfleischtaschen sowie eine Entfernung des entzündeten Gewebes.

Liegt die Ursache des Zahnfleischblutens in anderen Krankheiten, wird vorwiegend eine gezielte Behandlung und Therapie der Grunderkrankung erfolgen. Hier erhält der Patient Maßnahmen, damit die Symptome und Beschwerden gelindert werden, sodass er etwa mit Mundspülungen seine Zähne bzw. den Mund reinigen muss bzw. eine weiche Zahnbürste verwenden soll.

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Vorbeugung

Es ist möglich, dass jeder Mensch Zahnfleischbluten vorbeugt. Wichtig ist eine ordentliche Mundhygiene. Darunter fallen etwa das tägliche Zähneputzen sowie die Behandlung der Zahnzwischenräume mit einer Zahnseide. Natürlich sollten keine zu harten Zahnbürsten verwendet werden. Wer unter anderem seine Zähne schonen will, sollte auch auf einen übermäßigen Zuckerkonsum verzichten. Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt (alle sechs Monate).

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