Bleivergiftung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 12. August 2014

Das Schwermetall Blei ist für den Großteil der Lebewesen schädlich. Kommt es also zu einer Aufnahme von Blei oder Bleiverbindungen, muss von einer Bleivergiftung ausgegangen werden. Dabei handelt es sich um eine akute oder chronische Erkrankung, die in extremen Fällen tödlich enden kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Bleivergiftung?

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Man unterscheidet bei einer Bleivergiftung zwischen chronischer und akuter Vergiftung. Eine akute Vergiftung tritt auf bei der einmaligen Aufnahme großer Mengen des Schwermetalls; die tödliche Dosis beträgt 5-30 Gramm. Von einer chronischen Vergiftung muss man bei der regelmäßigen Aufnahme von etwa einem Milligramm pro Tag ausgehen.

Eine Bleivergiftung führt zur Schädigung des menschlichen Organismus. Nach einer versehentlichen Aufnahme von Blei wird dieses nur langsam ausgeschieden und kann sich daher im Körper ausbreiten. Besonders die Knochen sind in einem solchen Fall betroffen, da sich hier das Blei anstelle von Calcium anreichert. Das im Körper befindliche Blei schädigt das Nervensystem und beeinträchtigt die Blutbildung. Auch Magen-Darm-Beschwerden und Nierenschäden können auftreten.

Ursachen von Bleivergiftung

Zu einer Bleivergiftung kommt es meist in Folge von Arbeitsunfällen, bei denen größere Mengen von bleihaltigen Dämpfen oder Stäuben (beispielsweise von Farben) eingeatmet werden. Eine Bleivergiftung ist daher eine anerkannte Berufskrankheit. Darüber hinaus können jedoch auch Wasserrohre bleibelastet sein.

Des Weiteren existieren in der Schönheitsindustrie bleihaltige Salben, sodass Blei auch über die Haut in den Organismus gelangen kann. In der Vergangenheit war die Bleibelastung in der Umwelt durch verbleites Benzin noch höher.

Die Abschaffung des bleihaltigen Benzins sowie die Abgasreinigung mit Feinstaubfiltern in großen Verbrennungsanlagen und eine bessere Abwasser- und Abluftreinigung haben die Bleibelastung in der Luft reduzieren können.

Symptome und Verlauf von Bleivergiftung

Typische Symptome einer Bleivergiftung:

Ist bei einer Bleivergiftung das Blei in den Organismus gelangt, bindet es sich zu 95 Prozent an die roten Blutkörperchen und an Bluteiweiße. So verteilt sich das Blei über die Blutbahnen im gesamten Körper und gelangt in die Organe. Dort setzt es sich ab und weist dabei eine etwa 20-tägige Halbwertzeit auf.

Eine große Menge des Bleis wird anschließend wieder ausgeschieden, ein Teil kann sich jedoch auch für 5 bis 20 Jahre in Knochen und Zähnen ablagern. Blei durchdringt darüber hinaus die Gebärmutter, sodass eine Bleivergiftung auch von einer Mutter auf ihr ungeborenes Kind übertragen werden kann.

Bei einer Bleivergiftung treten verschiedene Symptome auf, die nicht auf den ersten Blick einer solchen Vergiftung zuzuordnen sind, sondern auch vermeintlich andere Ursachen haben können. Es kommt zu starken Bauchschmerzen, Betroffene leiden zudem unter starker Müdigkeit, gleichzeitig aber auch unter Schlaflosigkeit. Kopfschmerzen, Krämpfe, Appetitlosigkeit und Schwindel können auftreten.

Die Haut ist oftmals graugelblich, der Zahnfleischrand dunkel gefärbt. Die Nieren können je nach Stärke der Vergiftung schwer geschädigt werden, ebenso kann es zu einer Erkrankung der Nerven mit Lähmungserscheinungen kommen. Insbesondere bei Kindern kann das Gehirn beschädigt werden. Die akute Bleivergiftung kann in schwersten Fällen zum Koma und zum Tod durch Kreislaufversagen führen.

Diagnose von Bleivergiftung

Eine Bleivergiftung lässt sich am besten mittels einer Blutuntersuchung diagnostizieren. Darüber hinaus kommt auch eine Untersuchung von Harn, Zähnen und Haaren in Frage. Ein Arzt kann dabei die im Organismus befindliche und gegebenenfalls erhöhte Bleimenge bestimmen.

Über die Ablagerungen in den Haaren lässt sich auch die Bleibelastung der vergangenen Monate erkennen; auch Zähne eignen sich zur Bestimmung von Langzeitbelastungen mit Blei, da sich dieses dort viele Jahre halten kann. Über eine Röntgenfluoreszenzanalyse kann zudem das Blei in den Knochen nachgewisen werden.

Behandlung von Bleivergiftung

Die Behandlung einer Bleivergiftung muss von der Dauer der Vergiftung sowie von der Art der Bleiaufnahme abhängig gemacht werden. Wurden bleihaltige Substanzen geschluckt, sollte der Betroffenen sich schnellstmöglich erbrechen, zudem wird eine Magenspülung mit dreiprozentiger Natriumsulfatlösung vorgenommen.

So soll das Blei aus dem Körper entfernt werden, bevor es sich im Organismus verteilen kann. Die Verabreichung von Aktivkohle darüber hinaus bewirkt die Umwandlung des Bleis in schwer lösliches Bleisulfat, das sich wiederum an die Kohle bindet.

Wenn das Blei bereits in den Organismus gelangt ist, wird der Betroffene mit Medikamenten wie etwa Penicillamin behandelt. Es bindet das im Körper befindliche Blei und macht es unschädlich. Sind die Nieren durch die Bleivergiftung in starkem Maße geschädigt worden, kann sogar eine Blutwäsche notwendig sein.

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Vorbeugung von Bleivergiftung

Eine Bleivergiftung vermeidet man in erster Linie durch die Vermeidung der Freisetzung von Blei. Aus diesem Grund sind viele bleihaltige Materialien oder auch bleihaltiges Benzin verboten worden. Abfall, der Blei enthält (wie es bei alten Autobatterien der Fall sein kann), wird separat entsorgt. Wasserleitungen, die Blei enthalten und so das Trinkwasser belasten, sollten erneuert bzw. ausgetauscht werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

heidi kommentierte am 13.11.2014 um 10:26 Uhr

Ich lebe in Österreich und habe auf Grund des Leitungswassers in unserem Land eine Bleivergiftung. Die Konzentration im Wasser beträgt 230µg/l und das ist weit über dem Grenzwert. Ich nehme dieses Wasser nun seit über 30 Jahren zu mir und leide unter einer chronischen Bleivergiftung. Trotz dieses Umstands und der eindeutigen Ursache, ist im österreichischen Gesundheitssystem keine Behandlung vorgesehen. Gibt es in Deutschland Kliniken mit ausreichenden Sachkenntnissen und Möglichkeiten?

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