Blähungen mit Bauchschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 2. Juli 2016
Gesundpedia.deSymptome Blähungen mit Bauchschmerzen

Blähungen mit Bauchschmerzen kommen oft gemeinsam vor, denn Blähungen rufen oftmals Bauchschmerzen hervor. Sie können aus unterschiedlichen Ursachen entstehen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Blähungen mit Bauchschmerzen?

Blähungen (Flatulenz), die zusammen mit Bauchschmerzen auftreten, sind keine Seltenheit. So leidet fast jeder Mensch hin und wieder an ihnen. Nur selten werden die Beschwerden durch eine Krankheit hervorgerufen, sodass sie zumeist von selbst wieder zurückgehen. Zeigen sie sich jedoch regelmäßig oder kommen noch weitere Symptome hinzu, kann dies auf eine Behandlungsbedürftigkeit hinweisen.

Schmerzhafte Blähungen sind keine eigenständige Krankheit. Vielmehr zählen sie zu den Symptomen, wobei die Bauchschmerzen eine Begleiterscheinung der Blähungen darstellen. Allerdings gelten Blähungen noch immer als Tabuthema, über das selbst beim Arzt nicht gerne gesprochen wird, was jedoch nicht richtig ist. So kann eine fachgerechte Behandlung oft Abhilfe schaffen.

Ursachen

Blähungen mit Bauchschmerzen werden in den meisten Fällen durch Ernährungsprobleme verursacht. Bei manchen Menschen stecken aber auch gravierende Nahrungsmittelunverträglichkeiten hinter den Beschwerden. Dabei kann es sich um eine Unverträglichkeit gegen Milchzucker handeln, die Mediziner als Laktoseintoleranz bezeichnen, oder eine Unverträglichkeit gegen Fruchtzucker, die Fruktoseintoleranz genannt wird. Ebenso kommt eine Unverträglichkeit gegen Gluten (Zöliakie) als Auslöser für die Beschwerden infrage. Die Grenzen zum Krankheitswert gehen fließend ineinander über. Gerade Bauchschmerzen, Durchfall und unregelmäßiger Stuhlgang können auf eine Erkrankung hindeuten.

Blähungen kommen durch ein Übermaß an Luft im Darm zustande. Der Darm bläht sich auf und die Darmgase entweichen aus ihm. Eine gewisse Menge an Luft im Darm wird jedoch nicht als ungewöhnlich eingestuft. Gleiches gilt für den unangenehmen Geruch, mit dem die Blähungen verbunden sind. Dieser entsteht durch die Darmbakterien, von denen schwefelhaltige Gase hergestellt werden. Die Bildung der Darmgase erfolgt in erster Linie im Rahmen der Verdauung. Dies gilt besonders dann, wenn die Nahrung reich an Ballaststoffen ist oder die Darmbakterien Eiweiß zersetzen. Bei diesem Vorgang wird zum Beispiel Methan, Kohlendioxid und Wasserstoff produziert. Während der größte Teil der Gase ins Blut übergeht und durch die Lunge abgeatmet wird, verlässt der Rest den Organismus über den Darm.

Häufige Verursacher von Blähungen sind bestimmte Lebensmittel wie Zwiebeln, Kohl oder Hülsenfrüchte. Auch ein Mangel an Bewegung oder süße bzw. fettige Speisen können Blähungen, die mit Bauchschmerzen einhergehen, hervorrufen. Die Enzyme schaffen es nicht, die Nährstoffe komplett zu zerlegen, was die Aktivität von Bakterien zur Folge hat. Ebenso kann hastiges Essen dazu führen, dass viel Luft verschluckt wird, die sich im Darm ansammelt. Mitunter sind auch Getränke die Kohlensäure enthalten, Kaffee oder Alkohol für die Blähungen verantwortlich. Bei empfindlichen Menschen zeigen sich Bauchschmerzen und Blähungen auch aufgrund von Ängsten oder Stress, die sich störend auf den Verdauungstrakt auswirken.

Krankheiten sind nur selten für Blähungen verantwortlich. Neben den unterschiedlichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten kann es sich bei ihnen um ein Reizdarm-Syndrom handeln, das neben Blähungen und Bauchschmerzen häufig auch Veränderungen am Stuhl, Krämpfe oder Missempfindungen auslöst. Als bedenklich gelten eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, die auch mit Aufstoßen und Durchfall verbunden ist, oder Störungen der Darmflora. Mitunter werden schmerzhafte Blähungen sogar durch lebensbedrohliche Erkrankungen wie eine Leberzirrhose, einen Darmverschluss oder Darmkrebs ausgelöst. Bei einem kolorektalen Karzinom zeigt sich zudem Blut im Stuhl.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Ein Besuch beim Arzt ist bei Blähungen nur selten nötig. Leidet die betroffene Person jedoch zusätzlich unter starken Bauchschmerzen, Veränderungen des Stuhlgangs oder Erbrechen, sollte sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Das Gleiche gilt, wenn die Beschwerden immer wieder zurückkehren. Der Arzt befasst sich bei der Unersuchung zunächst mit der Krankengeschichte des Patienten. Von Interesse für ihn sind besonders die Bauchschmerzen sowie weitere mögliche Beschwerden.

Als wichtig werden zudem die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten eingestuft. Im Anschluss an die Anamnese wird der Bauch des Patienten abgetastet und mit einem Stethoskop auf Geräusche abgehört. Entsteht bei der Untersuchung der Verdacht, dass eine organische Erkrankung die Blähungen und die Bauchschmerzen auslöst, schließen sich weiterführende Untersuchungsverfahren an. Dabei kann es sich um eine Stuhluntersuchung, eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) oder diverse Tests zum Feststellen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit handeln. Durch die Stuhluntersuchung ist es möglich, auslösende Keime wie Bakterien oder Parasiten zu diagnostizieren. Um strukturelle Veränderungen des Magen-Darm-Traktes zu ermitteln, werden bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie durchgeführt. In den meisten Fällen gehen Blähungen und Bauchschmerzen von selbst wieder zurück. Bei manchen Menschen ist jedoch ein chronischer Verlauf denkbar, der eine entsprechende Therapie erfordert.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Blähungen und Bauchschmerzen hängt von den Auslösern der Symptome ab. Zur Therapie der Beschwerden eignen sich in der Regel Mittel, die krampflösende, entschäumende oder verdauungsfördernde Effekte haben. Die Darreichung der Medikamente findet in Form von Kapseln, Tabletten oder Tropfen statt. Krampflösende Mittel kommen zur Behandlung von kolikartigen Bauchschmerzen zur Anwendung. Sie enthalten Wirkstoffe wie Trospiumchlorid, Mebeverin oder Butylscopolamin, die für das Entspannen der Darmmuskulatur sorgen. Zum Teil unterliegen die Präparate der Verschreibungspflicht.

Entschäumende Mittel besitzen die Eigenschaft, Gasbläschen aufzulösen, die sich während der Verdauung bilden oder im Speisebrei festsitzen. Die Gase werden durch die Wirkstoffe wie Dimeticon oder Simethicon von der Darmschleimhaut aufgenommen. Ebenso ist eine natürliche Ausscheidung möglich. Da die Entschäumer eine rein physikalische Wirkung aufweisen, können sie nicht ins Blut übergehen. Die Einnahme der Mittel findet entweder am Abend vor dem Zubettgehen oder im Rahmen der Mahlzeiten statt.

Verdauungsenzyme werden verabreicht, wenn der Patient nicht in der Lage ist, Speisen komplett zu verdauen, in denen Kohlenhydrate, Eiweiß oder Fett enthalten sind. In Magen, Leber oder Bauchspeicheldrüse bilden sich in solchen Fällen nicht genügend Verdauungsenzyme, was wiederum schmerzhafte Blähungen verursachen kann. Die Einnahme der Enzyme bewirkt eine bessere Verdauung, sodass es gar nicht erst zu Beschwerden kommt.



Vorbeugung

Die betroffenen Personen können Bauchschmerzen und Blähungen auch selbst vorbeugen. So wird empfohlen, Lebensmittel zu meiden, die Flatulenz auslösen wie zum Beispiel Hülsenfrüchte. Die Kost sollte möglichst leicht verdaulich sein. Als hilfreich gelten außerdem regelmäßige Bewegungen und sportliche Tätigkeiten.

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