Blähungen beim Baby

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Blähungen beim Baby

Blähungen beim Baby können mitunter vorkommen. Sie kommen zumeist durch hastiges Trinken oder Atmen zustande.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Blähungen beim Baby?

Hier informieren!

Medikamente gegen: Kinderkrankheiten

Unangenehme Blähungen (Flatulenz) treten bereits bei Säuglingen auf. Unter Blähungen wird die Entstehung von Luft und Gasen in der Bauchregion verstanden. Diese können Bauchschmerzen hervorrufen, die mehrere Stunden andauern. Oftmals treten die Beschwerden etwa 30 Minuten nach der letzten Mahlzeit auf. Halten die blähenden Bauchschmerzen über längere Zeit an, ist auch von einer Drei-Monats-Kolik die Rede. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, gegen die lästigen Beschwerden vorzugehen oder ihnen vorzubeugen.

Ursachen

Bei den meisten Babys kommt es zu Blähungen, weil sie zu hastig trinken. Außerdem verschlucken sie dabei Luft, was in größeren oder kleineren Mengen vorkommen kann. Gemeinsam mit der verzehrten Milch gelangt die Luft in den Magen. Der Kontakt zwischen Milch und Luft führt zur Entstehung eines feinblasigen, zähen Schaums. Da der Verdauungstrakt des Babys noch nicht so funktionstüchtig wie im Normalfall ist, löst sich der Schaum oftmals nicht auf und wird weiter zum Darm transportiert. Dort angekommen können die Schaumblasen kolikartige Druckschmerzen hervorrufen.

Ein weiterer möglicher Grund für das Entstehen von Blähungen sind Unverträglichkeiten von Gluten (Zöliakie) oder Milchzucker aufgrund eines Laktasemangels. Aber auch Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse wie eine Pankreasinsuffizienz gelten als Auslöser der Beschwerden, da sie zur Bildung von Gasen im Darmtrakt beitragen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

In den meisten Fällen lassen die Blähungen des Babys von selbst wieder nach. So wachsen die Kinder mit der Zeit und bewegen sich mehr, wodurch die Phase der Blähungen ihr Ende findet. Leidet das Kind jedoch beträchtlich unter den Beschwerden und treten diese jeden Tag auf, ist es ratsam, sich an einen Kinderarzt zu wenden. Es wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen, wenn regelmäßig nach dem Essen Schreiattacken auftreten, das Kind sich weigert zu trinken, der Stuhlgang extrem fest ist oder eine schaumige und flüssige Konsistenz hat.

Auch wenn das Baby nicht an Gewicht zulegt, gilt dies als Grund zur Sorge. Hinter den krampfartigen Bauchschmerzen können sich mitunter ernsthafte Beschwerden verbergen. Je jünger der Säugling, desto schneller sollte ein Kinderarzt zu Rate gezogen werden. Zu Beginn der Untersuchung erkundigt sich der Arzt, ob das Kind unter Vorerkrankungen leidet, weitere Beschwerden auftreten und ob bestimmte Medikamente eingenommen werden.

Auch die Ernährung und die Lebensgewohnheiten des Babys sind für ihn von Interesse. Im Anschluss wird eine gründliche körperliche Untersuchung des Kindes durchgeführt. Dabei tastet der Arzt dessen Bauch ab und horcht ihn mit seinem Stethoskop ab. Wenn es erforderlich ist, kann auch eine Abtastung des Enddarms erfolgen. Falls nötig, finden weitergehende Untersuchungen statt. Dazu gehören u. a. eine Ultraschalluntersuchung, eine Untersuchung von Stuhl und Urin, eine Blutuntersuchung sowie ein Nahrungsmittel-Unverträglichkeitstest.

Behandlung und Therapie

Um gegen Blähungen vorzugehen, gibt es einige Therapiemöglichkeiten. So besteht die Option, Medikamente zu verabreichen, von denen die überschüssige Luft innerhalb des Darms gebunden wird. Auf diese Weise verringert sich der Druck im Darm. Die meisten Arzneimittel enthalten pflanzliche Inhaltsstoffe. Besonders bewährt gegen Blähungen haben sich die Substanzen Sab Simplex und Lefax. Diese Mittel nimmt das Kind mehrfach am Tage ein, was in der Regel nach den Mahlzeiten erfolgt. Allerdings behandeln diese Medikamente lediglich die Symptome, während die Ursache der Beschwerden bestehen bleibt.

Wird eine Laktoseintoleranz als Auslöser der Blähungen festgestellt, kann die Zufuhr des fehlenden Enzyms Laktase eine Linderung bewirken. Entsprechende Präparate erhält das Kind vor seinen Mahlzeiten. Auch bestimmte Hausmittel können sich lindernd auf die Blähungen auswirken. Zu den bewährten Mitteln gehören Kümmelpräparate. Sie lassen sich als Tropfen, Kapseln oder Tees verabreichen.

Sogar die Einnahme von reinen Kümmelkörnern ist möglich. Dazu geben die Eltern dem Kind einen Teelöffel mit Kümmel, der anschließend mit Wasser heruntergespült wird. In der Regel tritt die lindernde Wirkung nach etwa 10 bis 30 Minuten ein. Ebenfalls als hilfreich gegen die Gasbildung innerhalb des Darms gilt Fenchel. Dieser lässt sich in Form von Tropfen oder Tee verabreichen. Außerdem gibt es auch Kombinationsmittel aus Fenchel und Kümmel.

Sind die Blähungen der Nebeneffekt einer Verstopfung, die durch einen chronischen Mangel an Flüssigkeit hervorgerufen wird, ist drauf zu achten, dem Kind pro Tag 2 bis 3 Liter Flüssigkeit zuzuführen.

Rezeptfreie Medikamente gegen Kinderkrankheiten


Vorbeugung

Zur Vermeidung von Blähungen sind einige Vorbeugemaßnahmen empfehlenswert. Bekommt das Baby sein Fläschchen, wird empfohlen, es ihm nicht im Liegen zu verabreichen, sondern in einer aufrechten Position. Dabei gilt es außerdem, auf die Neigung der Flasche zu achten. So sollte die Milch die Luft aus dem Sauger komplett verdrängen. Überaus wichtig zur Vorbeugung gegen Blähungen ist das Machen eines Bäuerchens nach jeder Mahlzeit.

Interessanterweise treten Blähungen bei Babys, die die Brust der Mutter bekommen, seltener auf, als beim Erhalt der Nahrung durch die Flasche. So lässt sich dabei der Milchfluss besser kontrollieren. Außerdem wird langsamer gesaugt, wodurch weniger Luft in den Körper gelangt.

Bücher über Kinderkrankheiten und Blähungen beim Baby

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Blähungen beim Baby?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?