Bischofskraut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. Dezember 2015
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Bischofskraut ist keine einheimische Pflanze, es stammt ursprünglich aus Ägypten, Marokko und den kanarischen Inseln. Es wird auch in Chile, Argentinien und Nordamerika angebaut und wird importiert. Nur die reifen Früchte werden verwendet und daraus stammen auch die Pflanzenextrakte.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen

Das Bischofskraut findet als Heilpflanze u.a. bei Herzbeschwerden Anwendung.

Das Bischofskraut entwickelt Triebe, die durchaus bis zu 1 Meter Höhe wachsen. Ganz typisch für das Bischofskraut sind die Blätter und die fädigen Zipfel. Die Blüten bestehen aus mehreren Dolden, aus denen winzige, kleine Blüten heranwachsen. Die Stiele der Dolden können übrigens als ganz normaler Zahnstocher verwendet werden. Sind die Früchte ausgereift, tragen sie 5 helle Rippen und haben am Ende ein Griffelpolster. Die Frucht ist unbehaart.

Botanisch gehört das Bischofskraut zur Familie der Dolden-Gewächse, der Geschmack ist mild und aromatisch und ganz leicht bitter. Bischofskraut ist eine Heilpflanze, die nachgewiesenen Pflanzenstoffe sind Sterole, Glycoside, verschiedene Gerbstoffe und Saponine. Leider konnten noch nicht alle Inhaltsstoffe analysiert werden, doch dass es sich um eine Heilpflanze handelt, ist unbestritten. Schon der hohe Anteil an Y-Poronen, ist für die Wirkung der Pflanze verantwortlich.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Dosierung

Bischofskraut hat ein stark gefäßerweiternde Wirkung, ganz besonders werden die Herzkranzgefäße erweitert. Visnagin wirkt extrem krampflösend und ist im Bischofskraut in großen Mengen vorhanden. Auch Khellin, welches ebenfalls im Bischofskraut zu finden ist, hat eine toxische Wirkung, weshalb Bischofskraut nur in Maßen zu genießen ist. Größere Mengen können Vergiftungen hervorrufen und bei sehr empfindlichen Menschen können schwere Leberschäden auftreten, die nicht mehr zu reparieren sind.

In der richtigen Dosierung ist Bischofskraut eine außergewöhnliche Heilpflanze, doch leider spielt dieses Kraut heutzutage eine untergeordnete Rolle. Die Nebenwirkungen sind unkalkulierbar und werden heute als Risiko bezeichnet. So kann es bei Überdosierung leicht zu Schlafstörungen kommen und auch allergische Reaktionen sind nicht auszuschließen. Bischofskraut enthält auch sehr viele Furanochromone, die gerade bei hellhäutigen Menschen eine Sensibilisierung der Haut hervorrufen können. Die Haut wird also sehr empfindlich und verträgt UV-Licht sehr schlecht. Wer also Bischofskraut einnimmt, meist als Arzneimittel-Zubereitung, sollte auf ausgiebige Sonnenbäder verzichten.

Sehr förderlich ist Bischofskraut bei Angina pectoris und bei Durchblutungsstörungen des Herzens. Gerade diese Patienten haben oft mit dem Leiden einhergehende Schmerzen in der Brust, die durch Bischofskraut maßgeblich eingeschränkt werden können. Alle Patienten sprechen positiv auf das Bischofskraut an, das natürlich in vielen pharmazeutischen Mitteln vorhanden ist. Bischofskraut hat aber auch eine sehr entkrampfende Wirkung, sodass Koliken der Galle, der Nieren oder des Darms gut behandelt werden können.

Bei der Gabe von Bischofskraut setzt die entkrampfende Wirkung sehr schnell ein, das zurückzuführen ist auf Pyranocumarine, Flavonoide, Kämpferol und die ätherischen Öle, die in unterschiedlichen Gewichtsanteilen vorhanden sind. Manchmal werden auch frische oder getrocknete Früchte direkt verwendet, aber das geschieht nur bei der sogenannten Phytotherapie. Bischofskraut wird auch in der Homöopathie verwendet, wobei die Anwendungsgebiete natürlich gleich sind. Selbstverständlich sind bei homöopathischer Anwendung die Risiken und Nebenwirkungen sehr gering, da das Bischofskraut stark verdünnt wird und die Wirkstoffe nur noch in verdünnter Form vorliegen.

Es ist zweifellos belegt, dass Bischofskraut früher sogar zur Prophylaxe eingesetzt wurde, bei Asthma und Bronchitis, sowie Brustschmerzen wurde Bischofskraut eingesetzt. Freilich war damals die Wirksamkeit dieses Medikaments noch nicht bekannt, es wurde sogar häufig überdosiert. Vergiftungen und der Tod waren die Folge. Noch lange nachdem das Mittelalter beendet war, galt Bischofskraut immer noch als wertvolle Hilfe für die Gesundheit. Oft wurde es zur Vorbeugung eingesetzt und war „das“ Mittel, bei Durchblutungsstörungen und Krämpfen.

Wogegen hilft das Bischofskraut?

Bedeutung für die Gesundheit

Heute spielt das Bischofskraut nur noch eine sehr kleine Rolle in der Medizin, aber in der traditionellen Naturheilkunde, darf es nicht fehlen. Hiermit können koronare Durchblutungsstörungen und Brustenge erfolgreich behandelt werden. Auch in der Augenheilkunde wurden beachtliche Erfolge erzielt, Bischofskraut kann Netzhautreizungen lindern und wird sogar bei „grünem Star“ erfolgreich eingesetzt.

Weiterhin kann Bischofskraut zur Zahnreinigung verwendet werden, allerdings sollten die Früchte nicht gegessen werden. Sie dürfen keinesfalls geschluckt werden, sondern müssen sorgsam ausgespuckt werden. Auch in der Urologie findet es Anwendung, bei Harnwegsinfektionen wird es von Ärzten gern zur Spülung hergenommen. Natürlich kann aus den getrockneten Früchten auch ein Tee hergestellt werden. Im Handel befindliche Tee-Sorten dürfen aber keinesfalls Khellin und Visnadin enthalten, damit einer eventuellen Überdosierung vorgebeugt werden kann.

Sind die Früchte getrocknet und werden kühl, dunkel und trocken gelagert, sind sie nahezu unbegrenzt haltbar, der Wirkstoff geht auch nach Jahren nicht verloren. Bischofskraut kann auch bei Schuppenflechte angewendet werden, allerdings besteht bei häufiger Anwendung die Gefahr, dass Haut- oder Lungenkrebs gebildet wird.

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