Bienengiftallergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Dezember 2014
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Eine Bienengiftallergie ist eine allergische Reaktion auf das Gift von Honigbienen. In Deutschland sind etwa 1 – 5 Prozent der Bevölkerung allergisch auf Bienengift.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Bienengiftallergie?

Eine Bienengiftallergie ist eine Allergie vom Soforttyp (allergische Reaktion Typ1). Eine Reaktion findet innerhalb weniger Minuten oder Sekunden statt. Die wichtigsten Allergene im Bienengift sind Phospholipase A, Hyaluronidase sowie Mellitin. Bienengift ist ein Injektiosnallergen. Bei einer Bienengiftallergie treten nach einem Stich Ganzkörperreaktionen auf. Die Symptome sind eine Überreaktion des Immunsystems auf die im Bienengift enthaltenen Allergene.

Aufgrund von ähnlichen Allergenen treten bei Menschen mit Bienengiftallergie häufig auch nach Wespen- oder Hornissenstichen allergische Reaktionen auf. Häufig spricht man daher auch von einer generellen Insektengiftallergie.

Ursachen von Bienengiftallergie

Für eine Sensibilisierung gegenüber Bienengift ist keine genetische Bereitschaft erforderlich. Eine Bienengiftallergie kann somit bei jedem Menschen auftreten. Für die Ausbildung einer Allergie muss es zunächst einen Erstkontakt mit dem Allergen geben, der meist symptomfrei verläuft. Der Körper reagiert auf einen Stich mit einer Überreaktion des Immunsystems und bildet übermäßig viele Antikörper gegen das Gift.

Im Körper erfolgt dann eine erhöhte Ausschüttung von Histaminen und Granzymen, welche die allergische Reaktion auslösen. Verursacht wird dies durch eine Mastzelldegranulation, ausgelöst durch Antigen-Antikörper-Komplexe, welche sich an die Mastzellen binden. Genaue Ursachen für die Ausbildung einer Bienengiftallergie sind nicht bekannt. Man geht jedoch davon aus, dass übermäßige Hygiene, schlechte Ernährung und Stress die Ausbildung einer Bienengiftallergie begünstigen. Auch der Rückgang von parasitären Erkrankungen wird als Ursache einer Bienengiftallergie genannt.

Symptome und Verlauf von Bienengiftallergie

Typische Symptome einer Bienengiftallergie:

Typische und normale Reaktionen nach einem Bienenstich sind Schwellung, Rötung und Schmerzen rund um die Einstichstelle. Eine Bienengiftallergie hingegen äußert sich zusätzlich durch Nesselsucht, Übelkeit und Erbrechen. Blutdruckabfall, Atemnot, Kreislaufschock, Tachykardie bis hin zu Herz- und Atemstillstand sind weitere mögliche Symptome.

Die Reaktionen treten dabei oft innerhalb weniger Sekunden, spätestens aber innerhalb einer Stunde nach dem Stich auf. Häufig kommt es zunächst zu Reaktionen der Haut, gefolgt von Herz-Beschwerden des Herz-Kreislaufsystems und des Magen-Darm-Traktes. Im weiteren Verlauf folgen Atemnot und Schock bis hin zu Bewusstlosigkeit. Unbehandelt kann eine Bienengiftallergie schließlich zu Herz- und Atemstillstand führen.

Diagnose von Bienengiftallergie

Einen Bienengiftallergie wird meistens durch Hauttests diagnostiziert. Bei dem häufig angewendeten Pricktest wird eine kleine Menge des Allergenes auf die Haut aufgebracht und anschließend mit einer kleinen Nadel in die Haut gestochen. Bei diesem Test lassen sich innerhalb weniger Minuten Sofortreaktionen erkennen. Bei dem ebenfalls verwendeten Intrakutantest wird das Testallergen intrakutan gespritzt. Treten innerhalb von 20 Minuten Rötungen und Juckreiz auf, ist von einem positiven Testergebnis auszugehen.

Bei dieser Form der Diagnose kann es jedoch bei einer vorhandenen Bienengiftallergie zu einem allergischen Schock kommen. Deshalb sollte so ein Test nur stationär erfolgen. Auch anhand von Bluttests lassen sich spezifische Antikörper gegen Bienengift und eine somit erhöhte Sensibilität feststellen.

Eine ausführliche Anamnese ist ebenfalls Grundlage einer umfassenden Diagnostik einer Bienengiftallergie. Frühere Überreaktionen auf einen Bienenstich geben einen Hinweis auf eine mögliche Bienengiftallergie. Die Dauer zwischen Stich und den Reaktionen geben einen Hinweis darauf, ob eine normale Reaktion oder eine Bienengiftallergie vorliegt.

Behandlung von Bienengiftallergie

Die einzige Möglichkeit eine Bienengiftallergie zu behandeln ist eine Hyposensibilisierung mit Bienengift. Diese Therapie kann ab für Kinder ab dem 10ten Lebensjahr genutzt werden. Diese Art der Behandlung dauert circa 3 bis 5 Jahre. Über diesen Zeitraum werden immer höhere Dosen des Giftes unter die Haut gespritzt. Dadurch wird der Körper desensibilisiert. Da es bei dieser Therapie zu allergischen Reaktionen kommen kann wird sie stets unter stationären Bedingungen angewandt.

Der Therapieerfolg liegt bei circa 90 Prozent. Kommt es bei einer bestehenden Bienengiftallergie zu einem Stich, sollte zunächst der Stachelaperrat mit der anhängenden Giftblase aus der Haut entfernt werden, um zu Vermeiden, dass weiteres Gift injiziert wird. Die Einstichstelle sollte gekühlt und mit antiallergischen Salben behandelt werde. Eine Gabe von Antihistaminika und Kortikoiden ist ebenfalls hilfreich.

Notfallpakete für Bienengiftallergiker beinhalten auch eine Adrenalinspritze, die Atmung und Kreislauf wieder normalisiert. Ein solches Notfallpaket verschreibt der behandelnde bei einer diagnostizierten Bienengiftallergie Arzt. Das Set sollte unmittelbar nach einem Stich angewandt werden, möglichst bevor es zu einer allergischen Reaktion kommt. Kommt es erstmalig zu einer allergischen Reaktion ist sofort der Notarzt zu verständigen.

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Vorbeugung von Bienengiftallergie

Eine Vorbeugung gegen eine Bienengiftallergie ist lediglich durch das Meiden des Allergenes möglich. Um nicht von einer Biene gestochen zu werden sollten einige Verhaltensweisen beachtet werden. Lange Kleidung und festes Schuhwerk sowie der Verzicht auf stark duftende Parfums beim Aufenthalt im Freien sind unverzichtbar. Hektische Bewegungen sind zu vermeiden.

Bienengiftallergiker sollten stets das Notfallpaket mit sich führen. Speisen und Getränke sollten vor dem Verzehr immer auf Bienen kontrolliert werden. Insektenschutzmittel auf der Haut helfen ebenfalls Stiche zu vermeiden. Auch bei einem bloßen Verdacht auf eine Bienengiftallergie sollten die Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden.

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