Beta-Rezeptorenblocker

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Juni 2016
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Beta-Rezeptorenblocker hemmen die Wirkung von Stresshormonen wie Adrenalin. Daher wird bei Gabe von Betablockern die Herzfrequenz verlangsamt. Ein wichtiges Indikationsgebiet ist somit der Bluthochdruck sowie die koronare Herzkrankheit.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Betablocker?

Beta-Rezeptorenblocker werden auch als Betablocker oder ß-Blocker bezeichnet. Diese Arzneimittel hemmen die Wirkung des Stresshormons Adrenalin. Adrenalin wird im Nebennierenmark gebildet, steigert die Herzfrequenz und den Blutdruck und sorgt für eine Erweiterung der Bronchien. Die Wirksamkeit von Betablockern ist wissenschaftlich belegt. Das Arzneimittel kommt weltweit zum Einsatz und zählt zu den am häufigsten verordneten Medikamenten. Vom chemischen Aufbau her sind Betablocker Phenolether, organisch-chemische Verbindungen.

Betablocker sind als selektive sowie nicht-selektive Formen auf dem Markt. Sie wirken auf unterschiedliche Beta-Rezeptoren und werden daher individuell verordnet. Betablocker sollten regelmäßig und nach Anordnung des Arztes eingenommen werden. Mögliche auftretende Nebenwirkungen sind durch ein Absetzen des Medikaments in den meisten Fällen zu beheben.


Wirkung und medizinische Anwendung

Betablocker sind Arzneimittel die im menschlichen Organismus ß-Adrenorezeptoren blockieren. Dies hat zur Folge, dass die Wirkung des Hormons Adrenalin gehemmt wird. Zudem wird der Neurotransmitter Noradrenalin blockiert. Die stimulierende Wirkung des sympathischen Nervensystems auf die Körperorgane, wird somit gemindert. Dazu sind zwei Adrenorezeptoren von Bedeutung. Durch den ß1-Adrenorezeptor werden die Herzfrequenz und damit auch der Blutdruck stimuliert, wohingegen der ß2-Rezeptor die glatten Muskelzellen der Blutgefäße, der Gebärmutter und der Bronchien anregt.

Diese Wirkmechanismen der Betablocker haben zur Folge, dass der Ruhepuls sowie der Blutdruck gesenkt werden. Daher werden Betablocker zur Therapie vieler Krankheiten eingesetzt. Allen voran steht die Behandlung der koronaren Herzkrankheit und von Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt. Durch die Wirkung von Betablockern auf die ß2-Adrenorezptoren ist dieses Arzneimittel bei einer obstruktiven Erkrankung der Atemwege, wie etwa Asthma, nicht anzuwenden.

Die Betablocker würden die Kontraktion der Bronchialmuskulatur erhöhen und somit das Krankheitsbild negativ beeinflussen. Besonders zur Behandlung einer Hypertonie gelten Betablocker nach den Leitlinien zu den Medikamenten der ersten Wahl. Sie haben bei Menschen, die an einer Herzinsuffizienz leiden besonders günstige Wirkung. Betablockern finden in der Medizin des Weiteren Anwendung in der Behandlung von Migräne, Angststörung, Schilddrüsenüberfunktion und Blutschwämmchen.

Formen und Gruppen

Es gibt verschieden Formen von Betablockern. Auf dem Markt sind sowohl selektive als auch unselektive Arzneimittel. Selektive ß1-Rezeptoren blockieren den ß1-Rezpetor, wohingegen selektive ß2-Rezeptoren die ß2-Rezeptoren hemmen. Unselektiv wirksame Betablocker hemmen sowohl die ß1- als auch die ß2-Rezeptoren. Häufig verordnete nicht-selektive Betablocker enthalten die Wirkstoffe Propanolol (Inderal ®), Pindolol (Visken ®), Sotalol (Sotalex ®) oder Bopindolol (Sandonorm ®). Wirkstoffe die den ß1-Rezeptoren blocken sind zum Beispiel Atenol (Tenormin ®), Bisprolol (Concor ®), Celiprolol (Selectol ®), Metroprolol (Beloc ZOK ®) und Nebivolol (Nebilet ®). Zudem können auch die Stoffe Carvedilol (Dilatrend ®) und Labetalol (Trandate ®) verordnet werden.

Dosierung

Für die unterschiedlichen Wirkstoffgruppen gibt es verschiedene Dosierungsmengen. Die Dosierung ist jedoch nicht nur vom jeweiligen Medikament, sondern auch vom Menschen abhängig, der dieses Arzneimittel einnimmt. Meist wird mit einer niedrigen Dosierung begonnen und die Menge nach etwa zwei Wochen Einnahme erhöht. Betablocker sollten wenn nicht anders verordnet nach Anweisungen des Apothekers und dem Beipackzettel eingenommen werden.

Die meisten Betablocker werden oral eingenommen. Sie werden im Darm aufgenommen und größtenteils über die Leber abgebaut. Betablocker sollten regelmäßig eingenommen werden. Auf den Konsum von Alkohol sollte während der Behandlung möglichst verzichtet werden. Betablocker sollten auf keinen Fall vom Patienten selbst abgesetzt werden. Meist erfolgt ein langsames Absetzen des Medikamentes durch eine immer gering werdende Dosierung.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Betablocker werden zur Behandlung unterschiedlicher Erkrankung eingesetzt. Daher gibt es unterschiedliche medikamentöse als auch pflanzliche Alternativen. Insbesondere zur Behandlung eines hohen Blutdrucks ist nicht immer die Einnahme von Betablockern nötig. Eine Hypertonie kann durch eine gezielte Verhaltensänderung therapiert werden. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen sowie vollwertigen Ernährung können bereits den Blutdruck auf ein normales Niveau senken und die medikamentöse Therapie unnötig machen.

Dazu empfohlen wird zum Beispiel die Umstellung auf die mediterrane Kost. Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Radfahren können den Blutdruck und somit das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko ebenfalls senken. Neben dieser natürlichen Alternative ist eine Behandlung von Bluthochdruck durch ACE-Hemmer möglich. Diese Medikamente hemmen die Wirkung des körpereignen Eiweißes ACE. Dieses Protein bildet ein Hormon, das für die Verengung von Blutgefäßen und dem daraus resultierenden Bluthochdruck verantwortlich ist. Wenn das Protein blockiert wird, bildet es weniger des blutdrucksteigernden Hormons und senkt somit die Blutdruck.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Für die Behandlung mit Betablockern gibt es einige Kontraindikationen. Dazu zählen unter anderem COPD, Asthma bronchiale, akute Herzinsuffizienz und das metabolische Syndrom. Betablocker können eine negative Wirkung auf das Gewicht haben. Sie beeinflussen zudem den Fett- und Zuckerstoffwechsel. Menschen, die unter dem metabolischen Syndrom leiden oder sehr viel Bauchfett aufweisen, sollten wenn möglich nicht mit Betablockern behandelt werden.

Generell sind Betablocker gut verträglich. Dies gilt auch bei einer längeren Behandlungsdauer. Viele mögliche Nebenwirkungen sind nach Absetzen des Medikaments umkehrbar. Mögliche Nebenwirkungen sind ein zu langsamer Puls, Schwindel, Gewichtszunahme, Asthmaanfälle, Müdigkeit, Erektionsstörungen, Herzinsuffizienz sowie Überleitungsstörungen am Herzen. Bei Menschen die an der Hautkrankheit Schuppenflechte leiden, ist es möglich, dass durch die Einnahme der Betablocker ein Schub ausgelöst wird oder die Symptome der Krankheit verstärkt werden.

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