Beifuß (Artemisia vulgaris)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Dezember 2015
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Der Beifuß (Artemisia vulgaris) galt lange Zeit als die Mutter aller Kräuter. Auch heute wird das Gewächs als Heil- und Gewürzpflanze genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Beifuß wissen

Der Gewöhnliche Beifuß gehört zur Familie der Korbblütler. Er ist auch unter den Namen Wilder Wermut, Wisch, Sonnenwendkraut oder Besenkraut bekannt. Die ursprüngliche Heimat des Beifuß kann nicht mehr bestimmt werden. Er hat sich vermutlich durch den Ackerbau weltweit ausgebreitet. In Deutschland und Österreich ist er sehr häufig zu finden. Er bevorzugt nährstoffreiche Böden und wächst am Wegesrand oder am Rand von Geröllhalden.

Der Beifuß ist eine ausdauernde Pflanze mit krautigem Wuchs. Er kann bis zu zwei Meter hoch werden und wächst aufrecht. Die Stängel sind leicht behaart. An ihnen sitzen gefiederte derbe Laubblätter. Diese sind ungefähr fünf Zentimeter lang und zwei Zentimeter breit. Die Oberseite der Beifußblätter ist grün, die Unterseite scheint aufgrund der Behaarung grau bis weißlich.

Zur Blütezeit von Juli bis September trägt der Beifuß kleine unscheinbare grau-gelbe Blüten. Trotz seiner Größe ist der Beifuß eine eher unscheinbare Pflanze. Als Gewürz und Heilmittel werden die Blätter der Pflanze verwendet. Sie schmecken feinherb und leicht bitter. Das Aroma erinnert an Minze und Wacholder.

Bedeutung für die Gesundheit

Der Beifuß findet seit Jahrtausenden als Heilpflanze Verwendung. Lange Zeit war er sogar die bedeutendste Heilpflanze und wurde deshalb auch als die Mutter aller Heilpflanzen betrachtet. Im alten Ägypten, Persien und im antiken Rom war die Pflanze verschiedenen Göttern geweiht und galt als heilig.

Im Mittelalter war der Beifuß eine sehr beliebte Frauenpflanze, die von Hildegard von Bingen, Paracelsus oder Leonhart Fuchs zur Behandlung von Frauenbeschwerden empfohlen wurde. Auch heute wird der Beifuß in der traditionellen Heilkunde zu diesem Zweck noch eingesetzt. Er wirkt bei schwacher Menstruation blutungsfördernd und entkrampft zugleich. Seine wärmebildenden Eigenschaften machen ihn zu einer wertvollen Therapiepflanze bei Entzündungen des Unterleibes.

Er wirkt aber auch anregend auf die Verdauung. Er fördert die Bildung von Verdauungssäften und erleichtert somit die Aufspaltung und Verwertung der aufgenommenen Nahrung. Auch bei einer leichten Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse kann der Beifuß hilfreich sein. Aufgrund dieser verdauungsfördernden Eigenschaften ist er als Gewürz insbesondere bei fetten Speisen beliebt. Er sorgt für eine bessere Verträglichkeit von üppigen Mahlzeiten.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Wichtigste Inhaltsstoffe des Beifuß sind Sesquiterpenlactone. Sie sorgen für den leicht bitteren Geschmack des Krauts. Auch ätherische Öle sind in der Pflanze enthalten. Hauptbestandteile sind hier Linalool, 1,8-Cineol, Thujon und Kampfer. Des Weiteren enthält Beifuß Flavonoide (Quercetin), Polyine, Carotinoide, Hydroxycumarine und Triterpene.

Unverträglichkeiten

Viele Menschen reagieren allergisch auf Beifußpollen. Der Verzehr von Beifuß ist jedoch deswegen nicht immer problematisch. Pollenallergiker, die auf Beifuß reagieren, bilden aber häufig sogenannte Kreuzallergien aus. Sie reagieren dann zusätzlich allergisch auf Sellerie, Mohrrüben, Paprika oder Gewürze wie Anis, Fenchel oder Pfeffer. Da Beifuß anregend auf die Gebärmutter wirkt, darf er nicht in der Frühschwangerschaft verwendet werden.

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Einkaufs- und Küchentipps

Frischer Beifuß ist im Handel nur selten erhältlich. Er kann aber zwischen Juli und September auch selbst gesammelt werden. Die Blütenkörbchen sollten bei der Ernte allerdings noch geschlossen sein. Andernfalls sind die Blätter sehr bitter und können nicht mehr zum Würzen verwendet werden. Die Beifußwurzel wird erst im Herbst geerntet.

Ansonsten kann Beifuß aber auch getrocknet genutzt werden. Er ist als ganzes getrocknetes Kraut oder in pulverisierter Form im Handel erhältlich. Damit das Gewürz sein Aroma nicht verliert, sollte es dunkel und trocken gelagert werden.

Zubereitungstipps

Das feinherbe Aroma des Beifuß passt zu vielen Fleisch- und Gemüsegerichten. So wird unter anderem mit Beifuß die klassische Weihnachtsgans gewürzt. Aber auch Pilzgerichte lassen sich mit Beifuß gut verfeinern. Das Gewürz passt ebenso zu Eintöpfen, Fischgerichten oder Eierspeisen.

Beifuß sollte bei der Zubereitung mitgekocht werden. Das Kraut sollte allerdings vor dem Essen entfernt werden. Gibt man das Kraut einfach in einem Säckchen oder einem Teebeutel zum Essen, kann man das Gewürz vor dem Verzehr leicht wieder entnehmen.

Da der Beifuß fette Speise verträglicher macht, sollte er bei üppigen Mahlzeiten mit beispielsweise Ente, Schwein oder Aal nicht fehlen.

Verdauungsfördernd wirkt auch der Beifuß-Tee. Dafür wird einfach ein Teelöffel Beifußblätter mit 250 Millilitern Wasser übergossen. Der Tee sollte zwei bis drei Minuten ziehen und dann in kleinen Schlucken ungesüßt getrunken werden. Empfehlenswert sind je nach Beschwerden ein bis drei Tassen pro Tag.

Der Beifuß ist eine Heilpflanze mit einer sehr kräftigen Wirkung. Nach sechswöchigem Teegenuss sollte deshalb mindestens eine dreiwöchige Pause eingelegt werden. So können unangenehme Langzeitwirkungen verhindert werden.

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