Bauchwand

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Bauchwand

Die menschliche Bauchwand setzt sich aus drei Schichten zusammen, welche aus verschiedenen Gewebetypen bestehen. Jene Schichten sorgen gleichzeitig für die Begrenzung des Bauchraums mit den darin befindlichen Bauchorganen.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Bauchwand begrenzt und umschließt den Bauchraum und verbindet im weiteren Verlauf den Brustkorb und das Becken. Die Bauchwand selbst wird in drei Bereiche unterteilt; dazu zählt der laterale (seitliche), dorsale (hintere) und ventrale (vordere) Bereich. Vorwiegend werden unter dem Begriff Bauchdecke aber nur die lateralen und ventralen Abschnitte bezeichnet.

Die lateralen sowie ventralen Bereiche enthalten keine Knochen; vorwiegend tragen die Sehnen und Muskeln die Last. Die Organe, welche sich im Bauchraum befinden, werden vom Bauchfell überzogen und üben in weiterer Folge einen Druck aus, wobei die Bauchmuskulatur entgegenwirkt.

Anatomie

Die Cutis, die oberflächliche Bauchwandschicht, wird auch als Leder- oder Oberhaut bezeichnet. Unter der Cutis liegt die Subcutis. Jene Hautschicht setzt sich aus dem Fett- sowie Bindegewebe und der Fascia abdominalis zusammen. Das Bindegewebe selbst wird von Nerven sowie Blutgefäßen durchzogen.

Die mittlere Bauchwandschicht besteht aus der Fascia transversalis und der Rektusscheide. Des Weiteren besteht die Bauchwandschicht aus verschiedenen Bauchmuskeln. Dazu zählen der Musculus obliquus externus abdominis, der Musculus transversus abdominis sowie der Musculus obliqus internus abdominis sowie der Musculus rectus abdominis.

In der Rektusscheide befinden sich zudem Muskeln, Gefäße sowie Nerven. Die dritte (oder auch tiefe) Bauchwandschicht enthält das Peritoneum bzw. Bauchfell, welches im weiteren Fortgang den Bauchraum komplett auskleidet. Das sogenannte Peritoneum liegt - gemeinsam mit dem parietalen Peritoneum - an der inneren Bauchfaszie. Das viszerale Peritoneum hingegen bedeckt die im Bauchraum befindlichen Bauchorgane.

Funktion

Die Funktionen der Bauchwand sind vielfältig. Vorwiegend dient sie jedoch zum Schutz der im Bauchraum befindlichen Organe. Dazu zählen die Gallenblase, der Magen, der Darm, die Leber, die Milz und die Bauchspeicheldrüse. In der Unterhaut, der Subcutis, wird Fett als sogenannter Energiespeicher eingelagert.

Im weiteren Verlauf sorgt die Einlagerung von Fett auch als Schutz vor Wärmeverlust. Die mittlere Schicht sorgt hingegen für die Rumpfbeweglichkeit und ermöglicht in weiterer Folge die Oberkörperdrehung. Des Weiteren stabilisiert die mittlere Schicht, die auch als muskuläre Schicht bekannt ist, die Muskulatur des Rückens und die Wirbelsäule.

Die Muskulatur hilft der Bauchwand auch bei etwaigen Störungen der Blasenentleerung, dient aber als Unterstützung für die Entleerung der Harnblase. Die Bauchpresse kann zudem auch bei der Geburt eines Kindes eingesetzt werden; schlussendlich sorgt die Presse für eine verstärkte Wirkung der Wehen.

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Erkrankungen der Bauchwand

Unterschiedliche Krankheiten oder auch Schäden, die direkt an der Bauchwand entstehen, führen zu unterschiedlichen Beschwerden. Dazu zählen etwa Bauchschmerzen, die vorwiegend beim Heben von schweren Lasten oder auch beim Husten auftreten. Bauchschmerzen können etwa durch Risse in den unterschiedlichen Schichten entstehen; mitunter kann auch eine Hernie - einem Bruch - für die auftretenden Beschwerden verantwortlich sein. Bei einer Hernie bilden sich Geschwulste an der sogenannten Bruchstelle, welche als klassische Ausstülpungen bezeichnet werden.

Die Bauchwand verfügt auch über Schwachstellen, welche mitunter anfälliger für Verletzungen sind. Dazu zählt etwa die Leisten- und Nabelgegend. Immer wieder kommt es - im Rahmen hoher Belastungen - zu Nabel- oder auch Leistenbrüchen. Dabei liegt aber kein Knochenbruch, sondern eine Hernie vor.

Eine Hernie kann aber auch im Rahmen der postoperativen Laparoschisis auftreten. Dabei tritt eine Spalte auf, welche in den Gewebeschichten erkennbar ist. Jene Spalte tritt im Rahmen eines operativen Eingriffs auf und führt oftmals zu einer Entzündung der Bauchwand. Liegt eine Reizung des Bauchfells vor, klagt der Patient über Schwindel, Übelkeit und Erbrechen.

Liegt eine Aszites vor, sammelt sich im Peritoneum Flüssigkeit an, sodass im weiteren Verlauf eine Schwellung des gesamten Bauchs auftritt. Eine weitere Entzündung des Peritoneums kann unter anderem durch eine Blinddarmentzündung hervorgerufen werden.

Liegt eine zu schwach ausgebildete mittlere Schicht vor, klagt der Patient vorwiegend über Rückenschmerzen. Dies deshalb, weil sich die Lendenwirbelsäule nach vorne beugt und der Patient unter einem Hohlkreuz leidet. Dies führt nicht nur zu Schäden an den Bandscheiben, sondern kann auch für sehr starke Verspannungen sorgen.

Mitunter können im Bauchraum auch unterschiedliche Tumorerkrankungen auftreten, wobei jene primär die hinter der Bauchwand liegenden Bauchorgane betreffen.

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