Bauchschmerzen Oberbauch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 2. Juli 2016
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Bauchschmerzen im Oberbauch kennt jeder, da sie immer wieder aus verschiedenen Gründen auftreten können. In der Regel steckt eine harmlose Ursache hinter den Schmerzen. In einigen Fällen hingegen können auch schwerwiegende Erkrankungen Grund für das Unwohlsein sein.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Bauchschmerzen im Oberbauch?

Schmerzen im Oberbauch können sich als stechender Schmerz, Druckgefühl oder allgemeines Unwohlsein äußern. Sie gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt und können entweder spontan ohne ersichtliche Ursache auftreten oder aber Betroffene über einen längeren Zeitraum immer wieder plagen. Dabei treten sie entweder wiederholt auf oder sind ein dauerhafter Begleiter – sie sind chronisch. Mediziner bezeichnen Bauchschmerzen als Abdominalschmerzen oder abdominelle Beschwerden. Dies hängt mit der lateinischen Bezeichnung für den Bauch, Abdomen, zusammen.

Häufig werden Bauchschmerzen im Oberbauch als Koliken, krampfartige Schmerzen oder als dumpfer Schmerz wahrgenommen. Sie können – müssen aber nicht – mit verschiedenen anderen Symptomen einhergehen, die unter anderem für die Diagnosestellung von großer Bedeutung sein können. Je nachdem, wo die Schmerzen lokalisiert werden, kommen andere Erkrankungen in Betracht, die zu den Beschwerden führen. So sind links- und rechtsseitige Bauchschmerzen keine Seltenheit. Auch ist entscheidend, ob sie lokal im Oberbauch auftreten oder sich im gesamten Bauchraum verteilen.

Ursachen

Typische andere Symptome, die zusammen mit Oberbauchschmerzen auftreten können, sind Übelkeit, Sodbrennen und Erbrechen. Aber auch Beschwerden des unteren Verdauungstraktes sind keine Seltenheit. Hierzu gehören Durchfall, Verstopfung, Blähungen und Fieber. Zusätzlich berichten Patienten in Zusammenhang mit Bauchschmerzen manchmal von Blutungen des Darmtraktes oder einer harten Bauchdecke. Je nach Ursache kann es auch zu Fieber kommen.

Selten sind schwere Erkrankungen für akute Oberbauchschmerzen verantwortlich. Schuld können fettiges Essen oder Lebensmittelunverträglichkeiten sowie verdorbene Lebensmittel sein. Aber auch die meisten Magen-Darm-Erkrankungen gehen mit Bauchschmerzen einher. Aus diesem Grund bedürfen lang anhaltende oder immer wiederkehrende Schmerzen unbedingt einer Abklärung durch den Hausarzt. Neben funktionellen Beschwerden wie dem Reizmagen oder Reizdarm, ist auch Stress ein entscheidender Faktor, wenn es um Oberbauchschmerzen geht.

Andere mögliche Ursachen sind Infektionen, eine Gastritis oder Gallensteine, die sich ebenfalls durch starke Schmerzen im Oberbauch äußern. Nur sehr selten sind gefährlichere Erkrankungen wie Geschwüre des Magens oder Zwölffingerdarms der Grund. Magen- oder Darmkrebs gehen häufig mit starkem Druck- und Völlegefühl, Fieberschüben, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust einher.

Daneben sollten Betroffene aber auch über andere Ursachen nachdenken. Erkrankungen der Lunge oder des Herzens gehen manchmal ebenfalls mit Oberbauchschmerzen einher. Gerade bei schwereren Erkältungen, die mit heftigem Husten verbunden sind, ist eine Beteiligung der Lunge nicht auszuschließen. Alles in allem sind Oberbauchschmerzen keine Krankheit, sondern nur ein Symptom. Aus diesem Grund ist eine genauere Abklärung insbesondere bei häufiger auftretenden Schmerzen, wichtig.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Sucht jemand wegen starker, akuter Schmerzen im Oberbauch den Arzt auf, gilt es für diesen erst einmal herauszufinden, ob es sich um einen Notfall handelt. Dazu werden die Atmung, der Kreislauf und der Bewusstseinszustand des Patienten überprüft. Je nach Symptomatik und Krankengeschichte wird der Mediziner entscheiden, ob akut ein Notfall vorliegt. Bei der Anamnese fragt der kundige Arzt den Patienten beispielsweise nach der Dauer und der Art der Schmerzen. Waren sie plötzlich da oder setzten sie schleichend ein? Hat der Patient diese Probleme öfter oder nur gerade im Moment?

Zudem ist es wichtig, welche Form die Schmerzen haben. Deshalb ist die detailgetreue Schilderung des Betroffenen von zentraler Wichtigkeit. Zur Diagnosestellung muss der Hausarzt zudem wissen, ob die Oberbauchschmerzen nach dem Essen auftreten, davon gar besser werden oder bei bestimmten Körperbewegungen einsetzen. So kann er eingrenzen, welches Organ eventuell betroffen sein könnte. In der Regel wird er den Bauch abtasten und mit dem Stethoskop auf Darmgeräusche abhören.

Zur weiteren Diagnostik können Laboruntersuchungen des Bluts, Urins und gegebenenfalls des Stuhls herangezogen werden. Zusätzlich wird der Arzt einen Ultraschall durchführen, um mögliche Wasseransammlungen oder andere Veränderungen im Bauchraum sicher erkennen zu können. Andere Optionen bieten die Magen-, Bauch- und Darmspiegelung, wodurch entzündliche oder gar bösartige Erkrankungen schneller diagnostiziert werden können. Um Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu testen, kann der Mediziner beispielsweise einen Wasserstoff-Atemtest in die Wege leiten. Je nach Fall können auch andere Experten wie Kardiologen, Urologen oder Gynäkologen zurate gezogen werden.

Behandlung und Therapie

Oberbauchschmerzen sind erst einmal kein Grund zur Panik. Betroffene selbst können sich aus der Apotheke entkrampfende Medikamente besorgen. Viele davon sind rein pflanzlich und somit keine große Belastung für den Körper. Ansonsten ist viel trinken angesagt – sowohl Wasser, als auch Tees wie Fenchel, Pfefferminze, Kamille oder Anis helfen gegen die Schmerzen und halten bei zusätzlichem Erbrechen oder Durchfall den Flüssigkeitsspiegel des Körpers auf Trab. Zudem sollten in diesem Fällen dem Körper wieder Salze zugeführt werden, beispielsweise über Salzstangen. Ist Stress der Grund für die Schmerzen, sollte er möglichst vermieden werden. Ruhe ist angesagt. Außerdem sind fettige Speisen bei Schmerzen erst einmal zu vermeiden.

Sollten die Schmerzen anhalten, wird ein Mediziner nach der Diagnosestellung die nötigen Schritte einleiten, um den Auslöser zu bekämpfen. Hier richtet sich die Behandlung nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Dabei können Antibiotika verschrieben werden, wenn es sich um Infekte handelt oder aber Protonenpumpenhemmer bei einer Übersäuerung des Magens. In einigen Fällen werden nur die Schmerzen behandelt, zum Beispiel wenn die weibliche Regelblutung für die Schmerzen verantwortlich ist. Liegt ihnen ein Tumor zugrunde, kann eine Operation erforderlich sein.



Vorbeugung

Grundsätzlich kann Bauchschmerzen schwer vorgebeugt werden, da viele verschiedene Krankheiten der Auslöser sein können. Prinzipiell hilft die Verminderung von Stress aber, psychisch und funktionell bedingten Schmerzen vorzubeugen. Bewegung bringt den Darm auf Vordermann und regt die Verdauung an. Wer viel trinkt, kann Verstopfungen vermeiden. Außerdem ist es sinnvoll, auf ausgewogene Ernährung zu achten, um die Darmflora gesund zu halten. Gerade im Sommer ist es wichtig, auf gut gekühlte Lebensmittel zu achten und insbesondere bei anfälligen Speisen (Geflügel, Fisch, Eier und Sahne) die Kühlkette nicht zu unterbrechen. Entsprechende Lebensmittel sollten vor dem Verzehr nicht zu lange stehen.

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