Bartflechte (Usnea)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. Dezember 2015
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Die Bartflechte (Usnea) ist schon seit der Antike als Heilpflanze beliebt. Sie wird zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt. Die wissenschaftliche Bezeichnung lautet Usnea barbata.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen der Bartflechte (Usnea)

Bartflechtengewächse enthalten Usninsäure, die eine antibiotische Wirkung hat.

Die grünlich bis gelblich aussehende Bartflechte (Usnea) ist Mitglied der Flechtenfamilie (Parmeliaceae) und ist auch als Alt-Männer-Bart und Baummoos bekannt. Sie wächst hängend am Rindenstamm von Nadel- und Laubbäumen und ähnelt optisch einem Strauchgewächs. Botanisch gesehen bildet die Bartflechte eine Lebensgemeinschaft mit Ascomyceten Pilz und Chlorophyten Alge. Je nachdem, welche Wachstumsbedingungen die Heilpflanze vorfindet, wächst sie zwischen zehn Zentimeter und einen Meter in die Höhe.

Sie fühlt sich in der Hochgebirgsluft der Alpenwälder wohl, wo sie bessere Umgebungsbedingungen vorfindet, als in der schwefelhaltigen Luft des Flachlandes. Usnea barbata benötigt saure Rinden, um zu wachsen und bevorzugt daher die kühleren Hochgebirgsregionen der Alpenwälder mit hoher Niederschlagsrate und feuchter Luft. Das hängende strauchartige Gewächs bildet fadenähnliche Strukturen mit halbrunden stiftförmigen Auswüchsen. In den Anden-Gebieten wächst die Bartflechte sogar auf steinigem Untergrund. Ihre hängende, strauchähnliche Optik weist auf die volkstümliche Bezeichnung Alt-Männer-Bart hin. Zieht man das Gewächs auseinander, löst sich die Rinde ab und das weiße Pflanzenmark kommt zum Vorschein.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Dosierung

Die Bartflechte wird wegen ihrer hochwirksamen und antibiotisch wirkenden Substanzen als Heilpflanze eingesetzt. Als Hauptinhaltsstoff wirkt Usninsäure. Gerbstoffe und Vitamin C machen diese Heilpflanze so beliebt, denn sie wirkt antibakteriell, antibiotisch und entzündungshemmend. Sie wird zur Behandlung von Mandelentzündungen, Rachenentzündungen, Hautentzündungen, Darmerkrankungen, Erkältungen und Grippe eingesetzt.

Sie wird sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet. Zum Einsatz kommt das komplette Kraut, aus dem Tee, Tinkturen, Ur-Tinkturen, Lutsch-Pastillen, Naturarzneimittel und homöopathische Arzneimittel hergestellt werden. Auch die Kosmetikindustrie hat die konservierenden Eigenschaften der Bartflechte erkannt. Präparate aus Bartflechte lassen sich gut als Wundauflage und Umschläge verwenden. Als Deodorant auf natürlicher Basis wirkt die Bartflechte geruchshemmend.

Als Badezusatz geht sie gegen Hauterkrankungen vor. Lutschpastillen mit Dick-Extrakt legen sich wie ein Schutzfilm um die Rachenschleimhaut und behandeln Mandel- und Rachenentzündungen. Die Bartflechte therapiert mit ihren antibakteriell wirkenden Inhaltsstoffen Infektionen mit Tuberkelbakterien, Staphylokokken und Streptokokken. Auch grampositive Bakterien haben gegen diese Heilpflanze keine Chance. Damit ist die breite antibakterielle Wirkpalette jedoch noch nicht erschöpft. Das Naturprodukt wirkt anti-mikrobiell und lässt sich zur Behandlung von Pilzinfektionen einsetzen.

Das Heilkraut desinfiziert Wunden und vermindert oder verhindert Wundbrand. Bartflechten-Tinktur heilt Abszesse und Furunkel. Als Tee zubereitet, wird das Baummoos gegen Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt und mildert Probleme mit der Gallenblase. Wendet der Patient eine Tinktur aus Bartflechte an, kann er sein Körperfett gründlich von eingelagerten Gift- und Schadstoffen (Toxinen) befreien. Die ausleitende Wirkung schwemmt Abbauprodukte von Genussmitteln wie Alkohol, Nikotin und Fett, Schwermetalle und Rückstände von Pestiziden aus dem Körper und trägt so zur Gesunderhaltung bei.

Das wirksame Heilmittel geht gegen Hautunreinheiten, Akne, Sonnenbrand und entzündliche Hautbeschwerden vor. Die Usninsäure der Bartflechte kann auch synthetisch hergestellt werden. Das Präparat enthält vierzig bis fünfzig Prozent Alkohol, ist aber trotzdem leicht verträglich. Äußerlich trägt der Anwender die Ur-Tinktur drei bis viermal täglich auf. Fünf Milliliter Tinktur sind ausreichend. Bartflechtentinktur ist unter der Bezeichnung Usnea als homöopathisches Arzneimittel erhältlich. Die größte Einheit beträgt 125 Milliliter, kleinere Einheiten sind in Flaschen zu 30 und 50 Milliliter zu beziehen. Innerlich angewendet nimmt der Patient stündlich fünf Tropfen Ur-Tinktur ein. Auch die Vergabe eine halbe Stunde vor beziehungsweise nach dem Essen ist möglich. Wem die Tinktur zu stark ist, der kann sie mit etwas Wasser verdünnen.

Wogegen hilft die Bartflechte (Usnea)?

Bedeutung für die Gesundheit

Anwender, die ein Alkoholproblem haben beziehungsweise trockene Alkoholiker müssen von der Anwendung von Bartflechten-Präparaten absehen, da diese mit bis zu fünfzig Prozent Alkohol versetzt sind. Aufgrund dieses hohen Alkoholanteils dürfen Menschen mit Lebererkrankung dieses Heilkraut nicht anwenden. Bei Kindern unter zwölf Jahren ist die Vergabe nicht indiziert. Schwangere und stillende Mütter sollten vor der Einnahme ihren Hausarzt konsultieren.

Aufgrund seiner immunstärkenden Inhalte und ihres Vitamin C-Gehaltes gibt es kaum eine Infektion, die mit der Bartflechte nicht behandelt werden kann. Grippe, Mandel- und Halsentzündungen reagieren positiv und schnell auf die Wirkstoffe der Bartflechte. Die in den Schleimhäuten befindlichen Viren und Bakterien werden abgetötet.

Wegen des hohen Alkoholanteils und der stark ausleitenden Wirkung darf Usnea barbata nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden, da in diesem Fall nicht nur Schadstoffe und unerwünschte Rückstände, sondern auch wertvolle Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine und Stoffwechselprodukte aus dem Körper gespült werden. Die Anwendung der Bartflechte sollte sich auf eine Woche beschränken und darf nur verlängert werden, wenn der Heilpraktiker eine längere Therapie befürwortet.

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