Badminton

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. November 2014
Gesundpedia.deSportarten Badminton

Badminton gehört, wie Tennis oder Tischtennis, zu den Rückschlagsportarten. Als Einzelspiel (2 Spieler) oder als Doppelspiel (2 Spielerpaare), wird von den Spielern ein gefiederter Ball (an einem mit Leder überzogenen Kork mit befestigten Federn) im Flug mit einem Schläger über ein Netz abwechselnd hin- und her geschlagen. Ziel eines solchen Ballwechsels ist es, den Federball den Regeln entsprechend so über das Netz zu spielen, dass er in der gegnerischen Hälfte den Boden berührt oder von ihm nur fehlerhaft zurück gespielt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Wettkampfsport Badminton mit festgelegten Spielregeln, standardisierten Spielfeldgröße sowie Netzhöhe kommt aus England. Ihren Namen verdankt die Sportart dem englischen Landsitz des Duke of Beaufort in der Grafschaft Gloucestershire. Auf diesem Landsitz mit dem Namen BADMINTON wurde im Jahre 1872 das von britischen Kolonialoffizieren aus Indien mitgebrachte uns als „Poona“ bezeichnete Spiel vorgestellt.

Bereits lange vor dem 19. Jahrhundert zeugen japanische, koreanische und chinesische Quellenfunde sowie Schriften europäischer Fürstenhäuser darauf, dass ein federballähnliches Rückschlagspiel den Menschen in diesen Kulturkreisen als Zeitvertreib diente. Seit Ende des 19. Jahrhunderts hat Badminton eine weltweit stürmische Entwicklung genommen. Die Sportart wurde 1992 erstmalig olympisch.

Spielgedanke

Das Spiel besteht aus ständigen Situationswechseln, die unter Zeitdruck zu bewältigen sind. An einem Spiel sind entweder zwei (Einzelspiel) oder vier Spieler (Doppelspiel) beteiligt. Der Ball muss mit dem Schläger so in die gegnerische Hälfte geschlagen werden, dass der Gegner nicht in der Lage ist, den Ball den Regeln entsprechend zurück zuschlagen. Aus diesem Spielgedanken ergeben sich mehrere taktische Zielsetzungen.

Erstens muss jeder Ball sicher und möglichst mit wenig Risiko über das Netz ins gegnerische Feld geschlagen werden. Die meisten Wettkampfsituationen werden durch die Fehler des Gegners gewonnen. Zweitens müssen die Bälle so genau auf einen Punkt des gegenüberliegenden Feldes geschlagen werden, dass der Gegner voraussichtlich große Schwierigkeiten mit dem Rückschlag des Balles hat. Drittens müssen die Spieler versuchen, nach jedem Schlag einen zentralen Platz im Spielfeld einzunehmen, um ohne viel Laufarbeit die Bälle erreichen zu können.

Technik

Die Technik im Badminton ist eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Spiel. In diesem Zusammenhang sind die motorischen Voraussetzungen entscheidend. Diese können in konditionelle und koordinative unterteilt werden. Wichtige konditionelle Voraussetzungen sind unter anderem Kraft (Schnellkraft, Reaktivkraft) und Beweglichkeit. Als wichtige koordinative Fähigkeiten können Kopplungsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit und Reaktionsfähigkeit genannt werden.

Die Bezeichnung der unterschiedlichen Schlagarten im Badminton erfolgt entlang der in der Fachliteratur üblichen Begriffe, die in ihrer Konkretisierung eine Mischung aus englischen und deutschen Begriffen darstellen.

Unterschieden werden sollen der Clear als hoher weiter Schlag, der Drop als kurzer Schlag hinter das Netz und der Smash als kraftvoller Direktschlag / Schmetterschlag in Richtung Boden. Eine weitere Differenzierung der Schläge erfolgt entlang der Treffpunktbereiche des Balls in Vorhand- und Rückhandschläge. Zudem können sämtliche Schläge als Überkopfschläge sowie Überhandschläge ausgeführt werden, Clear und Drop auch noch als Unterhandschläge.

Schlagtechniken Überkopf und Überhand

Der Clear ist ein Befreiungsschlag, der Überkopf sowie Überhand gespielt werden kann. Der Clear ist ein hoher und weiter Schlag, der die Grundlinie des gegnerischen Feldes anvisiert. Das Ziel des Schlages ist es, mit dem hohen und weiten Schlag sich aus einer bedrängten Position zu befreien und zugleich auf die zentrale Position im Feld zurückzukehren. Gleichzeitig soll der Gegner aus der zentralen Position gedrängt werden.

Der Drop ist ein Schlag, der möglichst kurz hinter das Netz geschlagen wird. Dieser Schlag wird aufgrund seiner dem Clear identischen Aushol- und Schlagphase als Finte verwendet. Der gegnerische Spieler orientiert sich anhand der Bewegung der Finte in den hinteren Teil seines Spielfeldes, was dem schlagenden Spieler die Möglichkeit bietet die Spielfeldgröße optimal auszunutzen und den Gegner zur Durchquerung des ganzen Feldes zu zwingen.

Der Smash ist ein Schmetterball, der sehr hart geschlagenen wird. In der Folge des frühen Treffpunktes, erfolgt eine gerade Flugkurve des Balles. Besonders effektiv ist der Smash, wenn dieser am Gegner vorbei entlang der Seitenlinie geschlagen wird.

Schlagtechniken Unterhandschläge

Der Ball wird mit der Schlagtechnik der Unterhandschläge mit einem Ausfallschritt tief und spät geschlagen. Dabei ist der Treffpunkt unterhalb der Hand. Der Unterhand-Clear als hoher und weiter Befreiungsschlag bis zur Grundlinie verfolgt ebenso den Zweck der Überkopf- bzw. Überhandvariante.

Der Drop wird auch Stoppball genannt. In der Ausführung wird der Ball knapp hinter das Netz geschlagen. Besonders wirkungsvoll ist diese Schlagvariante, wenn während der Bewegung mit einer Finte ein Clear oder Smash angetäuscht wird. Allerdings ist die Ausführung relativ schwer, da bereits ein zu hoch gespielter Ball dem Gegner die perfekte Vorlage für einen direkten Punkt bietet.

Taktik

Unsere Sportwissenschaftler empfehlen:

Für ein effizientes und erfolgreiches Spiel im Badminton ist die Taktik von besonderer Bedeutung. Bestimmend sind verschiedene Faktoren, wie z.B. die physiologischen und psychologischen Verhaltensweisen vor und während des Spieles, die Fitness, der Umgang mit den Spielbedingungen, Anpassung der Spielweise an die Leistung des Gegners oder wann wer wo welchen Schlag ausführen sollte.

Übertragen auf den Wettkampfsport bedeutet Taktik das zweckbestimmte Handeln und Verhalten unter Einsatz der sportartenspezifischen Technikformen im Rahmen der geltenden Spielregeln.

Die Bedeutsamkeit des Faktors Taktik ist besonders in den Sportarten enorm, in denen die Aktiven unmittelbar gegeneinander antreten. Dies trifft in der Rückschlagsportart Badminton zu, in der eine direkte und unmittelbare Abhängigkeit der Aktionen beider Athleten gegeben ist. Die taktischen Möglichkeiten des Sportlers werden durch die vorausgehende Handlung des Gegners eingeschränkt und zum Teil vorbestimmt.

Ein Federball, der erst unter Netzhöhe erreicht wird, muss gehoben werden. Dies wiederum ermöglicht dem Gegner eine Reihe von günstigen Möglichkeiten zum Return. Die dargestellte gegenseitige Abhängigkeit ergibt sich bei dieser individuellen Rückschlagsportart bei jedem Ballkontakt aufs neue. Die Bedeutsamkeit jeder Ballberührung wird dadurch unterstrichen, dass mit einem einzigen Schlag der gegnerische Angriff abgewehrt und der eigene Spielaufbau bzw. Angriff ausgeführt werden muss.

Die Phase der praktischen Ausübung eines Handlungsentschlusses wird im großen Maße vom Niveau der konditionellen, der koordinativen Eigenschaften (einschließlich der Technik) bestimmt. Konditionelle Eigenschaften sind vorwiegend energetisch bestimmt. Besonders wichtig sind im Badminton-Einzel aus taktischer Sicht Schnellkraft und Schnelligkeitsausdauer.

Einflussfaktoren der Taktik

Die Technik ist die wichtigste Voraussetzung für taktisches Handeln. Erst auf der Basis sicherer und genauer Schläge sowie einer ausgefeilten Lauftechnik kann der Ball erlaufen sowie situationsgerecht zurück gespielt werden. Die Notwendigkeit weitreichender automatischer Bewegungsabläufe sowie eines ausreichenden Repertoires an technischen Elementen belegt die enge Abhängigkeit der taktischen Möglichkeiten vom Ausprägungsgrad der koordinativen Fähigkeiten. Generell wird die Taktik von verschiedenen inneren und äußeren Einflussfaktoren bestimmt:

Innere Einflussfaktoren

  • technische Fertigkeiten: Schlag- und Lauftechniken
  • konditionelle Eigenschaften: Ausdauer, Schnellkraft, Kraftausdauer, Schnelligkeit
  • Wahrnehmung und Analyse der Spielsituation
  • Gedankliche Entscheidung für eine motorische Lösung und motorische Lösung der Spielaufgabe
  • Fähigkeiten der Wahrnehmung: Sehkraft, peripheres Sehen, Berechnung des fliegenden Balles sowie der Bewegungen des Gegners
  • kognitiv-intellektuelle Fähigkeiten: Kenntnisse der Wettkampfregeln, taktische Kenntnisse, Erfahrung
  • motivationale Eigenschaften: Einstellung, Durchsetzungsvermögen, Konzentrationsfähigkeit

Äußere Einflussfaktoren

  • Leistungsvermögen des Gegners
  • Flugeigenschaften des Balles, Beleuchtungs- und Sichtbedingungen, Temperatur, Lärm, Zuschauer, Bedingungen des Hallenbodens

Taktische Prinzipien

Aufgrund der Bedeutsamkeit vom taktische Verhalten im Badminton sollten Grundprinzipien der Taktik stets vertraut sein, letztlich bei der Gestaltung eines erfolgreichen Spiels unbedingt Beachtung finden und umgesetzt werden. Taktische Regeln sollten den Prozess der Entscheidungsfindung durch das Wissen um Ereigniswahrscheinlichkeiten erleichtern sowie beschleunigen. Zwar ist das situationsangepasste Handeln im Wettkampf wichtig, dennoch sind grundlegend folgende taktische Grundprinzipien zu beachten:

  • Zurück in den zentralen Bereich! Ausgehend von der Spielidee, den Federball in das gegnerische Spielfeld zu schlagen, muss der Spieler bei jedem Schlag des Gegners damit rechnen, jeden Punkt seiner Spielfeldhälfte gleich gut erreichen zu müssen. Dabei ist die günstigste Startposition die Mitte der Spielfeldhälfte. Von dieser Position aus hat der Spieler zu jedem Eckpunkt des Spielfeldes den gleichen Weg zurückzulegen. Ist die Zeit nicht ausreichend, sollte zumindest eine Orientierung zur zentralen Position erfolgen.
  • Kampf um jeden Ball! Das Spiel ist erst nach dem letzten Punkt entschieden. Dieser elementare Grundsatz sollte immer beherzigt werden.
  • Sicher spielen! Viele Spiele werden durch die Fehler der Gegner gewonnen. Den Ball daher sicher schlagen, um unnötiges Risiko zu vermeiden.
  • Finten einsetzen! Das Einstreuen gelegentlicher Schlagfinten und Körpertäuschungen ermöglicht wesentliche taktische Vorteile. Geschnittene, verzögerte und ansatzlose schnelle Schläge mit späten, kurzen und schnellen Aushol- und Schlagbewegungen gestalten das Spiel unberechenbar. Ein später Beginn der Bewegung und eine kürzere, schnellere Schlagausführung liefern dem Gegner nur wenige und späte Informationen über den zu erwartenden Schlag. Die verwendeten Körpertäuschen sollten dabei in Verbindung mit Blickfinten (z.B. „No look-Bälle“) und Mimik durchgeführt werden.
  • Bereitschaftsstellung! Nach jedem Schlag sollte eine aktive Bereitschaftsstellung eingenommen werden. So kann man auf Spielsituationen schnell mit der nötigen Körperspannung reagieren.
  • Ecken anspielen und dem Gegner zum laufen bringen! Im Spiel muss versucht werden, die vier Spielfeldecken in unregelmäßiger Reihenfolge mit variantenreichen Schlägen (hoch und weit an die Grundlinie; kurze Drops hinter das Netz) anzuspielen. So wird der Gegner zum Laufen gebracht, unter Druck gesetzt und zu Fehlern gezwungen.
  • Richtig zum Ball stehen! Genaue und sichere Schläge sind nur bei richtiger Stellung zum Ball möglich. Diese wird durch gute Laufarbeit, basierend auf einer guten Kondition, erreicht.
  • Gegnerische Schwächen erkennen und ausnutzen! Die Schwächen des Gegners sollten immer in das eigene Spiel einbezogen werden (Konditionsschwache Spieler laufen lassen, technische Schwächen gezielt anspielen).
  • Platzierter Aufschlag! Der Aufschlag sollte so platziert werden, dass der Gegner möglichst weit aus dem zentralen Bereich getrieben wird und zu einem Return gezwungen wird, der die eigene Position in eine vorteilhafte Stellung bringt. Sinnvoll ist es, einen hohen und weiten Aufschlag zu spielen. Eingestreut sollten allerdings gelegentlich kurze Aufschläge oder hohe weite Aufschläge, damit der Gegner sich nie auf deinen Aufschlag einstellen kann. Die Platzierung der Aufschläge sollten zudem die Bereiche der jeweiligen Ecken anvisieren.

Badmintonschläger und Badmintonschuhe kaufen

Badmintonschläger

Die Form der Badmintonschläger ist etwas kleiner und deutlich leichter als der Tennisschlägers. Zudem ist er dünner besaitet. Die einfachste Ausführung eines Badmintonschlägers wiegt etwa 120 Gramm. Qualitativ bessere Modelle bestehen aus einem Carbon und wiegen lediglich zwischen 70 bis 80 Gramm. Um so härter der Rahmen ist, um so genauer lässt sich damit spielen. Um so weicher der Rahmen, um so unpräziser ist der Schlag. Allerdings ist der weichere Badmintonschläger armschonender und vermeidet Sportverletzungen.

Zur Bespannung im Anfängerbereich bieten sich günstige Kunststoffsaiten an. Fortgeschrittene und Profis verwenden hingegen teurere Naturdarmsaiten oder geflochtene Kunststoffsaiten, die eine bessere Ballkontrolle sowie längere Haltbarkeit ermöglichen.

Badmintonschläger kaufen

Grundsätzlich empfehlen wir beim Kauf eines Badmintonschlägers einen seriösen Händler aufzusuchen. Kaufen können sie qualitativ hochwertige und preisgünstige Badmintonschläger bei den großen bekannten Online-Versandshops. Der Preis eines Badmintonschlägers sagt nicht zwingend etwas über die Qualität aus. Entscheidend ist vielmehr, dass der Badmintonschläger auf ihre individuellen Bedürfnisse und Anforderungen abgestimmt ist.

Badmintonschuhe kaufen

Badmintonschuhe sollten sehr stabil, griffig und eine gute Passform besitzen. Der Schuh muss dem Fuß den notwendigen Halt geben, um den Anforderungen im Badminton gerecht zu werden. Zugleich darf der Badmintonschuh aber auch nicht zu hart sein, um Verletzungen von Fuß und Knöchel vorzubeugen. Der Schuh sollte demnach über gezielte Federungs- bzw. Dämpfungslemente (Geleinlagen) verfügen. Ganz besonders muss der Fersenbereich über eine gute Federung verfügen, um die Belastungen zu kompensieren.

Für plötzliche Richtungswechsel sollte das Sohlenprofil rutschfest und griffig sein. Das Obermaterial ist prinzipiell aus grobgewebtem und atmungsaktivem Kunststoff-Material (Mesh). Sportartikelhersteller wie z.B. Asics, Yonex, Oliver haben mithilfe modernster Technologie ihre Schuhmodelle auf die speziellen Bedürfnisse von Badminton-Spielern abgestimmt.

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