Bänderriss am Sprunggelenk

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Dezember 2016
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Von einem Bänderriss am Sprunggelenk ist die Rede, wenn es zu einer Ruptur des Außenbands am oberen Sprunggelenk kommt. Der Außenbandriss zählt zu den gängigen Sportverletzungen und ist weit verbreitet. Zu den typischen Symptomen gehören Schmerzen, ein Bluterguss sowie eine Schwellung. Die Behandlung des Bänderrisses erfolgt in der Regel konservativ.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Bänderriss (Bandruptur)?

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Ein Bänderriss am Sprunggelenk wird auch als Außenbandriss oder Außenbandruptur bezeichnet. Bei Frauen zeigt sich die Verletzung häufiger als bei Männern. Während jüngere Menschen meist unter einem isolierten Bänderriss am Sprunggelenk leiden, haben ältere Personen nicht selten mit weiteren Verletzungen wie einem Außenknöchelbruch zu kämpfen. Bei Kindern kommt die Verletzung oft am Wachstumsfugenbereich des Knochens vor.

Das obere Sprunggelenk übt die Funktion aus, den Vorfuß abzusenken und anzuheben. Für die Stabilisierung des Gelenks sorgen drei Bänder, zu denen auch das Außenband zählt. Das Band setzt sich aus drei unterschiedlichen Anteilen zusammen. Dabei handelt es sich um das Ligamentum talofibulare posterius, von dem die Außenknöchelinnenseite mit dem Sprungbein verbunden wird, das Ligamentum talofibulare anterius, das eine Verbindung zwischen dem Vorderrand des Außenknöchels mit dem Sprungbein herstellt, sowie das Ligamentum calcaneofibulare. Dieses verbindet Außenknöchel und Fersenbein miteinander.

In den meisten Fällen zeigt sich die Ruptur am Ligamentum talofibulare anterius. Bei 20 Prozent aller Patienten kann aber zusätzlich noch das Ligamentum calcaneofibulare reißen. Dagegen treten Rupturen des Ligamentum talofibulare posterius eher selten auf, weil es das stärkste Band darstellt.

Bänderriss durch Überlastung des Sprunggelenks.

Ursachen

Verantwortlich für einen Bänderriss im Sprunggelenk sind akute Überlastungen. Diese können zum Beispiel auftreten, wenn es zum Umknicken des Fußes in die äußere Richtung beim Laufen kommt. Am häufigsten geschehen derartige Unfälle auf nassen oder unebenen Böden, an Bordsteinkanten oder auf Treppen. Gefördert wird das Umknicken durch das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen. Daher sind Frauen häufig von dieser Verletzung betroffen.

Oftmals zeigt sich ein Außenbandriss des Sprunggelenks bei Sportlern. So widerfahren ihnen unkontrollierte Bewegungen, wenn sie nach einem Sprung landen oder mit einem Gegner zusammenstoßen. In den meisten Fällen tritt ein Bänderriss bei Sportarten auf, bei denen immer wieder Richtungsänderungen, rasches Anhalten oder kurze Sprints stattfinden. Dazu gehören Fußball, Basketball, Volleyball oder Tennis.

Als Risikofaktoren für einen Bänderriss des Sprunggelenks gelten unzureichendes Training, verkürzte oder zu schwache Muskeln sowie Nervenbeeinträchtigungen, durch die sich die Gelenkstellung schlecht wahrnehmen lässt. Ein weiterer begünstigender Faktor ist Übergewicht.

Symptome und Verlauf

Schmerzen, Schwellungen und Hämatome am betroffenen Gelenk sind typisch bei einem Bänderriss.

Bemerkbar macht sich ein Bänderriss am Sprunggelenk durch Schmerzen. Dabei läuft der Schmerz in der gleichen Intensität ab wie bei einer Bänderzerrung, sodass sich beide Verletzungen leicht verwechseln lassen. Darüber hinaus kommt es zu einem raschen Anschwellen des betroffenen Fußes. Reißen zudem die Hautvenen ein, hat dies ein Hämatom (Bluterguss) zur Folge.

Im Unterschied zur Bänderzerrung zeigt sich das Sprunggelenk instabil, sodass sich die betroffene Person unsicher beim Stehen fühlt. Ohne eine angemessene Behandlung des Bänderrisses drohen Spätfolgen am Sprunggelenk. Im Falle einer unzureichenden Abheilung wirkt das Gelenk auch weiterhin instabil, wodurch der Patient immer wieder umknickt. Dadurch sind deutliche Beeinträchtigungen des Alltagslebens möglich.

Normalerweise treten jedoch nur selten Komplikationen nach einem Bänderriss am Sprunggelenk auf, sodass er in den meisten Fällen einen positiven Verlauf nimmt. Auch Restbeschwerden, die noch einige Monate lang zu verspüren sind, gehen im Laufe der Zeit wieder vollständig zurück. Mitunter können durch eine Ruptur des Außenbands aber auch eine Arthrose oder eine Versteifung des Sprunggelenks auftreten. Nach der Verletzung ist die Gefahr, erneut einen Bänderriss am Sprunggelenk zu erleiden, doppelt so hoch wie bei Personen, die noch keinen Riss des Außenbands hatten.

Diagnose

Liegt Verdacht auf einem Bänderriss des Sprunggelenks vor, sollte der Patient sich an einen Sportmediziner oder Orthopäden wenden. Der Arzt erkundigt sich bei ihm zunächst danach, wie die Verletzung zustande kam, an welcher Stelle die Schmerzen auftreten, ob noch Stehen auf dem verletzten Fuß möglich ist und ob Verletzungen dieser Art schon einmal vorkamen.

Im Anschluss an die Befragung untersucht der Arzt den Fuß und überprüft dessen Sensibilität, Motorik und Durchblutung. Auffällig bei einer Sprunggelenksruptur sind der Bluterguss sowie die Schwellung des Gelenks. Fußfehlstellungen können auf eine knöcherne Beteiligung an der Verletzung hinweisen. Hat der Patient Druckschmerzen unterhalb des Außenknöchels beim Abtasten des Fußes, deutet dies auf einen Riss des Außenbands hin. Um die Funktion des Außenbandes zu kontrollieren, führt der Arzt den sogenannten Schubladentest durch, bei dem er den Fuß nach vorne schiebt, während der Patient das Knie beugt und das Schienbein fixiert. In manchen Fällen kann zur Untersuchung von knöchernen Bandausrissen eine Röntgenuntersuchung sinnvoll sein.

Behandlung und Therapie

Normalerweise lässt sich ein Bänderriss des Sprunggelenks auf konservative Weise behandeln. Wichtig sind bereits frühe Erste-Hilfe-Maßnahmen wie die sogenannte PECH-Regel. PECH ist die Abkürzung für Pause (P), das Kühlen mit Eis (E), Kompression durch einen Compression (Druckverband, C) und Hochlagerung (H) des verletzten Fußes. Auf diese Weise lässt sich den Schmerzen und einer Schwellung entgegenwirken. Des Weiteren kann der Patient auf Schmerzmittel wie Ibuprofen zurückgreifen.

Im Rahmen der konservativen Therapie erhält der Patient zumeist eine funktionelle Behandlung, bei der eine spezielle Knöchelschiene angelegt wird. Diese trägt er etwa sechs Wochen lang, damit der Fuß nicht wieder umknicken kann. In der ersten Therapiewoche ist es wichtig, den Fuß komplett zu entlasten, was durch den Einsatz von Unterarmgehstützen erfolgt.

Vollständig ruhiggestellt werden muss der verletzte Fuß in der Regel nur, wenn starke Schmerzen bestehen. Das Tragen einer Gipsschiene findet nur selten und dann auch nur für einige Tage statt

Gelegentlich kann allerdings auch eine Operation zur Behandlung des Außenbandrisses notwendig sein. Dies gilt besonders für Berufssportler oder wenn alle drei Bänder gerissen sind.



Vorbeugung

Damit es gar nicht erst zu einem Bänderriss am Sprunggelenk kommt, sollte vor Sportbeginn ein konsequentes Aufwärmen erfolgen. Wichtig ist außerdem das Vermeiden von einseitigen Belastungen.

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