Ausschlag am ganzen Körper

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. April 2017
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Ein Ausschlag am ganzen Körper (Exanthem) kann unverhofft an den unterschiedlichsten Körperbereichen auftreten. Die Haut zeigt dabei zum Beispiel Bläschen, Flecken oder Schuppen. Hinter dem Ausschlag am ganzen Körper können sich beispielsweise Allergien, verschiedene Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte und Infektionskrankheiten wie Masern oder Windpocken verbergen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ausschlag am ganzen Körper?

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Medikamente gegen: Hautkrankheiten

Ein akuter Ausschlag am ganzen Körper (Exanthem) breitet sich manchmal sehr langsam stetig weiter aus oder wandert von einem Bereich zum nächsten. Die jeweiligen Hautveränderungen werden als Effloreszenzen bezeichnet, wobei die Primär-Effloreszenzen (Flecken) als Erste auftreten.

Wird das Exanthem bei Kindern beobachtet, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen. Der Ausschlag am ganzen Körper kann das typische Symptom einer ansteckenden Kinderkrankheit sein, welche ohne professionelle Behandlung eventuell schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen kann.

Ursachen

Ein Ausschlag am ganzen Körper kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Exantheme sind typische Merkmale für bestimmte Allergien, Kinderkrankheiten sowie auch manche Geschlechtskrankheiten wie beispielsweise Syphilis. Allerdings können sich auch hinter einem Ausschlag am ganzen Körper innere systemische Krankheiten stecken.

Eine recht seltene Ursache für den Ausschlag am ganzen Körper ist eine Infektion mit HIV. Dieser Virus schwächt das Immunsystem, weshalb Bakterien, Viren oder Pilze wesentlich leichter die Haut besiedeln beziehungsweise den Körper direkt angreifen können.

Andere Formen vom Ausschlag am ganzen Körper sind zum Beispiel eine Gürtelrose und Soor. Die Ursache für Hautausschlag bei Kindern können beispielsweise Kinderkrankheiten wie Röteln oder Masern sein. Neurodermitis (atopische Dermatitis) ist ein weiterer Ausschlag am ganzen Körper, welcher sehr häufig im Kindesalter auftritt. Mit zunehmendem Alter verschwindet der Ausschlag am ganzen Körper oftmals eigenständig, wobei Erwachsene wesentlich seltener davon betroffen sind.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Tritt ein Ausschlag am gesamten Körper auf, sollte möglichst umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Hierbei kann es sich entweder um einen Allgemeinmediziner oder um einen Facharzt für Dermatologie und Venerologie handeln. Ein Ausschlag, der am gesamten Körper auftritt, kann auf zahlreiche Beschwerden hindeuten, die nur ein Arzt angemessen diagnostizieren kann.

Im Gegensatz zu einem lokal begrenzten Ausschlag, der in vielen Fällen als harmlos zu bezeichnen ist, deutet ein am ganzen Körper auftretender Ausschlag auf eine schwere Reaktion des Körpers oder auf eine Erkrankung hin. Somit ist es notwendig, beim Bemerken des Ausschlags unverzüglich einen Arzt aufzusuchen.

In einigen Fällen kann ein Hinauszögern des Arztbesuchs dazu führen, dass die Beschwerden sich verstärken oder anderweitige körperliche Reaktionen auftreten. Wird der Arzt jedoch rechtzeitig aufgesucht, ist in aller Regel eine schnelle und wirksame Therapie möglich.

Diagnose und Verlauf

Bei einem Ausschlag am ganzen Körper bedarf es einer raschen Diagnose, um schnell eine gezielte Therapie einzuleiten. Im Gespräch mit dem jeweiligen Arzt werden Zeitraum sowie Körperbereiche besprochen, wann und wo der Hautausschlag begann. Für die exakte Diagnose ist zudem besonders wichtig:

  • ob Symptome wie beispielsweise Übelkeit, Fieber oder Juckreiz, Schnupfen oder Husten beobachtet wurden
  • ob Vorerkrankungen bereits diagnostiziert und/oder gewisse Medikamente verabreicht wurden
  • oder ob ein direkter Kontakt zu bereits infizierten Personen bestand (Kita).

Eventuell werden noch diverse Fragen gestellt (Anamnese), um die Ursache weiter einzugrenzen. Anschließend steht der Ausschlag am ganzen Körper im direkten Fokus. Mittels Vergrößerungsglas, eines Glas- oder Holzspachtels sowie eventuell auch weiteren Geräten wird der Arzt eine genaue Untersuchung vornehmen. Manchmal werden zum Beispiel ein Abstrich, Allergietests und Blutentnahmen oder eine Biopsie (Gewebeprobe der Hautveränderung) für weitere Untersuchungen benötigt. Der Ausschlag am ganzen Körper kann sich jedoch im Verlauf in seiner Erscheinung verändern. Hierbei spricht die Fachwelt von Sekundär-Effloreszenzen. Durch Aufkratzen der Flecken (Primär-Effloreszenz) bilden sich Krusten, die Sekundär-Effloreszenzen.

Komplikationen

Ein Ausschlag am gesamten Körper ist für den Betroffenen in der Regel sehr belastend. Zusätzlich zu einem häufig auftretenden Juckreiz kann es auch zu einer psychischen Belastung kommen, wenn der Ausschlag über einen längeren Zeitraum hinweg besteht. Mit Komplikationen ist in Abhängigkeit von der Ursache und den Begleiterscheinungen des Ausschlags zu rechnen. Geht der Ausschlag mit einem Juckreiz einher, ist davon auszugehen, dass der Patient sich kratzen wird. Dies begünstigt Infektionen, da die Haut durch das Kratzen beschädigt wird und Krankheitserreger somit leichter eindringen können.

Infektionen stellen bei einem juckenden Ausschlag also eine häufig auftretende Komplikation dar. Dem kann entgegengewirkt werden, indem das Kratzen durch anderweitiges Abstellen des Juckreizes vermieden wird. Weitere Komplikationen ergeben sich aus der zugrundeliegenden Ursache des Ausschlags. Diese können jedoch nicht allgemein aufgeführt werden, da die möglichen Ursachen sehr verschieden sind. Die am häufigsten auftretende Komplikation stellt jedoch eine Infektion in Folge der Beschädigung der Haut dar. Eine ärztliche Abklärung ist in jedem Falle unumgänglich.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Ausschlag am ganzen Körper richtet sich nach der diagnostizierten Ursache. Infektionen werden zum Beispiel mittels Antibiotika, Antimykotika (gegen Pilze) oder Antiparasitika (gegen Parasiten) sowie antiviralen Medikamenten. Ausschlag am ganzen Körper, der auf allergische Reaktionen zurückzuführen ist, wird mit kortisonhaltigen Präparaten und Antihistaminika gelindert. Liegt eine andere Erkrankung vor, kann der Ausschlag am ganzen Körper eigenständig verschwinden, wenn diese therapiert wird.

Als Unterstützung kann der behandelnde Arzt spezielle Cremes und Salben verordnen, welche die Heilung fördern. Wird das Exanthem beispielsweise durch eine Kontaktallergie wie beispielsweise einer Nickelallergie (Schmuck oder Uhren) hervorgerufen, verschwindet er wieder, falls die Auslöser gemieden werden.

Kinderkrankheiten wie Röteln werden vom Arzt lediglich symptomatisch behandelt. Ist die Erkrankung überstanden, verschwindet auch der Ausschlag am ganzen Körper. Liegt die Ursache jedoch beispielsweise bei einer Schuppenflechte, ist die Behandlung aufwendiger. Für derartigen Ausschlag am ganzen Körper wird eine lokale Behandlung erforderlich, welche beispielsweise mit Retinoiden und Salizylsäure beginnt über Vitamin-D-Präparate bis zu einer Laser- oder Phototherapie.



Aussicht und Prognose

Wie so oft bei einer Erkrankung hängt die mögliche Prognose in starkem Zusammenhang mit der oder den Ursachen.

So kann es durchaus sein, dass sich ein Ausschlag am ganzen Körper von alleine wieder zurückbildet und vollständig abheilt. Es ist aber genauso möglich, dass die unterschiedlichen Symptomatiken bestehen bleiben oder sich sogar verschlimmern.

Eine Schuppenflechte (Psoriasis) zum Beispiel kann als chronische Hauterkrankung sehr unterschiedliche Verläufe annehmen. Eine extreme Verlaufsform liegt vor, wenn das Stadium einer psoriatischen Erythrodermie erreicht ist. Sie breitet sich am ganzen Körper aus und ist von einer immer dicker und starrer werdenden Haut gekennzeichnet. Ein lebensgefährlicher Verlauf ist nicht auszuschließen.

Emotionale Belastungen und Stress können für immer wieder auftretende Psoriasisschübe und deren individuelle Intensität verantwortlich sein und den Verlauf verschlimmern. Prägt die Psoriasis das äußere Erscheinungsbild der Betroffenen, führt dies häufig zu einem Rückzug aus dem sozialen Leben. Dies führt im Endeffekt zu Depressionen. Im Umkehrschluss ergibt sich eine Verschlimmerung des Krankheitsverlaufs.

Damit ein möglichst milder Verlauf erreicht wird, ist die Einnahme von speziellen Medikamenten erforderlich, die jedoch das Immunsystem unterdrücken und damit zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Infektionen und anderen physischen Erkrankungen führen. Es kann sich somit eine Spirale von Komplikation im weiteren Verlauf ergeben.

Vorbeugung

Um einem Ausschlag am ganzen Körper effektiv vorzubeugen, ist eine gesunde Haut besonders wichtig. Ist der ph-Wert (5,5) der Haut leicht sauer, können Pilze und Bakterien wesentlich besser abgewehrt werden. Somit sind Pflegeprodukte mit neutralem ph-Wert besser zu vermeiden.

Allergieauslöser wie beispielsweise Konservierungsmittel (Juckreiz) in Pflegeprodukten sollten gemieden werden. Es sollte stets beobachtet werden, wie die Haut auf die jeweiligen Produkte reagiert.

Ausschlag am ganzen Körper kann des Weiteren durch aggressive Substanzen ausgelöst werden. Diese befinden sich unter anderem vermehrt in Handwaschlotionen, Wasch-, Putz- und Spülmitteln oder chemischen Haarfärbemitteln sowie im intensiv gechlorten Schwimmbadwasser.

Idealerweise werden Handschuhe getragen, um den direkten Kontakt zu verhindern. Um Ausschlag am ganzen Körper zu vermeiden, ist besonders atmungsaktive und lockere Baumwoll-Bekleidung zu empfehlen.

Bücher über Hauterkrankungen

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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