Ausbleiben der Regel (Amenorrhö)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Ausbleiben der Regel (Amenorrhö)

Das Ausbleiben der Regel (Amenorrhö) ist ganz natürlich und kommt während Schwangerschaft und Stillzeit, sowie in der Menopause vor. Aber auch hormonelle Störungen und ernste Erkrankungen können für das Ausbleiben der Regel verantwortlich sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Ausbleiben der Regel (Amenorrhö)?

Der medizinische Fachbegriff für das Ausbleiben der Regel ist Amenorrhö. Die Regelblutung bleibt natürlicherweise während Schwangerschaft und Stillzeit aus. In den Wechseljahren bilden sich keine neuen Eizellen mehr, so dass das Ausbleiben der Regel hier ebenfalls vollkommen natürlich ist.

Allerdings kann die Amenorrhö auch auf andere Ursachen zurückgeführt werden. Zu diesen zählen Krankheiten oder hormonelle Störungen. Mediziner unterscheiden dabei die primäre Amenorrhö und die sekundäre Amenorrhö.

Erstere betrifft Frauen bis zum 16. Lebensjahr, bei denen die Regelblutung noch nicht eingesetzt hat. Letztere betrifft vorwiegend Frauen, die schon in einem normalen Zyklus standen. Allerdings spricht man vom Ausbleiben der Regelblutung erst dann, wenn diese drei Mal hintereinander ausgeblieben ist.

Ursachen

Die Ursachen für das Ausbleiben der Regelblutung sind dabei sehr unterschiedlich. Die natürlichen Ursachen, wie Wechseljahre, Stillzeit und Schwangerschaft sind allerdings nicht krankheitsbedingt. Für die primäre Amenorrhö sind oft Chromosomenstörungen verantwortlich. Von dieser Form des Ausbleibens der Regel spricht man erst, wenn ein Mädchen bis zum 16. Lebensjahr noch keine Regelblutung hatte.

Auch können Funktionsstörungen in den Eierstöcken auftreten und hormonelle Störungen sind ebenfalls häufig zu beobachten. Darüber hinaus können die rheumatoide Arthritis, die im Kindesalter auftritt, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Störungen der Nebennierenrinde oder Autoimmunerkrankungen zur primären Amenorrhö führen.

Die sekundäre Amenorrhö kann durch verschiedenste Ursachen ausgelöst werden. Häufig wird hier übermäßiger Stress genannt. Dieser kann ebenfalls im Zusammenhang mit der Ausübung von Leistungssport stehen. Nach einer drastischen Gewichtsabnahme, bei schweren körperlichen und seelischen Erkrankungen, Schilddrüsenproblemen und Gehirnentzündungen kann das Ausbleiben der Regelblutung aber ebenfalls eine Folge sein. Darüber hinaus kann ein Ei befruchtet werden, sich aber nicht in der Gebärmutter einnisten. In diesem Fall kommt es zu hormonellen Störungen, wodurch das Ausbleiben der Regelblutung verursacht wird.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Sollte das Ausbleiben der Regel länger andauern, sollte unbedingt der Arzt aufgesucht werden. Das gilt insbesondere dann, wenn die Regelblutung nach einer OP ausbleibt oder nach der Einnahme bestimmter Medikamente. Die Diagnose beginnt zunächst mit der üblichen Anamnese, wobei der Arzt die bisherige Krankengeschichte hinterfragt. Im Folgenden finden klinische und gynäkologische Untersuchungen statt.

Oftmals wird eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane durchgeführt und ein Scheidenabstrich ist ebenfalls üblich. Zudem muss die Schwangerschaft im Verlauf der Diagnose als Ursache für das Ausbleiben der Regelblutung ausgeschlossen werden. Eine Hormonuntersuchung anhand entnommenen Blutes kann ebenfalls Rückschlüsse für die zu stellende Diagnose zulassen. Bei den Hormonuntersuchungen werden vor allem die vorhandenen Östrogene, Androgene (männliche Geschlechtshormone), Prolaktin und Progesteron genauer begutachtet. Auch die Hormone FSH und LH werden untersucht. Sie werden von der Hirnanhangdrüse produziert und wirken sich unmittelbar auf die Eierstöcke aus.

Ein Funktionstest, mit dem nachgewiesen wird ob die Gebärmutterschleimhaut ausreichend ausgebildet ist, wird ebenfalls häufig zur Diagnose eingesetzt. Zusätzlich können die Funktionen der Schilddrüse und der Nebennieren überprüft werden. Dies wird jedoch nur bei begründeten Verdachtsfällen erfolgen. Bildgebende Verfahren können zusätzlich angewendet werden. Sie sollen nachweisen, ob eine Geschwulst vorliegt. Diese kann beispielsweise an der Hypophyse und am Gehirn auftreten. Eine Bauchspiegelung hilft dagegen dabei, den Zustand der Eierstöcke zu beurteilen, um der Ursache für das Ausbleiben der Regelblutung auf den Grund zu gehen.

Behandlung

Tritt die Amenorrhö auf, so können verschiedene Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen. Diese hängen stets von der festgestellten Ursache für das Ausbleiben der Regelblutung ab. Wurde eine hormonelle Störung festgestellt, so können Hormonpräparate verabreicht werden, um das Ausbleiben der Regelblutung zu bekämpfen.

Wurden im Rahmen der Diagnose Tumore festgestellt, ist oft nur ein operativer Eingriff möglich. Gleiches gilt, wenn es zu Fehlbildungen an den Geschlechtsorganen kam. Eine Psychotherapie als Form der Behandlung kommt immer dann in Frage, wenn psychische Belastungen/Störungen oder Stress verantwortlich für das Ausbleiben der Regelblutung waren.



Vorbeugung

Frau kann der Amenorrhö allerdings auch selbst vorbeugen. Oftmals tritt das Ausbleiben der Regelblutung nämlich aufgrund seelischer Belastungen auf. Hier kann es sinnvoll sein, gezielt Maßnahmen zu ergreifen, um das eigene seelische Gleichgewicht wiederherzustellen.

Entspannungstechniken, wie das autogene Training, die progressive Muskelentspannung oder Meditation haben in diesem Zusammenhang gute Wirkungen erzielt. Sportliche Aktivitäten können den vorhandenen Stress ebenso abbauen.

Sollte die Regelblutung wegen zu starker sportlicher Belastungen ausbleiben, sollte Frau kürzer treten. Nach einer starken Gewichtsreduktion ist es ratsam, wieder etwas Gewicht zuzulegen, um den Zyklus wieder zu normalisieren.

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