Augenzucken und Kopfschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. Juni 2016
Gesundpedia.deSymptome Augenzucken und Kopfschmerzen

Augenzucken und Kopfschmerzen haben oft eine harmlose Ursache. Neben Stress und Mangelerscheinungen können aber auch ernstere Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder, noch seltener, Gehirntumore dahinterstecken. Eine ärztliche Abklärung ist unbedingt erforderlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Augenzucken und Kopfschmerzen?

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Damit Muskeln kontrahieren, sind Nervenimpulse erforderlich. Diese Impulse werden vom Gehirn über efferente Nerven an die Muskelzellen geschickt. Wenn Nervenimpulse überschießen oder unkontrollierbar auftreten, entsteht Muskelzucken. Von Muskelzuckungen kann im Wesentlichen jeder Muskel im Körper betroffen sein. Unregelmäßig auftretende und kurzweilige Muskelzuckungen hängen in den meisten Fällen mit Stress oder Überlast zusammen.

Diese Art der Zuckungen tritt vor allem vor dem Schlafen ein, wenn der Körper zur Entspannung kommt. Neben Zuckungen der Beine ist das Augenzucken eine der verbreitetsten Formen von unwillkürlichen Muskelzuckungen. Augenzucken als alleiniges Symptom ist in annähernd allen Fällen harmlos. Die Kombination aus Augenzucken und Kopfschmerzen kann ebenfalls eine harmlose Reaktion sein. Begleitende Kopfschmerzen sind für Betroffene allerdings häufig beunruhigend. Das Augenzucken kann in diesem Fall auch auf eine ernstzunehmende Erkrankung verweisen und sollte zwingend vom Arzt abgeklärt werden.

Ursachen

Augenzucken hängt häufig mit Erschöpfung oder Müdigkeit zusammen. Wer beispielsweise viel am Computer arbeitet, überlastet oft seine Augen und leidet aus diesem Grund unter Umständen an plötzlich einsetzenden Augenzuckungen. In vielen Fällen sind auch Mangelerscheinungen für das Augenzucken verantwortlich. Vitamin-B-Mangel oder Eisenmangel können die Ursache für Muskelzuckungen sein. In diesem Zusammenhang liegt das Augenzucken meist allerdings nicht als isolierte Erscheinung vor, sondern betrifft verschiedene Muskelgruppen des Körpers.

Auch Ungleichgewichte im Wasserhaushalt können die Augen zucken lassen. In diesem Zusammenhang betreffen die Zuckungen in den meisten Fällen ebenfalls mehrere Muskelgruppen und treten so meist nicht ausschließlich im Bereich der Augen auf. Liegt eine Kombination aus Augenzucken und Kopfschmerzen vor, hängt dieses Phänomen häufig mit Stress zusammen. Augenzucken und Kopfschmerzen können darüber hinaus ebenso mit dem genannten Ungleichgewicht im Wasserhaushalt des Körpers zu tun haben und den Betroffenen dazu auffordern, mehr zu trinken.

Allerdings ist gerade die Kombination aus Augenzucken und Kopfschmerzen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Das gilt vor allem für Augenzucken, das von einseitigen Kopfschmerzen der Gegenseite begleitet ist. In seltenen Fällen kann ein Gehirntumor diese Symptome verursachen. Dasselbe gilt für neurologische Erkrankungen wie bakterielle oder autoimmunologische Entzündungen im Gehirn.

Wer an Augenzucken und Kopfschmerzen leidet, sollte nichtsdestotrotz nicht in Panik geraten. Eine neurologische Abklärung ist in diesem Fall zwar angezeigt, aber noch immer ist die Wahrscheinlichkeit für eine harmlose Ursache höher, so etwa für Mangelerscheinungen oder eine Stressreaktion. Vorsicht: auch wenn Augenzucken und Kopfschmerzen nicht über einen längeren Zeitraum anhalten, sondern schubförmig eintreten, kann theoretisch eine ernstzunehmende Ursache vorliegen, so zum Beispiel eine auf- und abflackernde Entzündung im größeren Rahmen der Autoimmunerkrankung MS.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Um Augenzucken und Kopfschmerzen auf eine Ursache zurückzuführen und eine diagnostisch vollwertige Abklärung zu erhalten, ist ein Neurologe zu konsultieren. Das gilt vor allem für länger anhaltendes Augenzucken mit begleitenden Kopfschmerzen. Auch harmlose Augenzuckungen und Kopfschmerzen können über einen längeren Zeitraum anhalten, aber eine Abklärung ist in diesem Fall unbedingt erforderlich. Durch den Zustand fühlen sich die meisten Menschen beunruhigt. Diese Beunruhigung kann mit ein Grund dafür sein, dass die Symptome längere Zeit überdauern. Deshalb ist eine Abklärung schon deshalb ratsam, weil sie den Patienten beruhigen kann.

Bildgebungen wie das CT helfen dem Neurologen dabei, sich ein erstes Bild von den Zuständen im Bereich des Gehirns zu machen. Schichtaufnahmen mittels MRT zeigen Veränderungen innerhalb des Gehirns und decken mögliche Tumore oder Entzündungen auf oder schließen sie aus. Darüber hinaus kann eine Liquor-Diagnostik erforderlich sein. Dabei wird dem Patienten aus den Liquor-Räumen der Wirbelsäule Hirnwasser zur labortechnischen Untersuchung entnommen. Eventuell bakterielle Entzündungserreger lassen sich auf diesem Weg detektieren. Darüber hinaus dient die Liquor-Diagnostik der Diagnose oder dem Ausschluss von Autoimmunerkrankungen oder Mangelerscheinungen und kann außerdem erste Hinweise auf mögliche Tumore geben. Falls sich weder in der Bildgebung, noch im Liquor Auffälligkeiten detektieren lassen, handelt es sich bei dem Augenzucken und den Kopfschmerzen mit großer Wahrscheinlichkeit um Stress- oder Erschöpfungssymptome. Der Verlauf hängt bei Augenzucken und Kopfschmerzen von der primären Ursache und deren Behandelbarkeit ab. Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose sind zum Beispiel nicht heilbar und können ausschließlich abgemildert und symptomatisch bekämpft werden. Der günstigste Verlauf besteht für Mangelerscheinungen und Stresssymptome. Diese Ursachen lassen sich vollumfänglich unter Kontrolle bekommen.

Behandlung und Therapie

Bei ursächlicher Stresssymptomatik wird den Patienten zu einem supportiven Stress-Abbautraining durch Praktiken wie Autogenes Training oder Meditation geraten. Diese Stress-Bekämpfungsmaßnahme kann in Kombination mit nervenberuhigenden Naturheilmitteln angewandt werden. Ursächliche Mangelerscheinungen wie Vitamin-B-12- oder Folsäuremangel werden dagegen mittels Substitutionstherapie bekämpft. Diese Behandlung gleicht die Mangelzustände aus. Augenzucken und Kopfschmerzen verschwinden in diesem Fall, sobald der ursächliche Mangel beseitigt ist.

In seltenen Fällen ist eine Darmerkrankung für die Mangelzustände verantwortlich. Die Stoffe zum Funktionieren des Nervensystems werden bei einigen Darmerkrankungen nicht mehr ausreichend aus dem Darm ins Blut aufgenommen. Bei unheilbaren Darmerkrankungen wird unter gewissen Umständen eine lebenslang intravasale Substitution der jeweiligen Substanzen erforderlich. Die Darmerkrankung selbst wird soweit wie möglich ebenfalls therapiert. Da Mangelzustände auch mit Stoffwechselstörungen in Zusammenhang stehen können, kann außerdem eine Behandlung der primären Ursache in den Stoffwechselwegen erforderlich sein.

Falls bakterielle Entzündungen im Gehirn das Augenzucken und die Kopfschmerzen verursacht haben, erfolgt die Behandlung meist durch eine kombinierte Kortison- und Antibiotika-Therapie. Kortison kann die Blut-Hirn-Schranke überschreiten und Antibiotikum bekämpft die ursächlichen Bakterien. Sobald die Entzündung abheilt, erledigen sich Auenzucken und Kopfschmerzen. Autoimmunologische Entzündungen werden in der akuten Phase ebenfalls mit Kortison behandelt. Diese Behandlung entspricht allerdings keiner ursächlichen Therapie.

Bei MS sind schubförmig immer wieder Entzündungen des zentralen Nervensystems zu erwarten. Um die Schübe zu verzögern und abzumildern, erhalten die Patienten eine prophylaktisch immunsuppressive Therapie mit Substanzen wie Interferon. Ist ein Tumor für Augenzucken und Kopfschmerzen verantwortlich, wird die Wucherung soweit wie möglich entfernt. Chemotherapeutika kommen abhängig von der Malignität und der Operierbarkeit des Tumors zum Einsatz.



Vorbeugung

In den meisten Fällen ist Augenzucken mit Kopfschmerzen ein Stresssymptom oder ein Mangelernährungssymptom. Diesen harmlosen Varianten lässt sich durch ausgewogene Ernährung und Stressbewältigung prophylaktisch begegnen. Ursachen wie die Autoimmunerkrankung MS lassen sich bislang nicht vorbeugen, da die Primärursache dieser Erkrankung bislang nicht geklärt ist. Auch Gehirntumoren lassen sich aufgrund der erblichen Einflussfaktoren nur in Maßen vorbeugen. Dasselbe gilt für einige primär ursächliche Darmerkrankungen, die zu Mangelerscheinungen führen.

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