Augenzucken am Unterlid

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Juli 2016
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Augenzucken am Unterlid ist ein häufiges neurologisches Symptom mit meist geringem Krankheitswert. Doch es können sich auch ernstere Ursachen hinter den lästigen Lidzuckungen verbergen. Um einen chronischen Krankheitsverlauf zu vermeiden, sollte jedes Augenzucken neurologisch abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Augenzucken am Unterlid?

Unter Augenzucken am Unterlid wird die unwillkürliche Verkrampfung der feinen Ringmuskeln um die Augen herum verstanden. Der sogenannte Muskulus orbicularis oculi ist ein mimischer Gesichtsmuskel, welcher auch willkürlich angespannt werden kann. Im Falle eines nervösen Augenzuckens am Unterlid kommt es zu schlagartigen Tics, die durch das vegetative Nervensystem gesteuert werden, der willkürlichen Steuerung also nicht unterliegen. Lidzuckungen an den Augenmuskeln können an einem oder an beiden Augen sporadisch oder in Form eines Anfalls als Dauerkontraktion von minutenlanger Dauer auftreten.

Nur einzelne Tics werden von den Betroffenen oftmals gar nicht wahrgenommen. Treten die Beschwerden jedoch häufiger auf, dann kann die Lebensqualität auf Dauer beeinträchtigt werden. Die unwillkürlichen Nervenkontraktionen der Augenlider sind auch für andere zu sehen. Der Ausprägungsgrad eines Augenzuckens am Unterlid kann während eines Tics vor dem Spiegel beobachtet werden. Es handelt sich in der Regel um eine harmlose Krankheitserscheinung, die ab einem gewissen Ausprägungsgrad für die Betroffenen dennoch als störend wahrgenommen wird.

Ursachen

Es gilt zunächst als Zeichen von innerer Anspannung und Nervosität, wenn das Unterlid eines oder beider Augen zuckt und flattert. Lidzucken in all seinen Ausprägungsgraden ist vor allem Ausdruck von negativem Stress. Es handelt sich um ein vegetatives Symptom, das die Betroffenen auch in Angst und Panik versetzen kann. Denn die unwillkürlichen Augenzuckungen können nicht willkürlich beeinflusst werden und treten völlig unvorhergesehen und scheinbar zufällig auf.

Der dem Augenzucken zu Grunde liegende Muskelkrampf des ringförmigen Augenmuskels wird durch örtlich überreizte Nerven hervorgerufen. Bei chronisch- negativem Stress ist die Blutstrombahn mit Hormonen aus der Nebennierenrinde geflutet, was insbesondere die feinen Nervengeflechte um die Augen herum in Hochspannung versetzt. Die Innervation der Augenmuskulatur ist besonders fein und empfindlich, weshalb sich hier fehlgeleitete, stressbedingte Impulse besonders leicht entladen.

Andere Ursachen für das Augenzucken am Unterlid sind Zugluft, Schlafmangel, Genussmittelmissbrauch, Schilddrüsenstörungen, neurologische Erkrankungen, falsch angepasste Sehhilfen oder bestimmte Arten von Hirntumoren als gravierendste Ursache für ein Augenzucken am Unterlid. Außerdem wird angenommen, dass ebenfalls eine Unterversorgung an dem Mineralstoff Magnesium oder an den Vitaminen des B- Komplexes zu fehlgeleiteten Nervenreaktionen am Auge führen können. Zunächst sollten alle anderen Ursachen ausgeschlossen werden, bevor die Diagnose stressbedingtes Augenzucken gestellt wird.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Der Krankheitsverlauf von Lidzuckungen kann je nach Ursache und Ausprägungsgrad sehr unterschiedlich sein, von akuten vorübergehenden bis hin zu chronischen Verlaufsformen mit jahrelangen Beschwerden. Unter dem Phänomen dieser sogenannten Faszikulationen ist meist nur ein Unterlid betroffen. Bei Rechtshändern zuckt meist das rechte Unterlid, bei Linkshänder meist das linke. Nur wenige Betroffene berichten davon, dass stets beide Unterlider von den Zuckungen betroffen sind. Bei chronischen Verlaufsformen kann während der Lidzuckungen auch die Sehfähigkeit vorübergehend beeinträchtigt sein. Monatelanges Zucken kann sich mit ebenso monatelangen anfallsfreien Intervallen ablösen.

Die Diagnose unwillkürliche Faszikulationen am Unterlid kann anhand der eindeutigen Symptomatik schnell und verlässlich gestellt werden. Um Stärke und Ausprägungsgrad festzustellen, kann auch eine erweiterte neurologische Untersuchung inklusive Nervenleitmessung erforderlich sein. Je schneller eine kausale, also ursachenbezogene Therapie eingeleitet wird, umso besser die Prognose für eine vollständige Ausheilung. Auch in chronischen Fällen kann durch Einleitung einer adäquaten Therapie das Augenzucken, welches in den allermeisten Fällen lediglich Ausdruck eines überreizten vegetativen Nervensystems ist, gelindert werden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Lid-Faszikulationen sollte sich stets nach der zugrunde liegenden Ursache richten, damit im Sinne des Patienten bestmögliche Therapieerfolge innerhalb kurzer Zeit erreicht werden können. In der Regel ist das Augenzucken am Unterlid ungefährlich und kann schon mit wenigen Änderungen im Lebensstil positiv beeinflusst werden. Zu den vielversprechenden Gegenmaßnahmen gehören private und berufliche Stressreduktion, der Verzicht auf nervenschädigende Genussmittel wie Nikotin, Alkohol oder Drogen sowie ein ausreichender, regelmäßiger Nachtschlaf von mindestens sieben Stunden.

Lässt das Lidzucken trotz der eingeleiteten Änderungen bei den Risikofaktoren des Lebensstils nicht nach, dann sollte spätestens jetzt der Arzt zur weiteren diagnostischen Abklärung aufgesucht werden. Ist ein Bluthochdruck ursächlich für das chronische Lidzucken, dann muss dieser zunächst behandelt werden, damit in der Folge auch die Zuckungen am Auge verschwinden können. Als hilfreich zur Behandlung hat sich auch eine Ernährungsumstellung erwiesen.

Die Produktauswahl zur Ernährung sollte so gestaltet sein, dass die Versorgung der Nerven und Muskeln besonders gut profitieren. Für eine ausreichende Zufuhr von B- Vitaminen sorgen Fleisch, Eigelb und Milchprodukte. Vegetarier sollten zur Unterstützung des Heilungsprozesses bei Augenzuckungen durch hohe Stressbelastung entsprechende Nahrungsergänzungen einnehmen.

Sinnvoll kann auch die zusätzliche Einnahme von Magnesium sein, weil dieses Mineral das Potenzial hat, nervale und muskuläre Erregungszustände abzumildern. Dabei sind Überdosierungen allerdings zu vermeiden, die ansonsten zu Durchfällen und Herzrhythmusstörungen führen könnten. Ist die Ursache einer Lidzuckung eine Schilddrüsenüberfunktion, Hyperthyreose, dann muss zunächst diese Grundkrankheit behandelt werden, bevor das Symptom des Augenzuckens verschwinden kann.



Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen gegen Augenzucken am Unterlid sind solche, welche das allgemeine Stresslevel des vegetativen Nervensystems herabsetzen. Als wichtiger Stressfaktor des Alltags gilt übermäßiger Kaffeegenuss. Das im Kaffee enthaltene Koffein kann bereits der Auslöser für nervöse Zuckungen am Auge sein. Der Kaffeekonsum sollte daher bei bestehenden Beschwerden möglichst eingeschränkt werden. Der Einsatz von beruhigenden Heilpflanzen wie beispielsweise Hopfen, Passionsblume oder Baldrian kann einen gesunden Schlaf und damit die nächtliche Erholung des überreizten Nervensystems fördern.

Wer durch berufliche oder private Verpflichtungen nicht in der Lage ist, seinen alltäglichen Stresslevel zu senken, sollte dennoch ein auch im Alltag leicht anzuwendendes Entspannungsverfahren erlernen. Als hilfreich zur Vorbeugung gegen nervöse Augenzuckungen am Unterlid haben sich die sogenannte progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, das autogene Training oder Yoga erwiesen.

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