Augengrippe

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Juli 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Augengrippe

Auch wenn sie viele Gemeinsamkeiten mit der Grippe hat, so handelt es sich bei der Augengrippe um keine Grippe im engeren Sinn. Gefährlich ist sie weniger wegen ihren Symptomen als wegen der Tatsache, dass in nicht wenigen Fällen bleibende Schäden entstehen können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Augengrippe?

Die Krankheit, die im Volksmund als Augengrippe bezeichnet wird, heißt medizinisch korrekt Keratoconjunctivitis epidemica. Der Grund, weshalb sie als Grippe bezeichnet wird, sind die vielen Gemeinsamkeiten mit der echten Grippe. Zwar sind es keine Influenza-Viren, aber andere Viren, die die Krankheit auslösen.

Ferner gibt es, wie bei der echten Grippe auch, keine kausalen Heilungsmöglichkeiten, sodass der Betroffene eine Spontanheilung abwarten muss. Aufgrund der verhältnismäßig hohen Infektiosität schreibt der Paragraf 7 Absatz 1 Nr. 1 des Infektionsschutzgesetzes vor, dass Ärzte Fälle einer Augengrippe zu melden haben.

Ursachen

Bei dem Erreger der Augengrippe handelt es sich um Adenoviren, genauer genommen die Subtypen 8 und 19. Zu den Besonderheiten dieser Viren zählt ihre hohe Widerstandsfähigkeit. Während andere Viren außerhalb eines Wirtes bereits in kürzester Zeit absterben bzw. inaktiv werden, können sich Adenoviren sehr lange, das heißt mehrere Wochen bis hin zu Monaten, in der freien Umwelt aufhalten und dabei aktiv bleiben.

Eine Ansteckung mit Adenoviren erfolgt über Schmierinfektion. Wenn zum Beispiel eine mit Adenoviren infizierte Person sich das Gesicht mit einem Handtuch abtrocknet, kann ein anderer, der sich mit demselben Handtuch das Gesicht trocknet, in Kontakt mit den Erregern kommen und sich anstecken.

Ebenso kommt der direkte Hautkontakt mit Infizierten in Betracht. Sobald der Betroffene sich unbewusst mit seinen Händen die Augen reibt, mit denen er einer erkrankten Personen die Hand geschüttelt hatte, kommen seine Augen in Kontakt mit den Augengrippe verursachenden Viren.

Symptome und Verlauf

Typische Anzeichen von Augengrippe:

Für gewöhnlich vergeht etwa eine Woche, ehe sich die ersten Symptome der Augengrippe zeigen. Die sogenannte Inkubationszeit wird mit sieben bis 10 Tagen angegeben. Zu den typischen Symptomen zählen in erster Linie eine gereizte Bindehaut sowie ein verstärkter Tränenfluss.

Beides lässt auf die Verbreitung der Erreger schließen. Zu diesen Beschwerden treten mit fortschreitendem Verlauf ein Fremdkörpergefühl in den Augen, Schwellung der unteren Lider sowie ein brennendes Gefühl in den Augen hinzu. Charakteristisch für die Augengrippe ist, dass die Beschwerden oftmals einseitig auftreten, das heißt, erst ein Auge Symptome zeigt, ehe sich das andere Auge anschließt.

Aufgrund der regen Reaktionen des Immunsystems beginnen die Lymphknoten anzuschwellen, vornehmlich die unter den Ohren. Alle Beschwerden bilden sich auch ohne Therapie von selbst wieder zurück. Gefährlicher ist die Augengrippe hinsichtlich ihrer Spätfolgen. Gerade weil der Erreger für das Immunsystem schwer zu bekämpfen ist, ist dieser gezwungen, relativ starke Angriffe gegen die Erreger zu führen.

Das bleibt für das umliegende Gewebe nicht ohne Konsequenzen. Vor allen Dingen die Hornhaut wird in Mitleidenschaft gezogen, mit der Folge, dass statistischen Angaben zufolge etwa ein Viertel aller Betroffenen nach einer ausgestandenen Augengrippe Probleme mit ihrer Hornhaut bekommen. Namentlich sind es Hornhauttrübungen, die als Spätfolge auftreten können.

Diagnose

Die Diagnose einer Augengrippe ist an sich nicht weiter kompliziert, nur wird sie von den meisten Augenärzten nicht gleich zu Beginn veranlasst. Der Grund ist der, dass das klinische Bild der Augengrippe dem der harmloseren Bindehautentzündung ähnelt. Weil diese oft vorkommt, neigen Ärzte dazu, voreilig von ihr ausgehend Antibiotika zu verschrieben, welche bei Bakterien, nicht aber bei (Adeno-)Viren wirken.

Deshalb sollte der Patient im Zweifelsfall darauf bestehen, dass der behandelnde Augenarzt einen Abstrich von der Bindehaut entnimmt, um mittels eines Erregernachweises Adenoviren als Verursacher der Augengrippe feststellen zu können.

Behandlung und Therapie

Diese Feststellung wird dem Patienten gleichwohl nicht zwingend die erhoffte Besserung bringen. Denn bis heute ist keine kausale Therapie gegen die Augengrippe bekannt. Dies ist allerdings nicht weiter problematisch, da die überwältigende Mehrzahl aller Augengrippen binnen zwei bis vier Wochen von selbst abheilt, sodass es einer Behandlung nicht bedarf.

Empfohlen wird allenfalls, Tränenersatzpräparate zu verwenden, um die Entzündungserscheinungen an der Bindehaut während der akuten Krankheitsphase abzumildern. In der Forschung wird überlegt, ob während einer akuten Augengrippe es nicht sinnvoll sei, dem Patienten Immunsuppressiva zu verabreichen. Die Idee ist, dass die Spätfolge der Hornhauttrübungen auf eine Überreaktion des Immunsystems zurückzuführen ist.

Um dies zu verhindern, wollen Ärzte mit Immunsuppressiva das Immunsystem vor Überreaktionen abhalten und so letztlich die Spätfolge der Augengrippe vorzubeugen. Kritiker meinen, dies sei angesichts der Nebenwirkungen von Immunsuppressiva nicht verhältnismäßig. Hornhauttrübungen können, sofern sie überhaupt auftreten sollten, mittels Laserverfahren schonender entfernt werden.

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Vorbeugung

Da sich die Augengrippe ausschließlich über Schmierinfektion verbreitet, bieten hygienische Standards einen sicheren Schutz vor einer Ansteckung. Dazu gehört, sich regelmäßig die Hände zu waschen, insbesondere nach direktem Hautkontakt mit Personen, die an einer Augengrippe leiden.

Sollte dies nicht möglich sein, so sollten wenigstens die Augen nicht mit den (ungewaschenen) Händen gerieben werden. Da auch der mittelbare Ansteckungsweg in Betracht kommt, sollten Handtücher nicht gemeinsam mit an einer Augengrippe infizierten Person genutzt werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

piwi kommentierte am 27.08.2014 um 15:44 Uhr

Hallo. Leider hat mich aktuell die Augengrippe erwischt. Bisher kannte ich die Erkrankung gar nicht. Empfinde es als sehr unangenehm. Im Moment ist erst ein Auge betroffen. Versuche zu Hause auf höchstmögliche Hygiene zu achten und hoffe, dass die Zeit der Heilung kommt.

yoyo kommentierte am 11.03.2015 um 17:40 Uhr

Ich hatte vor ein paar Jahren eine Augengrippe. Innerhalb von ein paar Stunden trat das Augenjucken auf, danach floss mir bereits der Eiter aus dem Auge. Der Augenarzt wusste sofort, was es war. Das andere Auge folgte nach zwei Tagen. Die Augäpfel waren blutrot. Ich konnte weder lesen, noch fernsehen und sie fühlten sich heiß an. Am angenehmsten war es noch, wenn ich die Augen zumachen konnte, also beim Schlafen. Ich habe Tropfen und Augensalbe verschrieben bekommen und es dauerte 4 Wochen. Es war sehr unangenehm. Ich musste noch ein Jahr danach Augentropfen zur Befeuchtung nehmen, weil meine Augen immer noch sehr empfindlich und trocken waren.