Augenbrauen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Augenbrauen

Die menschlichen Augenbrauen sind nicht nur ein Bestandteil der Gesichtsbehaarung; sie erfüllen unter anderem wesentliche Schutzfunktionen und sorgen - als sogenanntes mimisches Bindeglied - für eine nonverbale Kommunikation. Augenbrauen gelten als Perfektion des Schönheitsideals, werden heutzutage nicht nur gestylt, gezupft oder gefärbt, sondern können auch - nach einem Haarverlust - in der ästhetisch-chirurgischen Medizin rekonstruiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Das Supercilium - besser als Augenbraue bekannt - zählt zu Anhangsgebilden der Haut. Es handelt sich dabei um fadenförmige Gewebestrukturen, welche aus den Epithelzellen der Epidermis und der Dermis entstammen. Größtenteils bestehen die Augenbrauen aus Keratin. Im Bereich der Medizin werden die Augenbrauen in Kurz- sowie Borstenhaare bzw. den Terminalhaaren zugeordnet. In der Fachterminologie spricht man von einem bogenförmigen Hautwulst über dem Auge, der mit sehr kurzen Haaren besetzt ist.

Anatomie

Die Augenbrauen bestehen in ihrem Kern aus Epithelzellen und Haarmark; umgeben werden sie von einer Haarrinde, die aus verhornten Zellen sowie mehreren Schichten von Haarscheiden besteht. Das Haar selbst wird in drei Abschnitte unterteilt: Der Mediziner spricht von der zyklischen Haarschaft, den Haarfollikeln und der Haarwurzel.

Für die Funktion der Augenbraue sind im weiteren Verlauf vier Gesichtsmuskeln zuständig. Der Musculus frontalis, der sogenannte Augenbrauenheber, welcher auch als Kopfhaubenmuskel oder Stirnmuskel bekannt ist, ermöglicht eine Anhebung der Augenbrauen in vertikaler Ausrichtung.

Der Musculus corrugator supercili, der Augenbraunrunzler, sorgt für das Stirnrunzeln im unten verlaufenden Bereich. Der Musculus depressor supercili, der Augenbraunsenker, ermöglicht eine Senkung der Augenbrauen, wobei jene Funktion nur im Zusammenspiel mit dem Musculus orbicularis, dem Augenringmuskel, ausgeübt werden kann. Der Musculus procerus sorgt ebenfalls für eine Senkung der Augenbrauen.

Auf Grund des verformbaren Fettpolster, welcher zwischen der Knochenhaut und dem Augenringmuskel positioniert ist, verfügt der Mensch über die Möglichkeit, dass er seine Augenbrauen bewegen kann.

Aus welchen Gründen die Augenbrauen unterschiedliche Farben haben (schwarz, rötlich oder blond), darüber entscheidet Melanin, ein zelleigener Haarfarbstoff. Jener wird in den Haarwurzeln gebildet und wird als oxidatives Endprodukt in die Melanosomenproduktion weitergeleitet.

Funktion

Vor allem dienen die Augenbrauen als Schutz für das Auge. Vorwiegend dienen die Augenbrauen dazu, dass das Auge vor Schweiß, Sonnenlicht, Nässe sowie mechanischen Reizen (etwa Fremdkörpern) geschützt wird. Des Weiteren sorgen die Augenbrauen für eine Wärmeisolierung; sie regulieren die Wärmeabgabe bzw. mindern im weiteren Verlauf die Reibung.

Die Augenbrauen sind extrem beweglich und gelten daher auch als unverzichtbares Instrument in der Kommunikation. Schon alleine das Hoch- oder auch Zusammenziehen der Augenbrauen drückt enorm viele Emotionen aus: Skepsis, Zorn, Freude, Erstaunen - all jene Emotionen können, ohne Probleme, mit den Augenbrauen verdeutlicht werden.

Inwiefern die Augenbrauenbehaarung ausgeprägt ist, entscheidet sich vorwiegend durch genetische Faktoren. Des Weiteren zählen die Augenbrauen als Perfektionierung des Schönheitsideals. Ob gezupft, gestylt, geschminkt oder gefärbt - bereits in der Antike galten die Augenbrauen als unverzichtbares Instrument der Schönheit und wurden beidseits - von Männern und Frauen - intensiv gepflegt.

Schlussendlich verleihen die Augenbrauen dem Gesicht einen markanten und ausdrucksvollen Rahmen; gestylte Augenbrauen können zudem Schönheitsmakel wie etwa Schlupflider, Anomalien oder eine leichte Faltenbildung kaschieren.

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Erkrankungen der Augenbrauen

Liegen sogenannte Augenbrauenanomalien vor, welche sich etwa mit einem Ausfall der Augenbrauen bemerkbar machen, handelt es sich im Regelfall um eine sogenannte Verhornungsstörung. Der Grund ist oftmals eine genetische Disposition; liegt eine starke Atrophie vor, tritt ein signifikanter Schwund der sogenannten Augenbrauenfollikel ein.

Bei einer kleinen Hyperkeratose prägen sich vorwiegend die seitlichen Augenbrauen aus. Jener Augenbrauenausfall tritt vorwiegend im früheren Erwachsenenalter auf; mitunter können aber auch Kinder von dem Haarausfall betroffen sein. Wichtig ist eine gezielte Hormontherapie, sodass das Augenbrauenwachstum angekurbelt und gleichzeitig der Verlust der Augenbrauen gemindert werden kann.

Ein Augenbrauenverlust bei Frauen hingegen kann viele Ursachen haben. Bei einer weiblichen Alopezie sinkt der Östrogenspiegel bzw. steigt gleichzeitig das Testosteron. Mitunter können emotionaler oder auch körperlicher Stress, die Menopause oder auch operative Eingriffe, eine Geburt, eine Pilzinfektion oder auch Medikamente für einen dementsprechenden Haarverlust sorgen.

Jedoch gibt es im Bereich der ästhetisch-chirurgischen Praxis verschiedene Methoden, bei welchen Männern sowie Frauen Augenbrauen rekonstruiert werden können. Dabei wird vorwiegend die "Direct Hair Implementation" angewandt, die sogenannte direkte Haarimplantation.

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