Aufgeblähter Brustkorb

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Ein aufgeblähter Brustkorb ist keine eigene Erkrankung. Stattdessen steckt hinter dem Symptom eine ernsthafte Krankheit der Lunge. Betroffene sollten sich schnellstmöglich in Behandlung geben, um die dauerhaften Schäden auf ein geringes Maß zu reduzieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein aufgeblähter Brustkorb?

Wenn der Brustkorb aufgebläht ist, sind meist organische Ursachen an den Beschwerden schuld. Im Mittelpunkt steht hier die Lunge. Die Lunge besteht aus Millionen kleinen Bläschen, den Alveolen. Diese ermöglichen es dem Körper, das Blut mit Sauerstoff in der Lunge anzureichern, es findet ein Gasaustauschprozess statt, der wiederum die Grundlage aller Körperfunktionen ist.

Bei einem aufgeblähten Brustkorb beinhalten die Alveolen zu viel Luft. Bestimmte Prozesse sorgen dafür, dass sie sich überblähen. Ein Platzen der Lungenbläschen ist zudem nicht ausgeschlossen. Von außen wirkt der Brustkorb fassförmig vergrößert. Gleichzeitig verlieren die betroffenen Bläschen ihre Funktion, was einen Leistungseinfall und Atemnot zur Folge hat. Einmal eingetretene Schäden innerhalb des Gewebes können nicht geheilt werden.

Ursachen

Ursache eines so genannten Lungenemphysems ist eine hormonelle Störung. Geraten bestimmte Enzyme aus dem Gleichgewicht, können sie ihre Arbeit nicht mehr optimal austragen. Normalerweise sorgen bestimmte Prozesse in einem gesunden Körper dafür, dass abbauende Vorgänge und schützende Vorgänge des Lungengewebes in einem ausgeglichenen Verhältnis vorkommen und die Funktion damit sichern.

Wenn das Gleichgewicht jedoch aufgrund unterschiedlicher Ursachen aus den Fugen gerät, übertrumpfen die abbauenden Maßnahmen die schützenden, wodurch das Gewebe letztendlich zunehmend zerstört wird. So ist es möglich, dass Menschen einen vererbten Mangel an den Enzymen verfügen, welche die Lunge schützen sollen. Ein Lungenemphysem entsteht auf diese Grundlage jedoch meistens erst dann, wenn die Erkrankung ein bestimmtes Maß erreicht hat.

Bei einem weniger ausgeprägten Mangel sind es vor allem zusätzliche Substanzen, die den Druck auf die Lungenbläschen soweit erhöhen, dass diese sich aufblähen. Ausschlaggebend ist beispielsweise der Rauch von Zigaretten. Dieser beinhaltet Stoffe, die das Enzym deaktivieren, welches das Lungengewebe schützt. Abgase, Feuerrauch, Feinstäube und Infektion der unteren Atemwege wirken sich ähnlich auf den Körper aus.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Erkrankung breitet sich in den meisten Fällen über einen weiten Zeitraum hinweg aus. Somit werden erste Symptome erst dann wahrgenommen, wenn die Krankheit bereits vorangeschritten ist. Oft handelt es sich hier als erstes um Atemnot. Am Anfang bemerken Betroffene die Symptome nur bei stärkerer körperlicher Anstrengung, später erscheinen die Beschwerden bereits bei minimalen Belastungen oder sogar im Ruhezustand.

In fortgeschrittenen Stadien macht ein aufgeblähter Brustkorb auf die Problematik aufmerksam. Durch den Sauerstoffmangel ergeben sich Leistungseinfälle und eine Verfärbung von Fingern und Lippen. Die Diagnose wird anschließend über verschiedene Methoden gestellt. Ein Lungenfunktionstest zeigt, in welchem Maß die Atemwege in ihrer Funktion eingeschränkt sind und das Grad der Überblähung des Lungengewebes.

Die Methode beruht darauf, die ausgestoßene Atemluft des Patienten zu messen. Röntgenbilder geben Aufschluss über den Zustand der Lungenbläschen. Das Emphysem lässt sich gut erkennen, weil die geschädigten Zellen auf dem Bild dunkler wirken als die gesunden. Somit kann gleichzeitig das Stadium der Erkrankung festgestellt werden. Eine weitere Maßnahme ist eine Blutentnahme. Im Labor kann der Spiegel der Enzyme untersucht werden, die für Schutz und Abbau verantwortlich sind. Gleichzeitig wird die Sauerstoffsättigung deutlich.

Behandlung und Therapie

Die Erkrankung der Lungenbläschen kann nicht rückgängig gemacht werden, die Zellen wurden irreversibel geschädigt. Ziel der Therapie ist es somit, das Fortschreiten der Krankheit zu vermeiden. Hier müssen die konkreten Ursachen betrachtet werden. Liegen Infektionen der Atemwege vor, sollten diese eine fachgerechte Therapie erhalten. Abhängig von den Bakterien, Viren oder Pilzen, welche die Infektion ausgelöst haben, müssen die Maßnahmen angepasst werden.

Während bei leicht verlaufenden Infektionen meist schon Ruhe und Wärme genügt, wird ab einem bestimmten Maß die Einnahme von Antibiotika notwendig. Hustenstillende, schmerzlindernde und bronchienerweiterende Präparate liefern weitere Unterstützung. Haben schädigende Substanzen die Lungenschäden verursacht, sollten Patienten sich diesen bewusst nicht mehr aussetzen, um das schützende Enzym nicht zu betäuben. Das bedeutet für Raucher zum Beispiel die Abgewöhnung des Zigarettenkonsums. Besondere Aufmerksamkeit bedarf auch das Symptom der Atemnot, da dieses Wohlbefinden und Alltag des Betroffenen in einem hohen Maß einschränken kann.

Während die Lungenbläschen sich nicht erneuern und somit nicht mehr dazu in der Lage sind, Sauerstoff aufzunehmen und weiterzugeben, ist es möglich, die Atemmuskulatur zu stärken. Hier kommen insbesondere physiotherapeutische Übungen zum Einsatz. Ist die Aktivität der Enzyme aufgrund eines erblichen Mangels beeinträchtigt, können wöchentliche Infusionen die Erkrankung mildern. Im schlimmsten Fall muss operativ vorgegangen werden. Zum einen können so große Bläschen entnommen werden, zum anderen kann eine Lungentransplantation notwendig sein.

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Vorbeugung

Ein aufgeblähter Brustkorb lässt sich in einem gewissen Maß vorbeugen. Genetische Prozesse können nicht beeinflusst werden, die Aufnahme schädlicher Stoffe hingegen schon. So sollte bei Arbeiten mit Feinstaub und Feuerrauch auf einen optimalen Schutz geachtet werden. Ausschlaggebend ist auch die Einschränkung oder bestenfalls das Aussetzen des Zigarettenkonsums.

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