Aufgeblähter Bauch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Mai 2016
Gesundpedia.deSymptome Aufgeblähter Bauch

Ein aufgeblähter Bauch wird als unangenehm empfunden und schlägt häufig sehr auf das Gemüt. Allerdings ist es auch ein Tabuthema und selbst beim Arzt möchte man nicht gerne darüber sprechen. In der Regel haben Blähungen eine harmlose Ursache, können aber auch auf eine ernstere gesundheitliche Störung hinweisen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein aufgeblähter Bauch?

Ein aufgeblähter Bauch wird durch eine Gasansammlung im Magen-Darm-Bereich hervorgerufen. Tritt das Gefühl eines Blähbauches sofort nach der Nahrungsaufnahme auf, handelt es sich oft um eine schwer verdauliche fettreiche Mahlzeit, die länger braucht, um den Magen zu verlassen. Die Magensäure reagiert mit den Fettsäuremolekülen und setzt dabei Kohlendioxid frei.

Wenn die Blähungen einige Stunden nach der Nahrungsaufnahme entstehen, ist das ein Zeichen für eine verstärkte Gasbildung um Darm, die durch Fäulnis- oder Gärungsprozesse hervorgerufen wird. Allerdings kann ein aufgeblähter Bauch auch unabhängig von der Nahrungsmittelzusammensetzung und ihrer aufgenommenen Menge sein.

Ursachen

Für einen aufgeblähten Bauch gibt es vielfältige Ursachen. Oftmals ist es gar nicht so einfach, einen Zusammenhang zwischen Nahrung und den Bauchbeschwerden herzustellen, besonders wenn die Blähungen mehrere Stunden nach der Nahrungsaufnahme auftreten.

Weit gefasst bedeutet ein aufgeblähter Bauch eine Gasansammlung im Magen-Darm-Bereich. Diese Gasansammlung kann durch verstärkte Gasbildung im Verdauungssystem (besonders im Darm), durch vermehrten Gaseintrag durch Luftschlucken (Aerophagie) oder durch eine verringerte Resorption des Gases durch das Blut entstehen.

Des Weiteren kann auch eine Hemmung des Gasabganges durch eine Verkrampfung des Darmes vorliegen. Diese Verkrampfung des Darms wird meist durch psychische Prozesse ausgelöst und ist häufig Ausdruck des sogenannten Reizdarmsyndroms. Auch Luftschlucken ist häufig eine Erscheinung einer hektischen und nervösen Lebensweise. Es tritt beispielsweise bei zu hastigem Essen auf.

Eine verstärkte Gasbildung im Darm deutet gelegentlich auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Zöliakie oder Laktoseintoleranz), Störungen der Enzymbildung bei Bauchspeicheldrüsen-, Leber- oder Gallenerkrankungen oder auf eine veränderte Darmflora hin.

Dabei werden verschiedene Nahrungsmittelbestandteile vom Körper nicht richtig verdaut. Diese unterliegen dann den Fäulnis- oder Gärungsprozessen der Darmbakterien. Bei veränderter Darmflora wiederum gewinnen oft Fäulnisbakterien die Oberhand und tragen zur Gasbildung bei.

Letztlich kann ein aufgeblähter Bauch auch infolge des verringerten Abtransports von Darmgasen durch das Blut bei Kreislaufstörungen, Herzschwäche und Lebererkrankungen hervorgerufen werden.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Ein aufgeblähter Bauch äußert sich oft als unangenehmes Spannungsgefühl im Bauch. Manchmal treten linksseitige gegebenenfalls auch rechtsseitige Bauchschmerzen auf. Oft ist ein Blähbauch mit Verstopfung verbunden. Bei sehr starker Gasbildung kommt es jedoch häufig auch zu Durchfällen. Ein aufgeblähter Bauch kann zu Unkonzentriertheit, erhöhter Reizbarkeit und Kopfschmerzen führen.

Die unterschiedlichen Begleitsymptome eines Blähbauches führen den Arzt zunächst zu einer Verdachtsdiagnose, welche durch Untersuchungen noch erhärtet werden muss. Dazu wird er eine ausgiebige Anamnese durchführen. So kann er z. B. bereits feststellen, ob eventuell Unverträglichkeiten gegen bestimmte Nahrungsmittel vorliegen.

Sollten hartnäckige Beschwerden vorliegen, muss durch Stuhluntersuchungen herausgefunden werden, ob die Darmflora in Ordnung ist. Des Weiteren sind andere Grundkrankheiten, die auch zu einem aufgeblähten Bauch führen können, differenzialdiagnostisch auszuschließen oder festzustellen.

Behandlung

Die Behandlung eines aufgeblähten Bauches ist oft einfach, weil meist harmlose und gut bekannte Ursachen vorliegen. Einer der häufigsten Ursachen stellt das Reizdarmsyndrom dar. Da Hirn und Verdauungssystem durch den Vagus-Nerv und den Sympathikus miteinander verbunden sind, werden bei Stress aller Art auch Signale an den Darm gesendet, die ihn unter Umständen zum Verkrampfen bringen. Dabei können dann überflüssige Darmgase nicht mehr so leicht über den Anus abtransportiert werden, sodass es zu Blähungen kommt. In diesen Fällen helfen Entspannung, Spaziergänge und auch entkrampfende Wirkstoffe und Arzneien. Bewährt zur Entkrampfung des Darms haben sich Kümmel und Fencheltee. Da die Darmgase oft als Gasblasen in Form eines Schaums vorliegen, werden auch entschäumende Medikamente, wie Simeticon oder Polydimethysiloxan, empfohlen. Hat der Arzt andere Grunderkrankungen diagnostiziert, die den aufgeblähten Bauch hervorrufen, müssen diese konsequent therapiert werden.



Vorbeugung

Um einem aufgeblähten Bauch vorzubeugen, helfen manchmal kleine Veränderungen in der Lebensweise. Durch langjährige Erfahrung kann man häufig selber herausfinden, welche Lebensmittel individuell unverträglich sind. Durch das Weglassen dieser Lebensmittel ist es schon möglich, die ewigen Probleme mit dem Blähbauch in den Griff zu bekommen.

Weiterhin sollte auf regelmäßigen Stuhlgang geachtet werden. Denn wenn die Stuhlrückstände im Darm verbleiben, werden natürlich weiterhin Darmgase erzeugt. Außerdem fördern ballaststoffreiche Lebensmittel die Darmpassage.

Um den Darm in Bewegung zu halten, ist natürlich auch eigene körperliche Aktivität vonnöten, wobei ein täglicher Spaziergang schon Wunder wirkt. Nicht zuletzt tragen auch Stress- und Spannungsabbau dazu bei, sich den Tag nicht mehr so häufig durch einen aufgeblähten Bauch vermiesen zu lassen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

warcat kommentierte am 02.06.2016 um 21:03 Uhr

Kurz vor der Periode bläht sich mein Bauch auf. Ich bin 159 groß und wiege mittlerweile 74 kg. Mein Bauch bläht sich über den Tag so sehr auf, dass ich aussehe als stünde ich kurz vor der Entbindung. Er ist so fest und prall, dass ich keine Luft mehr bekomme. Eine Darm- und Magenspiegelung habe ich schon hinter mit. Mit keinem Ergebnis. Ich bin Laktoseintolerant, passe aber auf was ich esse. Kaum Süßigkeiten, viel stilles Wasser, Sport. Ich bin am verzweifeln und mittlerweile sehr aggressiv. Hat jemand Erfahrungen damit?