Astigmatismus

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Astigmatismus (Stabsichtigkeit) ist eine Sehstörung, die zumeist durch eine unregelmäßig geformte Hornhaut entsteht. Dadurch sieht der Patient Objekte in der Nähe und Ferne unscharf. Astigmatismus ist meist angeboren. Diese Tatsache ist ein Grund dafür, Kinder zu allen Vorsorgeuntersuchungen zu bringen. Diese umfassen auch Sehtests. Eventuelle Augenfehler werden so rechtzeitig festgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Astigmatismus?

Beim Astigmatismus funktioniert die Bündelung der einfallenden Strahlen nicht richtig. Normalerweise werden die Lichtstrahlen, die parallel ins Auge einfallen, durch Hornhaut und Linsensystem des Auges gebündelt und zu einem Punkt auf der Netzhaut vereinigt. Wie auf der Mattscheibe eines Fotoapparates entsteht so auf der Netzhaut ein umgekehrtes Bild, das von Sehnerven und Gehirn weiterverarbeitet wird.

Grund für die Disfunkrion ist eine unnormale Wölbung der Hornhaut, die keine punktförmige Vereinigung der Strahlen mehr zustandekommen lässt, sondern eine "stabförmige". Der dadurch ausgelöste Effekt beim Betroffenen: Er sieht nur unscharf.

Ursachen

Die unnormale Krümmung der Hornhaut (Astigmatismus) kann verschiedene Ursachen haben. Es werden danach zwei Arten von Stabsichtigkeit unterschieden, die "reguläre" und die "irreguläre". Die reguläre Stabsichtigkeit ist die am häufigsten vorkommende Form dieses Leidens. Sie ist meistens schon beim Säugling vorhanden, oft ist sie vererbt. Besonderheit bei der regulären Stabsichtigkeit: Die Hormhaut ist zwar unnormal gekrümmt, aber die Krümmung ist in sich regelmäßig. Trotzdem können sich die auftreffenden Strahlen nicht zu einem gemeinsamen Brennpunkt auf der Netzhaut vereinigen.

Bei der irregulären Stabsichtigkeit ist die Oberfläche der Hornhaut an verschiedenen Stellen unterschiedlich stark gewölbt. Die falsche Krümmung der Hornhaut ist also zugleich unregelmäßig. Die irreguläre Stabsichtigkeit tritt weniger bei Kindern, sondern meist erst in späteren Jahren auf. Sie kann Folge von Hornhautschädigungen sein, die Narben hinterlassen haben. Auch ein sogenannter Keratokonus, eine krankhafte, kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut, oder die beginnende Trübung einer Linse können eine Stabsichtigkeit auslösen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Astigmatismus:

Eine leichte Stabsichtigkeit wird oft nicht bemerkt. Erst wenn die Sehstörung stärker ausgeprägt ist, wird dies dem Patienten bewusst. Er sieht sowohl in der Ferne als auch in der Nähe unscharf. Gegenstände können entweder verschwommen oder verzerrt aussehen. Die Linse versucht dauernd das verzerrte Bild scharf abzubilden. Dadurch strengt das Sehen an und die Augen schmerzen.

Betroffene klagen auch häufig über Kopfschmerzen und brennende Augen. Normalerweise verschlechtert sich eine Stabsichtigkeit nicht, d.h., der Patient sieht immer gleich unscharf. Bei Kindern kann die Sehkraft allerdings nachlassen. Einen regelrechten Krankheitsverlauf gibt es bei der Stabsichtigkeit nicht. Wie so oft gilt: Je früher das Leiden erkannt wird, desto besser sind die Korrekturmöglichkeiten. Besonders bei der irregulären Stabsichtigkeit kann sich durch das Tragen einer Brille das Leiden manchmal verstärken.

Diagnose

Ansprechpartner ist der Augenarzt. Er wird zunächst einen allgemeinen Sehtest durchführen. Hat er den Verdacht auf Stabsichtigkeit, stehen ihm verschiedene Instrumente zur Verfügung, um die Diagnose zu stellen. Er kann das Auge beispielsweise mit einem "Keratoskop" untersuchen. Das ist eine durchbohrte Scheibe mit konzentrischen schwarzen und weißen Ringen. Bei einer astigmatischen Hornhaut erscheinen diese Kreise im Spiegelbild elliptisch.

Auch beim Betrachten des Auges durch ein Skiaskop kann er Hinweise auf Astigmatismus gewinnen. Mit einem Ophthalmometer kann er die Hornhautoberfläche genauer untersuchen und die Ausprägung der Stabsichtigkeit feststellen. Der Augenarzt kann ausmessen, ob sich die Hornhaut gleichmäßig oder unregelmäßig krümmt. Mit diesem Gerät lassen sich zwei leuchtende Bilder auf die Hornhaut projizieren, welche sich auf ihr spiegeln.

Der Abstand der Bilder wird so lange verstellt bis die Spiegelungen genau übereinander liegen. Dann liest der Arzt den Krümmungsradius ab. Die sog. Hornhaut-Topografie ist noch genauer. Ähnlich einer topografischen Landkarte, bei der Berge und Täler bildlich dargestellt werden, wird hierbei die Oberfläche der Hornhaut vermessen und die Oberflächenstruktur im Bild sichtbar gemacht.

Behandlung

Zum unscharfen Sehen kommt bei dem Astigmatismus dazu, dass sie mit Kurzsichtigkeit oder Übersichtigkeit gekoppelt sein kann. Um die Stabsichtigkeit zu korrigieren, muss so früh wie möglich eine Brille angepasst werden. Dazu werden "Zylindergläser" verwendet. Das sind besonders geschliffene Linsen, die die Lichtstrahlen auf spezielle Weise brechen und so deren Punktabbildung auf der Netzhaut möglich machen.

Manchmal ist die Fehlsichtigkeit jedoch so groß, dass nicht einmal eine solche Spezialbrille hilft. Die Korrektur ist dann nur noch mit Hilfe von Kontaktlinsen möglich. Der Augenarzt verordnet entweder normale oder torische Linsen, die zylindrisch gewölbt sind. Kontaktlinsen können allerdings bei unzureichender Pflege und Reinigung eine Hornhautentzündung auslösen.

Es besteht auch die Möglichkeit für eine operative Behandlungsmethode. Mittels refraktiver Chirurgie kann der Brechkraftfehler der Hornhaut ausgeglichen werden. Dadurch nimmt der Patient Objekte nicht mehr verzerrt sondern punktförmig wahr. Mit einem Laser kann der Chirurg die übermäßig gekrümmten Bereiche der Hornhautoberfläche vorsichtig abtragen. Spezialisten nehmen immer häufiger eine zusätzliche Implantation von Linsen in das Auge vor.

Eine schwere Stabsichtigkeit kann manchmal nur durch eine Hornhautübertragung beseitigt werden. Dabei wird ein etwa 4 bis 5 mm großes Stück Hornhaut vom Auge eines gerade Verstorbenen entnommen und verpflanzt. Geeignetes Transplantationsmaterial finden die Ärzte in speziellen "Augenbanken".

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Vorbeugung

Gegen Astigmatismus kann nichts unternommen werden. Da die Stabsichtigkeit meist angeboren ist, sollten die Kinder zuverlässig alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, wo eventuelle Fehlsichtigkeiten festgestellt werden. Als Erwachsener ist immer dann ein Besuch beim Augenarzt empfehlenswert, wenn sich die Sehschärfe verändert.

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