Apotheke

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. Juni 2016
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Unter einer Apotheke versteht man heutzutage ganz allgemein gesprochen einen Ort, an dem Arzneien und Medizinprodukte verkauft und stellenweise hergestellt werden. Eine wichtige Funktion der Apotheke und des dort arbeitenden Personals ist die Beratung des Kunden. Als Nebengeschäft sind in Apotheken auch Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika und weitere Waren aus dem medizinischen Bereich verfügbar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Apotheke?

Apotheken sind als Teil des Gesundheitssystems gesetzlich dazu verpflichtet, die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sicherzustellen. Ebenfalls per Gesetz geregelt ist es, dass ausschließlich Apotheken Medikamente verkaufen dürfen. So soll gewährleistet werden, dass eine qualifizierte Beratung zur Wirkung und möglichen Nebenwirkungen garantiert ist. Geführt werden dürfen Apotheken ausschließlich von staatlich geprüften Apothekern. Zum weiteren Personal einer Apotheke gehören weiterhin Apothekerassistenten, Pharmazieingenieure sowie pharmazeutisch-technische Assistenten.

Wirkung und medizinische Anwendung

Die ersten Vorläufer der Apotheken fanden sich bereits im 8. Jahrhundert in Arabien. In Bagdad und Damaskus schlossen sich Gewürzhändler zusammen, um gemeinsam mit den Mönchen aus den abendländischen Klöstern ihr Wissen zu teilen, zu vertiefen und konzentriert an festen Orten anzubieten. Die erste Trennung zwischen Ärzten und Apothekern wurde im 13. Jahrhundert von dem Stauferkaiser Friedrich II. per Dekret erlassen. Ärzten war es fortan verboten, eine Apotheke zu führen und Preise für Arzneimittel wurden gesetzlich festgelegt, um Wucher und einen Ausschluss großer Teile der Bevölkerung vom Zugang zu Arzneimitteln zu vermeiden.

Im Laufe des 14. Jahrhunderts wurden schließlich die Apotheker sesshaft. Waren sie vorher hauptsächlich als reisende Händler unterwegs, siedelten sie sich nach und nach an festen Orten an, um dort auch die Herstellung von Arzneien durchzuführen. Die älteste Apotheke Europas, die auch noch heute in Betrieb ist, findet sich in Trier am Hauptmarkt. Ihre Existenz ist urkundlich bis ins Jahr 1241 belegt. Auch in Dubrovnik und Tallinn bestehen noch Apotheken, deren Ursprung sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.

In Deutschland wandelten sich die Apotheken im Laufe des 17. Jahrhunderts von Orten der Herstellung zu wahren Forschungseinrichtungen. Hier waren es besonders Apotheken in Berlin und Sachsen, die mit neuesten Erkenntnissen gegen die damals allgegenwärtigen Seuchen und Epidemien anzukämpfen versuchten. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts verlagerte sich der Schwerpunkt der Apotheken von der Herstellung hin zur Beratung. Mit dem Auftreten der großen Industrien war es nicht mehr wirtschaftlich, Arzneimittel selber herzustellen. Heutzutage versorgen alleine in Deutschland knapp 20.000 Apotheken an 365 Tagen im Jahr die Bevölkerung mit Medikamenten, Supplementen und medizinischen Nebenprodukten.

Formen und Gruppen

In Deutschland erkennt man bereits seit 1951 jede Apotheke an Ihrem Logo: Ein „großes gotisches A auf weißem Grund mit in weißer Ausführung eingezeichnetem Arzneikelch mit Schlange“, so ist das bekannte Zeichen beim Deutschen Patentamt eingetragen. Dieses Logo ist nur in Deutschland gebräuchlich, in anderen Ländern wird eher das internationale Symbol, ein grünes Kreuz auf weißem Grund, verwendet. In früheren Jahrhunderten wurde übrigens oft ein ausgestopftes Krokodil als Erkennungszeichen verwendet. Dieses Tier galt als exotisch und wurde gleichgesetzt mit „gesund“ und als förderlich für die Genesung angesehen.

Dosierung

Die moderne Apotheke wird in Deutschland heutzutage unzähligen gesetzlichen Regelungen unterworfen. Das Arzeimittelgesetz, die Apothekenbetriebsordnung und das Sozialgesetzbuch schreiben genau vor, was in einer Apotheke verkauft werden darf und wie die Beratung auszusehen hat. Die Folge ist, dass Apotheker gezwungen sind, neben der Beratung der Kunden auch Unternehmensführung in Sachen Preis- und Produktpolitik zu übernehmen. Dass es hier zu Konflikten zwischen der Pharmaindustrie auf der einen und den Apothekern auf der anderen Seite kommt, ist nicht schwer zu erraten.

Arzneimittel, die einer Beratung bedürfen, können ausschließlich in Apotheken erworben werden. So soll die Sicherheit erhöht werden. Ein Rezept ist nur erforderlich, wenn das Medikament verschreibungspflichtig ist. Alle Vorgaben zu Medikamenten finden sich im Arzeimittelgesetz. Hier ist auch die strikte Regelung zur Beratung festgehalten, nach der apothekenpflichtige Arzneien nur durch geschultes Fachpersonal abzugeben sind. Dies erklärt auch, warum es keine Selbstbedienungsapotheken gibt – jedes Medikament darf nur dann verkauft werden, wenn der Kunde vorher alle offenen Fragen zur Anwendung und Risiken in einem persönlichen Gespräch klären konnte.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Die ursprüngliche Apotheke war ein inhabergeführtes Einzelgeschäft. Seit 2004 dürfen in Deutschland Apotheker bis zu vier weitere Filialen eröffnen, sofern die gesetzlichen Regelungen beachtet werden.

Apothekenkooperationen sind ein Zusammenschluss mehrerer Einzelapotheken mit dem Ziel, gemeinsame Werbeaktionen durchzuführen und bessere Konditionen im Einkauf zu erzielen.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Apothekenketten sind hingegen in Deutschland verboten. Kooperationen, die nach außen hin den Anschein einer Kette machen (z.B. Doc Morris) sind rechtlich gesehen Einzelbetriebe, die durch eine Art Franchise-System ein einheitliches Auftreten durchsetzen.

Versandapotheken waren in Deutschland bis 2003 verboten. Auch heutzutage ist nur Apotheken, die die rechtlichen Grundlagen einer Apotheke ohne Versandhandel erfüllen, erlaubt, Arzneimittel auf dem Postweg zu verschicken. Ebenfalls rechtlich geregelt ist es hier, dass eine Beratung der Kunden per Telefon oder Mail vor jedem Verkauf eines Medikamentes möglich ist.

Der Erwerb von rezeptpflichtigen Medikamenten über eine Versandapotheke ist problemlos möglich, hierzu muss nur das Originalrezept in Kopie per Post oder elektronisch an die Versandapotheke übersendet werden. Der Anteil der Versandapotheken in Deutschland steigt ständig. Durch eine ausgefeilte Preispolitik und einen großen Kundenkreis machen die Versandhändler der klassischen Apotheke mittlerweile harte Konkurrenz.

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