Aortenstenose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2016
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Die Aortenstenose bezeichnet eine Verengung der Aortenklappe, sodass der Blutausstrom aus dem Herzen erschwert ist. Dieser Herzklappenfehler schädigt das Herz und kann in der Folge bis zum Tod führen. Daher werden Aortenstenosen oft operativ behandelt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Aortenstenose?

Die Aortenstenose gehört zu den Herzklappenfehlern. Dabei ist die Aortenklappe betroffen, welche zwischen linker Herzkammer (linker Ventrikel) und Aorta geschaltet ist und als Ventil wirkt, um einen Rückfluss des Blutes in den linken Ventrikel zwischen den einzelnen Pumpaktionen des Herzens zu verhindern.

Bei der Aortenstenose ist die Öffnungsfläche der Aortenklappe verringert, wodurch es in Kopf, Armen und Beinen zu Minderdurchblutungen kommen kann. Als Gegenregulation steigt die Pumpleistung des linken Ventrikels an, was wiederum zu Schäden am Herzmuskel führt.

Ursachen

Eine Aortenklappenstenose kann angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein. Bei der angeborenen Aortenklappenstenose ist meist eine Formanomalie der Herzklappe die Ursache, statt aus 3 Teilen besteht die Klappe dann aus 2 Teilen (bikuspide Aortenklappe).

Die erworbene Aortenstenose kann sich als Folge eines rheumatischen Fiebers entwickeln, oder aber degenerativ, d.h. durch Verkalkung der Aortenklappe allmählich entstehen. Das rheumatische Fieber ist aufgrund der weiten Verfügbarkeit von Antibiotika selten geworden, wohingegen Verkalkungen von Blutgefäßen und Herzklappen mit steigendem Lebensalter immer häufiger werden.

Risikofaktoren für die Entstehung einer degenerativen Aortenstenose stellen eine verminderte Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) mit meist erhöhtem Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie), Rauchen, Bluthochdruck (Hypertonus) und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) dar. Bikuspide Aortenklappen verkalken zudem stärker als reguläre Aortenklappen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Aortenstenose:

Insbesondere die langsam entstehende degenerative Aortenstenose verursacht lange Zeit keine Beschwerden. Auch Patienten mit einer schweren Aortenstenose können zunächst noch symptomfrei sein. Erste Symptome sind häufig Schwindel und Ohnmacht (Synkope), die durch eine Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff verursacht werden. Häufig treten diese Symptome nach Belastung auf.

Infolge des erhöhten Widerstandes, gegen den das Herz pumpen muss, vergrößert sich der linke Ventrikel und der Herzmuskel nimmt an Dicke zu. Damit steigt jedoch auch der Sauerstoffverbrauch des Herzens, der wiederum aufgrund der Aortenstenose bei Belastung nicht gedeckt werden kann. Daraus resultieren Luftnot (Dyspnoe) und Brustschmerz mit Engegefühl (Angina pectoris) als weitere Symtome der Aortenstenose. Im weiteren Verlauf steigt die Belastung für das Herz immer weiter an, sodass das Herz schließlich nicht mehr in der Lage ist, seine Pumpfunktion angemessen auszuführen.

Diagnose

Bei Symptomen bei Aortenstenose wie Synkope, Dyspnoe und Angina pectoris werden zunächst mittels Stethoskop die Herztöne untersucht. Diese sind bei einer Aortenstenose auf typische Weise verändert. Außerdem leitet sich dieses Geräusch bis zu den Halsschlagadern fort und ist dort ebenfalls zu hören. Das EKG kann auch in fortgeschrittenem Stadium nur die Vergrößerung des linken Ventrikels zeigen und damit nur indirekte Hinweise für eine Aortenstenose liefern.

Eine zuverlässige Diagnose gelingt meist durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie), bei der mittels Dopplertechnik auch der Blutfluss durch die Aortenklappe untersucht wird. Bei dieser Untersuchung kann auch die Öffnungsfläche der Aortenklappe ausgemessen und damit die Schwere der Aortenstenose eingeschätzt werden.

Zusätzlich kann eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt werden. Dabei wird über die Leiste mittels eines Führungsdrahts ein dünner Schlauch in die Aorta und den linken Ventrikel geführt und Kontrastmittel eingespritzt. In der anschließend durchgeführten Röntgenaufnahme wird die Verengung der Aortenklappe dann sichtbar. Diese Untersuchung wird vor allem vor einer Operation durchgeführt, da gleichzeitig auch die Herzkranzgefäße beurteilt werden können, die bei gleichen Risikofaktoren häufig ebenfalls verengt sind.

Behandlung

Leichtgradige asymptomatische Aortenstenosen erfordern meist keine spezielle Therapie. Schwere körperliche Belastung sollte in diesem Stadium jedoch vermieden werden. Bei mittel- oder schwergradigen Aortenstenosen oder bei Auftreten von Symptomen ist jedoch eine Therapie angezeigt. Da es bisher keine effektive medikamentöse Therapie gibt, ist immer eine Operation erforderlich.

Meist wird die betroffene Aortenklappe ersetzt. Dazu stehen künstliche Klappen oder biologische Klappen z.B. von Schweinen zur Verfügung. Die neue Aortenklappe kann entweder bei einer großen Operation mit Eröffnung des Brustkorbs oder seit neuestem bei einem minimalinvasivem Eingriff ähnlich der Herzkatheteruntersuchung eingesetzt werden. Diese Operation kann auch bei 80-Jährigen ohne Begleiterkrankungen durchgeführt werden.

Alternativ kann die verengte Aortenklappe auch ähnlich der Herzkatheteruntersuchung mit einem Ballon aufgedehnt werden. Dabei tritt sofort eine Besserung ein, allerdings kommt es im Laufe eines Jahres häufig zu erneuten Verengungen der Aortenklappe, während Klappenprothesen eine Haltbarkeit von bis zu 20 Jahren haben.

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Vorbeugung

Die beste Vorbeugung von Aortenstenose besteht in der Verringerung der Risikofaktoren. Folglich sollten Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Niereninsuffizienz ausreichend behandelt und aufs Rauchen verzichtet werden.

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