Antirheumatikum

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. Mai 2016
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Antirheumatikum wird eingesetzt, um die Schmerzen bei rheumatischen Erkrankungen zu lindern, darüber hinaus haben verfügen sie auch über eine entzündungshemmende Wirkung.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Antirheumatikum?

Antirheumatika wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend und finden vor allem Anwendung bei der Therapie rheumatischer Erkrankungen. Mit Hilfe der Schmerzmittel werden die Symptome, die im Zusammenhang mit Rheuma auftreten, reduziert, allerdings kann die Ursache der entsprechenden Entzündungskrankheit dadurch nicht behoben werden. Bei degenerativen Rheumaerkrankungen können Antirheumatika nicht eingesetzt werden, denn sie wirken nur bei entzündlichen Formen. Des Weiteren zeigen sie ihre Wirkung auch bei Entzündungen, die auf andere Erkrankungen zurückzuführen sind sowie bei Fieber und Schmerzen. Das Ziel einer Behandlung ist es daher, die Beschwerden zu lindern, da Rheumapatienten zur Zeit noch nicht geheilt werden können.

Wirkung und medizinische Anwendung

Mit Hilfe von nicht-steroidalen Antirheumatika werden die Enzyme Cyclooxygenase-1 bzw. Cyclooxygenase-2 gehemmt, wodurch die Prostaglandinbildung behindert wird. Prostaglandine kommen beinahe überall im menschlichen Körper vor und erfüllen unterschiedliche Aufgaben. So haben sie beispielsweise Einfluss auf die Blutgerinnung bzw. die Nierentätigkeit und unterstützen die Magenschleimhaut bei ihrem Aufbau.

Bei Verletzungen rufen die Prostaglandine der Cyclooxygenase-2 Entzündungen, Fieber bzw. Schmerzen hervor. Kortison ist ein steroidales Hormon, das in Stresssituationen auch im menschlichen Körper in hohem Maße gebildet wird und Entzündungsreaktionen hemmen kann. Auch Medikamente, die Kortison enthalten, haben diese Wirkung, allerdings kann die Einnahme auch mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden sein. Für eine bestmögliche Behandlung erhalten Rheumapatienten nicht nur Antirheumatika, sondern es ist auch eine intensive Zusammenarbeit mit Orthopäden bzw. Krankengymnasten notwendig.

Antirheumatika führen zu einer raschen Schmerzlinderung bzw. zu einer Verbesserung der Bewegungsfähigkeit. Unterschieden werden kann dabei zwischen nicht-steroidalen Antirheumatika bzw. steroidalen Produkten, die Kortison enthalten. Da die Einnahme von Kortison immer auch mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden sein kann, sollten diese in einer relativ niedrigen Dosis eingesetzt werden.

Kortisonhaltige Antirheumatika werden entweder in Form von Tabletten eingenommen oder in die Gelenke injiziert. Nicht-steroidale Antirheumatika finden Anwendung bei Gicht, Entzündungen der Rückenwirbel, Arthritis, Weichteilrheumatismus sowie Arthrose. Bei der Behandlung von Arthritis werden sehr häufig verschiedene Medikamente miteinander kombiniert, darunter beispielsweise pflanzliche Wirkstoffe, Kortisonpräparate, Antirheumatika sowie so genannte Basismedikamente, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Formen und Gruppen

Antirheumatika werden je nach stofflicher Struktur in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Zu den chemisch-pharmazeutischen Präparaten zählen die so genannten Propionsäureverbindungen (zum Beispiel Ibuprofen), die eine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung haben und bei leichten bzw. mittleren Schmerzen verwendet werden. Eine sehr stark entzündungshemmende Wirkung haben Essigsäureverbindungen (zum Beispiel Aceclofenac), die sich aber als Schmerzmittel weniger eignen.

Ähnlich wie die Essigsäureverbindungen wirken auch die Oxicame Meloxicam bzw. Piroxicam. Sie weisen aber eine ganz andere chemische Struktur auf. Ganz neu sind die selektiven Cyclooxygenase-2-Hemmer, mit denen ein spezielles Enzym gehemmt werden kann. Zu den so genannten Glukokortikoiden, die sehr schnell wirken, gehören Prednisolon bzw. Kortison, die je nach Krankheitsbild in Kapsel- oder Tablettenform eingenommen werden. Darüber hinaus gibt es auch Cremes und Salben, die Kortison enthalten.

Dosierung

Die Dosierung von Antirheumatika erfolgt individuell. Grundsätzlich gilt, dass die Dosis relativ gering gehalten werden sollte und die Medikamente nur so lange wie nötig eingenommen werden. Ob Antirheumatika in Form von Spritzen, Zäpfchen, Tabletten oder Salben verabreicht werden, entscheidet ebenfalls der jeweilige Arzt. Zäpfchen eignen sich beispielsweise bei Resorptionsstörungen, bei Notfällen werden Injektionen verabreicht, Einreibemittel haben hingegen nur eine relativ geringe Wirkung.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen werden aber auch sehr gerne pflanzliche Wirkstoffe verwendet. Dazu gehört zum Beispiel die Teufelskralle, deren Knollen vor allem in Afrika zur Schmerzbehandlung und Fiebersenkung verwendet werden. Mit Hilfe der Teufelskralle kann darüber hinaus der Gelenkknorpelabbau gehemmt werden. Die Teufelskralle eignet sich vor allem für chronische Erkrankungen, da die volle Wirkung erst nach drei Wochen eintritt.

Aus der Weidenrinde werden außerdem Salicylate gewonnen. Da diese aber relativ schlecht verträglich sind, sollten Medikamente, die Salicylsäure enthalten, nur äußerlich angewendet werden. Einen antirheumatischen Effekt haben auch Brennnesseln, die viele wertvolle Stoffe enthalten, darunter auch wichtige Antioxidantien, wie zum Beispiel Vitamine oder Flavonoide. Brennnesseln eignen sich sehr gut zur Zubereitung von Salaten, wo sie ihre volle Wirkung entfalten können. In der Homöopathie kommen auch Heilkräuter in Form von Tees, Spülungen, Bädern oder Umschlägen zum Einsatz. Homöopathische Antirheumatika sind beispielsweise Heilmittel nach Hildegard von Bingen, Bachblüten, Schüssler-Salze bzw. ätherische Öle.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Nicht-steroidale Antirheumatika können zu Asthmaanfällen führen, da durch sie die Prostaglandinproduktion gehemmt wird und Prostaglandine einen Bronchien erweiternden Effekt haben. Des Weiteren kann es auch zu Durchfall, Übelkeit, Erbrechen oder zu Magenschleimhautentzündungen kommen. Manche Betroffenen berichten auch von Kopfschmerzen, Haarausfall, Hypertonie oder Hautausschlägen. Patienten, die ein nicht-steroidales Antirheumatikum über einen längeren Zeitraum einnehmen und schon einmal ein Magengeschwür bzw. eine Magen-/Darmentzündung hatten, sollten zusätzlich einen Magenschutz einnehmen, um die Schleimhaut nicht zu schädigen.

Geringe Nebenwirkungen auf die Blutgerinnung, Wasserausscheidung bzw. auf die Magenschleimhäute haben die selektiven Cyclooxygenase-2-Hemmer, allerdings kann durch sie das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht werden. Antirheumatika, die Kortison enthalten, führen zu Osteoporose, Muskelschwäche, Grauem Star, Glaukomen, Immunschwäche, Diabetes sowie zu einem erhöhten Infektionsrisiko. Acetylsalicylsäure kann zu Magenblutungen führen, gut verträglich ist hingegen die Teufelskralle, bei der keine Nebenwirkungen festgestellt wurden.

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