Antiphlogistika (Antiphlogistikum)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. Mai 2016
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Antiphlogistika (Antiphlogistikum) sind entzündungshemmende Arzneimittel, die pharmakologisch oder pflanzlicher Herkunft sind. Unterschieden wird dabei zwischen steroidalen und nicht-steroidalen Antiphlogistika.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Antiphlogistika (Antiphlogistikum)?

Antiphlogistika umfassen Medikamente, Phytowirkstoffe und weitere Arzneimittel aller Art, die sich entzündungshemmend auswirken. Sie werden bei etlichen Formen der Entzündung verabreicht und haben daher ein breites Einsatzspektrum in der Medizin. Die einfachsten Antiphlogistika finden sich in der Küche und Hausapotheke beispielsweise als Kräutertee. Die Antiphlogistika der Schulmedizin werden in steroidale und nicht-steroidale Wirkstoffe unterschieden, abhängig davon, ob sie wie Steroide wirken oder nicht.

Einige sind frei verkäuflich und weithin bekannt, darunter Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ACC). Antiphlogistika greifen in den Entzündungsprozess im Körper ein, töten jedoch nicht den Krankheitserreger selbst. Sie sind damit zu unterscheiden von den Antibiotika, Antimykotika und Virostatika, die sich jeweils gegen Bakterien, Pilze und Viren auswirken. Da jede Entzündung biochemisch betrachtet ein sehr komplexer Prozess ist, wirken Antiphlogistika jeweils sehr unterschiedlich und kennen mehrere Ansätze, um in die Entzündung des Körpers einzugreifen. Über das Spektrum der Medikamente hinaus gibt es selbst entzündungshemmend wirkende Lebensmittel, etwa Kurkuma - ob und wie diese als medikamentöse Antiphlogistika eingesetzt werden können und inwieweit das Lebensmittel selbst schon wirksam ist, ist Gegenstand der Forschung.

Wirkung und medizinische Anwendung

Antiphlogistika kennen vielerlei medizinische Indikationen, da Entzündungsprozesse im Körper relativ häufig vorkommen. Dies beginnt bei einfachen und häufigen Krankheitsbildern wie Erkältungskrankheiten, Muskelschmerzen, Überdehnungen, Infektionen des Zahnfleischs oder entzündeten Wunden. Entzündliche Vorgänge kommen jedoch auch bei Krankheiten vor, die von außen betrachtet nicht wie Entzündungen anmuten, darunter Arthrose und Arthritis, Gicht oder Morbus Bechterew.

Obwohl Antiphlogistika dagegen noch nicht wirken können, wird sogar Krebs mit entzündlichen Prozessen im Körper in Verbindung gebracht. Jedes Antiphlogistikum wirkt dabei anders, je nach Grunderkrankung, Ausmaß der Entzündung und Stelle des Entzündungsherds. Manche Antiphlogistika wirken, indem sie die Bildung chemischer Substanzen hemmen, die überhaupt zur Entzündung führen: der Körper baut die Entzündung dadurch wieder ab. Andere bauen Substanzen im Körper ab, die für eine Entzündung sorgen. Viele Antiphlogistika wirken gleichzeitig schmerzstillend, fiebersenkend und wirken sich auch gegen rheumatische Erscheinungen aus.

Formen und Gruppen

Manche Antiphlogistika finden sich im Haushalt in Form von (Kräuter-)Tees. Antiphlogistische Wirkungen werden unter anderem dem Kamillen-, Pfefferminz-, Fenchel- oder Ingwer-Tee wirken getrunken oder äußerlich angewandt gegen diverse Entzündungen. Die Schulmedizin kennt die steroidalen und nicht-steroidalen Antiphlogistika. Steroidale Antiphlogistika wirken dabei wie Glucocorticoide, die von der Nebenniere des Menschen gebildet werden. Diese Form von Antiphlogistikum ähnelt in seiner Wirkungsweise also den Hormonen der Nebenniere.

Nicht-steroidale Antiphlogistika sind meist Schmerzmittel, hemmen also nicht nur die Entzündung, sondern auch Entzündungssymptome wie Schmerzen und rheumatische Beschwerden. In der Alternativmedizin ist der Begriff Antiphlogistika ebenfalls bekannt - allerdings steht er dort für eine Reihe an Stoffen, die sich teils nur auf die Symptome der Entzündung auswirken, aber nicht auf sie selbst.

Dosierung

Die Dosierung von Antiphlogistika erfolgt abhängig vom Präparat, der Stelle der Entzündung und dem Alter und allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Da einige Medikamente sehr starke Nebenwirkungen und eine hohe Verweildauer im Körper des Patienten haben, dürfen sie nur für wenige Tage eingenommen werden und müssen dann sofort abgesetzt werden. Dazu gehört etwa Phenylbutazon gegen arthritische Beschwerden.

Grundsätzlich sind steroidale Antiphlogistika vorsichtiger zu verschreiben als nicht-steroidale Medikamente, da die letztere Gruppe weniger Nebenwirkungen hat. Werden sie allerdings über Leber und Niere abgebaut, muss die Dosierung auch hier niedrig eingestellt werden, wenn die abbauenden Organe beeinträchtigt funktionell sind. Pflanzliche Antiphlogistika können dagegen kaum überdosiert werden, denn obwohl sie wirksam sind, sind sie in Form von Tee, Aufgüssen und Tinkturen für den Menschen nicht gefährlich.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Zu verschreibungspflichtigen Antiphlogistika gibt es in der Regel keine Alternativen. Sofern diese vom Arzt verordnet wurden, sollten sie entsprechend dem Behandlungsplan eingenommen werden. Für leichte Infektionen bieten sich allerdings Hausmittel und pflanzliche Alternativen ein. Ein Teebeutel Kamillentee hilft beispielsweise gegen Schwellungen des Zahnfleischs, Fencheltee erweist sich als wirksam bei Entzündungen an Augen und Mund. Pflanzliche und alternativmedizinische Salben gibt es auch in Apotheken zu kaufen, jedoch sind gerade Methoden der Homöopathie in ihrer Wirksamkeit nicht bestätigt oder widerlegt. Falls der Patient ein verschriebenes Antiphlogistikum benötigt und dieses nicht verträgt, besteht oft die Möglichkeit, es in Absprache mit dem Arzt durch eine Alternative zu ersetzen.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Antiphlogistika sind hochwirksame Medikamente und haben in der Folge auch Nebenwirkungen sowie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Die Art der Wechsel- und Nebenwirkungen hängt ab vom Präparat und den gleichzeitig gegebenen Medikamenten. Weiterhin sind einige Antiphlogistika bei bestehenden Grunderkrankungen des Patienten ungeeignet und es können Allergien oder Unverträglichkeiten gegen sie bestehen.

Viele Antiphlogistika weisen bei hoher Dosierung und langfristiger Gabe Risiken wie den Herzinfarkt, die Bildung von Magengeschwüren, Magenschleimhautentzündung und ähnliche Probleme in den anderen Teilen des Darms auf. Da sie meist in Leber und Niere abgebaut werden, belasten Antiphlogistika zusätzlich diese Organe und dürfen einem leber- oder nierengeschädigten Patienten daher nicht immer verabreicht werden. Der behandelnde Arzt wird über eventuelle Neben- und Wechselwirkungen des jeweiligen Antiphlogistikums vor der Verschreibung und Einnahme aufklären.

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