Antiparasitika

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. Mai 2016
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Antiparasitika werden zur Bekämpfung von inneren und äußeren Parasiten eingesetzt. Von Parasitenbefall ist die Rede, wenn nur der Parasit von der Wechselbeziehung profitiert.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Antiparasitika?

Parasitenbefall ist für den Menschen heutzutage kein solches Problem mehr, wie es das in nahezu jedem vorangegangen Jahrhundert noch war. Die Definition eines Parasiten ist ein Lebewesen, das Ressourcen eines anderen nutzt, ohne diesem dafür selbst Ressourcen bereitzustellen. Zecken beispielsweise Leben vom Blut ihres Wirtes, der Wirt profitiert vom Zeckenbefall aber nicht.

Parasiten können ihrem Wirt allerdings schwerwiegende Schäden zufügen und müssen daher mit Antiparasitika bekämpft werden. Neben der Bekämpfung besteht auch die Möglichkeit der Vorbeugung, die aufgrund von verbesserten Lebensbedingungen eher Heimtiere als den Menschen betrifft. Auf diese Weise wird der menschliche Halter eines Tieres mitgeschützt, da er den Parasiten am ehesten von seinem Heimtier bekommen könnte. Ist es noch nicht zum Befall gekommen, sind Antiparasitika oft einfach und risikoarm einzusetzen, hochwirksame Antiparasitika begleiten dagegen bei manchen Parasiten operative Eingriffe zur Entfernung von Parasiten. Ziel eines Antiparasitikums ist immer, den Patienten so risiko- und nebenwirkungsarm wie möglich vom Parasiten zu befreien und diesen dabei gründlich abzutöten.

Wirkung und medizinische Anwendung

Antiparasitika wirken entweder vorbeugend oder bekämpfend. Zu den einfachsten vorbeugenden Antiparasitika zählen Repellentien, die dazu gedacht sind, Insekten abzuwehren. Duftkerzen, Schallgeräte oder ätherische Öle lassen sich als Repellentien leicht einsetzen. Weiterhin gibt es Antiparasitika gegen Parasiten wie Milben, Flöhe, Würmer und Zecken und Einzeller wie Amöben. Abwehrende Antiparasitika halten Parasiten davon ab, den Wirt überhaupt zu befallen. Sie gehen beispielsweise ins Blut über und schaden dem Wirt nicht, vergiften aber den Parasiten.

Antiparasitika zur Behandlung eines Befalls töten den Parasiten bestenfalls ab und sorgen dafür, dass der Körper des Wirts sie ausscheiden kann. Da das aber nicht in jedem Fall möglich ist, töten manche Präparate über längere Zeit hinweg nur wenige Parasiten ab, da ein sofortiger Tod aller Parasiten den Körper des Wirts zu sehr belasten würde. Einige Wurmarten dürften etwa nicht vollständig mit einem Antiparasitikum abgetötet werden, da der Körper des Patienten mit der Ausscheidung überfordert wäre. Meist kommen hierbei operative Methoden und Antiparasitika gleichzeitig zum Einsatz, zumal einige Parasiten Schäden an inneren Organen hinterlassen können, die zusätzlich behandelt werden müssen.

Formen und Gruppen

Unterteilen lassen sich Antiparasitika in Wirkstoffe für Endo- und Ektoparasiten. Gemeint sind damit innere und äußere Parasiten. Die Abwehr eines äußeren Parasiten geschieht oft vorbeugend und ist daher einfacher als die Bekämpfung eines inneren Parasiten. Weiterhin werden Antiparasitika danach bezeichnet, welchen Parasiten sie abtöten. Akarizide sind Wirkstoffe gegen Milben aller Art, Antihelminthika sind wirksam gegen Würmer wie den Bandwurm, Antiprotozoika sind die zusammengefassten Antiparasitika gegen Einzeller wie Amöben oder den Erreger der Toxoplasmose.

Dosierung

Die Dosierung entscheidet bei Antiparasitika mit darüber, wie viele Parasiten abgetötet werden können. Bei vielen Ektoparasiten gilt: je mehr von ihnen abgewehrt werden können, desto besser. Ein Insektenschutzmittel darf deswegen nach Bedarf hoch dosiert eingesetzt werden, etwa in Form einer Duftkerze oder eines ätherischen Öls. Bei inneren Parasiten muss die Dosierung an die Fähigkeit des Wirts angepasst werden, abgestorbene Parasiten auszuscheiden.

Ziel ist es, das Antiparasitikum hoch genug zu dosieren, um alle Parasiten nach und nach zu töten, dem Körper aber genug Kapazitäten zur Ausscheidung zu lassen, bevor die abgestorbenen Parasiten ihm durch Verwesung gefährlich werden können. Bei Einzellern ist das unproblematisch, bei größeren Eindringlingen wie Würmern kann das durchaus von Relevanz für die Dosierung sein. Grundsätzlich ist die Dosierung immer dann wichtig, wenn das Antiparasitikum innerlich zur Anwendung kommt, da es dann auch direkt mit dem Wirtskörper in Berührung kommt.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Antiparasitika sind wirksame Medikamente, die sich allein bereits als sehr wirksam gegen Parasiten erweisen. Gerade in der Abwehr bieten sich einige naturbelassene Möglichkeiten, Medikamente zu unterstützen. Für Heimtiere gibt es beispielsweise Sprays, die Flöhe und Zecken abwehren sollen, dabei kommt etwa Teebaumöl zum Einsatz. Lästige Parasiten wie Insekten lassen sich oft mit Duftkerzen, ätherischen Ölen und anderen für den Menschen angenehmen Methoden fernhalten. Parasiten, die Erkrankungen wie Borreliose oder Malaria weitergeben, lassen sich zwar grundsätzlich bekämpfen, wirksamer ist jedoch eine Schutzimpfung bei Gefährdung - etwa bei Reisen in Malariagebiete.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Eine der wahrscheinlichsten Nebenwirkungen eines Antiparasitikums ist, dass es die Parasiten zu schnell abtötet und der Körper die Ausscheidung nicht schnell genug vollziehen kann. In diesen Fällen kann jedoch eine operative Entfernung von Parasiten wirksame Abhilfe schaffen. Je nach Antiparasitikum kann dieses natürlich noch weitere Nebenwirkungen haben, die von Wirkstoff zu Wirkstoff unterschiedlich sind.

Da hochwirksame Antiparasitika ohnehin unter ärztlicher Aufsicht verabreicht werden, wird der behandelnde Arzt den Patienten eingehend über Wechsel- und Nebenwirkungen aufklären und ihm erläutern, welche körperlichen Vorgänge er zu erwarten hat. Bei der Behandlung von Heimtieren mit artenspezifischen Antiparasitika ist damit zu rechnen, dass diese für den Menschen unverträglich sein könnten und das Tier einige Stunden nach der Anwendung nicht gestreichelt werden sollte, bis der meist äußerlich aufgetragene Wirkstoff eingezogen ist.

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